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11.12.2018
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Christoph Gerling und Benediktinerpater Ludolf Hüsing.

Christoph Gerling und Benediktinerpater Ludolf Hüsing haben den Benediktshof gegründet.

Wenn die Ewigkeit in die Zeit kommt

25 Jahre Benediktshof in Handorf

Münster-Handorf/Billerbeck-Gerleve. Idylle pur. Im Bauerngarten fliegen die hofeigenen Bienen von Blüte zu Blüte, die Vögel zwitschern, eine Clematis klettert am hölzernen Rosenbogen in die Höhe. Die großen Fenster in der Tenne geben den Blick frei auf den Garten, in dem eine kleine Marienkapelle steht. "Der Benediktshof ist ein Ort der Stille, des schöpferischen Tuns und der Begegnung." Mit diesen Worten charakterisieren die Verantwortlichen ihr Haus. "Unser Anliegen ist es, dass die Ewigkeit in die Zeit kommt. Unser Anknüpfungspunkt: Die Selbsterfahrung und die Gotteserfahrung gehen ineinander, der Mensch erfährt das tiefere innere Selbst und damit Gott in sich. So wie es in dem Lied von Huub Oosterhuis heißt: 'Gott, unser Gott, wie bist du zugegen'", erklärt Pater Ludolf Hüsing.

Der Benediktiner hat vor 25 Jahren gemeinsam mit Christoph Gerling den Benediktshof gegründet. Es kommt nicht von ungefähr, dass dieser Geburtstag an Pfingsten gefeiert wird. "Es ist für mich das wichtigste Fest. Die Menschen werden ausgesandt, die Ereignisse von Weihnachten und Ostern in die Welt zu tragen", sagt Gerling.

Wurzeln in Gerleve

Die Wurzeln des Hauses liegen in der Jugendbildungsstätte der Benediktinerabtei Gerleve in Billerbeck. "Die Arbeit ist aus der benediktinischen Spiritualität erwachsen, bei der das erste Wort ›hören‹ ist", führt Pater Ludolf aus. Geprägt durch das Zweite Vatikanische Konzil sehne er sich nach einer lebendigen Kirche – "immer im Verbund mit der ganzen Kirche". In Gerleve bildeten sich Anfang der 1970er Jahre die ersten so genannten Osterzellen. "Das sind Kerngruppen, die eine lebendige Kirche durch die lebendige Begegnung mit Christus leben wollen. Sie wollen einen Blick erhalten für das, was notwendig ist – im Sinn von ›Not wenden‹", erläutert der Ordenschrist. Dieses Konzept weiter zu verfolgen, sei in der Bildungsstätte in Gerleve nicht möglich gewesen. Durch die Vermittlung des damaligen Generalvikars und späteren Weihbischofs Heinrich Janssen gründeten der Ordensmann und Gerling 1986 den Benediktshof im "Haus vom Guten Hirten" in Münster. Elf Jahre später zogen sie auf die Hofstelle in Münster-Handorf, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden war. "Das war ein Geschenk des Himmels, diesen ruhigen Ort zu finden", sagt Gerling.

Auf dem Hof lebt eine spirituelle Gemeinschaft, die zusammen betet und arbeitet. Die Gäste, für die das Haus 17 Zimmer bereit hält, kommen aus Deutschland und teilweise aus dem Ausland. Einzelgäste und Gruppen verbringen Zeit auf dem Hof. Diese kann ein Wochenende, eine Woche oder länger umfassen. "Wir bieten die Möglichkeit, bis zu einem Jahr bei uns zu wohnen", informiert Gerling. Zurzeit gibt es Pläne, die Scheune auszubauen, um mehr Menschen aufnehmen zu können und Einzelgästen weiterhin einen Raum der Stille zu ermöglichen. Das Vorhaben sei aber nur über Spenden zu finanzieren. "Wir leisten alles aus eigener Kraft, wobei uns die Abtei Gerleve wohlwollend unterstützt", sagt Pater Ludolf. Zehn Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche engagieren sich rund um den Benediktshof. Für die Seminarangebote kommen externe Referenten hinzu. "Wir arbeiten ganzheitlich nach der 'initiatischen Therapie'. Wir verknüpfen Begegnung und Meditation und arbeiten mit Kreativmedien wie malen, plastizieren und zeichnen", informiert Kunsttherapeut und Heilpraktiker Gerling. Gottsucher seien die Menschen, die den Weg nach Handorf fänden. "Sie sind alle religiös, tun sich aber oft schwer mit der herkömmlichen Religion. Es sind Menschen, die ihren Glauben intensiver leben möchten oder auf der Suche sind, ebenso wie Menschen, die kritisch dem Glauben gegenüberstehen", sagt der 54-Jährige. Mit vielschichtigen Angeboten wollen die Verantwortlichen die Menschen auf spirituelle Weise erreichen. Im Mittelpunkt stehen Selbsterfahrung, Seins-Erfahrung und Glaubenserfahrung.

Jeden Sonntag um 11.15 Uhr wird in der Kapelle unter dem Dach des Benediktshofs Gottesdienst gefeiert. "Wir feiern einen tradierten, bewahrenden Gottesdienst. Das aber sehr lebendig. Kern ist für uns die Eucharistiefeier", erzählt Pater Ludolf. Eine stetig wachsende Zahl von Menschen hätte den Weg durch die Gottesdienstgemeinschaft oder auch durch die regelmäßig stattfindenden Taizé-Gebete zum Benediktshof gefunden. Eine Besonderheit ist die Ausbildung in "spiritueller Wegbegleitung" für Menschen in helfenden Berufen. Der Grundkursus umfasst zwei Jahre, der Aufbaukursus zweieinhalb Jahre.

Zum 25-jährigen Bestehen laden die Verantwortlichen an Pfingsten (10. bis 12.06.2011) ein. Auf dem Programm stehen eine Taizé-Lichterfeier und ein Podiumsgespräch über die spirituelle Wegbegleitung. Am Samstag (11.06.2011) um 15.30 Uhr hält der Benediktiner Anselm Grün seinen Festvortrag über "Aufbruch ins Leben – Benediktinische Spiritualität und Initiatische Therapie".

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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
09.06.2011

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