
Weihbischof Wilfried Theising segnet die Bibliothek.
Weihbischof Theising segnet Bibliothek der Gaesdonck
Aufwändig restauriert
Goch. Die "Bibliotheca Domus Presbyterorum" ist eine Schatzkammer. Daran lässt Regionalbischof Wilfried Theising keine Zweifel. Denn die Klosterbibliothek des Collegiums Augustinianum Gaesdonck zeige eindrucksvoll, dass "Historie ein Teil von uns ist", sagte Theising im Rahmen der Wiedereröffnungsfeier. "Hier kann man spüren, dass Vergangenheit nichts von gestern, sondern etwas Lebendiges bis in die heutige Zeit hinein ist."
Etwa 6.000 Bände, 21 Handschriften aus dem Mittelalter und rund 150 Inkunabeln (Wiegendrucke) prägen das Juwel, die Klosterbibliothek der Gaesdonck. In dem Bestand ist beispielsweise als älteste Gaesdoncker Papsturkunde die von Innozenz IV. aus dem Jahr 1250 zu finden.
Wie Gottfried Minkenberg, Leiter der Diözesanbibliothek Münster, erläutert, gibt es über die Anfänge dieser Institution keine schriftlichen Zeugnisse, allerdings den Hinweis darauf, dass es im 15. Jahrhundert auf Gaesdonck bereits eine Ordensbibliothek und eine Buchbinderei gegeben hat. So entstammen die meisten der vorhandenen Werke dem 16. und 17. Jahrhundert. Die theologische Abteilung bildet den Schwerpunkt. 51 Unikate sind unter den 134 Stimmbüchern zu finden.
Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln hat einen großen Teil der auf Gaesdonck beheimateten Werke in ihren Sonderkatalog aufgenommen. "Gaesdonck wäre ohne diese Bibliothek unvorstellbar", sagt Direktor Hans-Georg Steiffert. Historische und kulturelle Impulse aus vergangenen Jahrhunderten schlummern dort in Dokumenten, Urkunden, Buchbänden und vielem mehr. Sie alle ermöglichen hoch wissenschaftliches Arbeiten und das Eintauchen in vergangene Zeiten.
Die Dokumente der Gaesdonck wie auch die des ehemaligen Klosters Gut Graefenthal, die ebenfalls auf der Gaesdonck archiviert sind, gibt es nun auch in moderner Form. So hat sich eine deutsch-niederländische Digitalisierungsgruppe zusammengefunden und in vierjähriger Kleinarbeit ehrenamtlich weit mehr als 50.000 Seiten gesichtet, sortiert, fotografiert und digitalisiert – sodass die beiden Archive nun auch digital über eine Festplatte zugänglich sind. "Das Ergebnis spricht für sich", sagt Steiffert, "es dürfte kein vergleichbares Beispiel weit und breit geben."
Dank Alfred Reimann aus Kleve-Donsbrüggen, und den Niederländern Rien van den Brand aus Venray und Henk Zweers aus Grave konnte dieses imposante Projekt vollendet werden. Das, was zunächst als Urkunden, Akten, Zehntbücher und mehr ungeordnet in Schränken der Gaesdonck zu finden war, ist jetzt auf Festplatten gespeichert, abgeschrieben und übersetzt worden.
"Nun stehen die Dokumente für das wissenschaftliche Arbeiten in der Gaesdoncker Bibliothek zur Verfügung", sagte Steiffert.
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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in
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