
Krüßing ist das Fest der Wiederauffindung des Kreuzes in Freckenhorst. Dabei ziehen die Gläubigen in einer Prozession durch die Straßen des Ortes. Mit dabei war in diesem Jahr Weihbischof Zekorn, der die Kreuzreliquie trug.
Krüßing: Heil, Leben und Hoffnung
Zekorn: Das Kreuz im Blick behalten
Warendorf-Freckenhorst. Zum ersten Mal hat Weihbischof Stefan Zekorn mit Gläubigen aus Warendorf-Freckenhorst anlässlich des Krüßingfestes am Sonntag (08.05.2011) ein Pontifikalamt gefeiert. Krüßing ist in Freckenhorst jedes Jahr am Sonntag nach dem dritten Mai. Es ist das Fest der Wiederauffindung des Kreuzes oder der Kreuzerhöhung.
Vor dem Gottesdienst waren die Gläubigen in einer Prozession durch die Straßen des Ortes gezogen. Dabei führten sie das bekannte gleichschenklige Freckenhorster Kreuz mit sich, zu dem Jahr für Jahr zahlreiche Pilger kommen. Die Anwohner des Prozessionsweges hatten die Strecke mit Blumen und Fahnen festlich geschmückt. In den Schaufenstern waren Bildnisse des Kreuzes zu sehen.
"Ein Bild für die Liebe Gottes"
In seiner Predigt unterstrich Bischof Zekorn, dass das Kreuz den Kern des Glaubens symbolisiere: "Gott schenkt uns Erlösung, indem er seinen Sohn für uns hingegeben hat. So haben wir immer einen Zugang zu ihm", sagte der Geistliche. Somit sei das Kreuz ein Bild für die Liebe Gottes. Heil, Leben und Hoffnung: Dafür stehe das Kreuz. Dabei trage der Gauben, so Bischof Zekorn, nicht einfach über alle Schwierigkeiten des Alltags hinweg, sondern gebe Kraft, Prüfungen zu bestehen und wo nötig neue Wege zu gehen. Zekorn: "Dadurch erlangen wir menschliche Tiefe und Reife."
Die Gesellschaft brauche Menschen, die aus der Wirklichkeit des Kreuzes lebten, betonte der Bischof. Hier verwies er auf Themen wie Kernenergie und Präimplantationsdiagnostik (PID). Die Technik sei dazu bestimmt, dem Menschen zu dienen, nicht anderherum. Daher dürfe nicht alles, was heute möglich und machbar sei, auch realisiert werden, so der Geistliche. "Auch ökologisch, demografisch und wirtschaftlich steht die Gesellschaft vor schwierigen Herausforderungen, die mit Blick auf das Kreuz entschieden werden sollten", unterstrich Bischof Zekorn.
Kunstmarkt und Kirmes rund um die Kirche
Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Pfarrcäcilienchor St. Bonifatius Freckenhorst unter Begleitung des Dortmunder Philharmonieorchesters. Zur Aufführung kam die Missa in angustiis in d-moll (Nelsonmesse) von Joseph Haydn. Die Gesamtleitung lag in der Hand von Stiftskantor Martin Geiselhart. Nach dem Gottesdienst startete ein buntes Treiben mit Kunstmarkt und Kirmes um die Kirche.
Sonntag war der Höhepunkt des Krüßingfestes. Am Montag (9. Mai) werden besonders kranke Menschen eingeladen, zum Kreuz in die Stiftskirche zu kommen. Dabei wird während einer Eucharistiefeier das Sakrament der Krankensalbung gespendet. Anschließend sind alle zum Kaffeetrinken in die Caféteria des Klosters zum Heiligen Kreuz eingeladen. Außerdem gibt es in der Landvolkshochschule eine Autorenlesung mit Stephan Kulle zum Thema "Warum wir wieder glauben wollen", einen Wortgottesdienst der Kindergärten zu Krüßing und andere Veranstaltungen. Am Freitag endet die Krüßing-Woche traditionell mit einer Prozession aus der Bauernschaft Hägerort.
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