
Friesoythes Pfarrsekretärin Maria Brinkmann an ihrem Arbeitsplatz.
Die neuen Pfarrbüros: Friesoythe Sankt Marien
Manchmal 35 in dreieinhalb Stunden
Friesoythe. Als ich vor 33 Jahren als Pfarrsekretärin anfing, hatte ich mehr oder weniger nur die Kirchenbücher, einen Stift und einen Schreibblock", sagt Maria Brinkmann.
Die Pfarrsekretärin in Sankt Marien Friesoythe blickt schmunzelnd auf ihren neuen Arbeitsplatz. Ein heller und freundlich eingerichteter Raum, ausgestattet mit moderner Kommunikations- und Computertechnik.
Früher Stift und Block
Vor zwei Jahren konnte sie ihr neues Büro beziehen, nachdem das alte Pfarrhaus abgerissen werden musste. Es war in die Jahre gekommen und die Bausubstanz genügte nicht mehr den heutigen Anforderungen. Vor allem aber war es viel zu klein, um den Mitarbeitern in der Pfarrverwaltung nach der Fusion der Kirchengemeinden Altenoythe, Markhausen, Friesoythe, Neuscharrel, Kampe und Thüle zur Sankt-Marien-Gemeinde Friesoythe genügend und funktionalen Büroraum zu bieten.
Auf 240 Quadratmetern arbeiten nun drei teilzeitbeschäftigte Pfarrsekretärinnen, zwei Pastoralreferenten, eine Pastoralassistentin, der Rechnungsführer, eine Verwaltungsfachkraft, der Friedhofsverwalter und Dechant Michael Borth, der im Pfarrhaus auch seine Privatwohnung bezogen hat.
"Das Aufgabenspektrum einer Pfarrsekretärin unterscheidet sich nach der Fusion nicht wesentlich von dem vor der Fusion", hat Maria Brinkmann mit der Zeit festgestellt. Jedoch habe sich der Umfang der Aufgaben vervielfacht.
"Vorher war alles überschaubarer. Ich kannte fast jeden und auch die Eigenarten der Leute. Dann kam der Tag der Fusion, und von da an war das Pfarrbüro in Friesoythe nicht mehr für 5.200 Gemeindemitglieder, sondern für fast 12.000 zuständig." Maria Brinkmann verbindet mit den ersten Monaten in der "Schaltzentrale" der Großgemeinde auch nicht nur gute Erinnerungen.
"Viele Gemeindemitglieder haben ihrer Verärgerung über die Fusion Ausdruck verliehen. Manchmal hatte ich das Gefühl, mich für die Fusion rechtfertigen und entschuldigen zu müssen." Besonders enttäuschend sei anfangs gewesen, wenn sich Fehler beispielsweise in den Pfarrnachrichten eingeschlichen hatten und diese dann aufgebauscht wurden.
Die Enttäuschung ist vergangen – geblieben ist ausreichend Arbeit aus vormals sechs Pfarrbüros.
"An manchen Tagen klingelt das Telefon rund 50 Mal und bis zu 35 Besucher während dreieinhalb Stunden Öffnungszeit sind keine Seltenheit", rechnet Brinkmann vor. "Da brummt schon mal der Kopf, und man muss gut überlegen, was zuerst erledigt werden soll."
Neben den Klassikern im Pfarrbüro wie dem Bestellen von Messintentionen, dem Entgegennehmen von Taufanmeldungen oder dem Festlegen von Hochzeitsterminen gibt es für Maria Brinkmann Aufgaben, die ihr besonders am Herzen liegen.
Mit "Seelsorge" überschreibt sie, wenn trauernde Angehörige ins Pfarrbüro kommen und Trost suchen, oder wenn sie telefonisch Termine zur Hauskommunion abspricht und sich dabei lange die Sorgen der Angehörigen anhört. Auch hat sie für Besucher ein offenes Ohr, die in finanziellen Nöten stecken und Hilfe im Pfarrbüro suchen.
"Die Aufgaben sind schon sehr komplex und vielschichtig", resümiert Brinkmann, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen fortwährend Arbeitsabläufe verbessert und nach Entlastungsmöglichkeiten sucht.
Aber Maria Brinkmann erfährt in ihrem Job auch immer wieder Unterstützung. "Wir sind ein tolles Pfarrhausteam. Jeder kann jedem alles sagen, und wir helfen einander, wo immer es geht."
Auch von ehrenamtlicher Seite gibt es Hilfe. In allen Gemeindeteilen werden zusätzliche ehrenamtlich besetzte "Mobile Pfarrbüros" angeboten, in denen an einem Tag pro Woche Messintentionen bestellt werden können. Ehrenamtlich ist auch der Botendienst, der freitags die Post in die Gemeindeteile bringt.
Kollege Computer hilft
Und dann gibt es ja noch Kollege Computer, der auch eine Menge Arbeit abnimmt. Nur den liturgischen Kalender hat Maria Brinkmann noch nicht digitalisiert. In verschiedenen Farben trägt sie hier die vielen Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen noch per Hand ein.
"Bei zwei Pfarrern, vier emeritierten Priestern, dazu zwei Diakonen und sieben Kirchen kommt einiges zusammen. Wenn diese Dienste geschrieben auf dem Schreibtisch liegen, kann jeder reinschauen, auch ohne Kollege Computer zu bemühen.
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Text: Andreas Niemann | Foto: Andreas Niemann in
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