
Am 14. Mai 2011 macht sich die Gemeinde auf den Weg.
Gemeindemitglieder pilgern von Werne nach Lünen
Jung und alt gemeinsam
Werne/Lünen. Ich wünsche mir, dass ich wieder das Kreuz tragen darf", sagt Robin. "Mir macht es immer großen Spaß." Der Elfjährige wird am 14. Mai 2011 zum vierten Mal bei der Wallfahrt der Kirchengemeinde Seliger Nikolaus Groß dabei sein.
"Es ist keine typische Wallfahrt, wie man sie von früher kennt", erklärt Marianne Löber vom Vorbereitungsteam. "Alles ist viel lockerer." Das macht wohl gerade den Reiz aus, sich auf den "Weg zu machen", wie Jana aus ihrer Sicht die Gemeindewallfahrt von Werne nach Lünen beschreibt. "Es ist schön, ein Stück zu gehen, und wenn man angekommen ist, dann weiß man, was man geschafft hat." Und die Jüngsten haben auf dem rund 16 Kilometer langen Weg zur St.-Marien-Kirche Lünen viel zu tun. "Bei der vergangenen Wallfahrt haben wir Äste gesammelt und daraus Kreuze gebunden", erzählt die Neunjährige. Auch sie hat sich vorgenommen, in diesem Jahr wieder mitzupilgern.
Kleine Aufgaben
"Wir bereiten für die Kinder immer kleine Aufgaben vor, die gelöst werden müssen", erläutert die Pastoralreferentin Pia Gunnemann. "Einmal haben die Kinder zum Beispiel Schäfchen aus Wolle gebastelt und unterwegs Gräser und Moos für die Schafswiese gesammelt." Gemeinsam mit Marianne Löber und Martina Derichs bereitet sie die Bastelaktionen, Lieder und Texte, die an den fünf Stationen der spirituellen Wanderung gesungen und gelesen werden, vor.
"Bei uns gehen auch Menschen mit, die sonst an keiner Wallfahrt teilnehmen würden", weiß Pfarrer Heiner Innig aus Erfahrung. Vor zwei Jahren stellte er erfreut fest: "Das ist die bunteste Wallfahrtsgruppe, die mir bekannt ist", als sich die Pilger von Seliger Nikolaus Groß generationsübergreifend zu ihrer Gemeindewallfahrt vor der Kirche St. Johannes in Werne versammelten. "Es ist eine Kombination aus Gemeindeleben, individueller Spiritualität und gemeinsamem Gebet", sagt Pia Gunnemann. "Wir kommen auf dem Weg ins Gespräch und lernen uns immer besser kennen." Ausgangspunkt für Teilnehmer ist die St.-Johannes-Kirche. Von dort geht es um 9.30 Uhr unter dem Leitwort "Freiheit ist das Einzige, das zählt" zunächst zur St.-Christophorus-Kirche. Nach einer kurzen Andacht führt die spirituelle Wanderung, die zu einem großen Teil dem Jakobsweg folgt, zunächst bis zum Wegkreuz beim Hof Kemmler, um dort inne zu halten und Kräfte zu sammeln. Das gemeinsame Picknick findet zu Mittag am Dorfgemeinschaftshaus in Langern statt. Nach einem Zwischenstopp auf Schloss Cappenberg geht es dann bis zur St.-Marien-Kirche in Lünen mit ihrem ältesten darstellenden Marien-Gnadenbild des Bistums Münster.
Mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche und anschließendem gemütlichen Beisammensein im dortigen Pfarrhaus endet dann die spirituelle Wanderung der Gemeinde. "Grundlage unserer Stationen ist diesmal die alttestamentliche Geschichte der Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Eine aktuelle Erzählung, die uns persönlich, gesellschaftlich und politisch immer noch vieles deutlich macht", erläutert die Pastoralreferentin.
Weg gemeistert
Gern erinnert sich Andrea Ostermann an die Gemeindewallfahrt im vergangenen Jahr unter dem Leitwort "Die Geschichte vom barmherzigen Vater". "Es war für mich ein sehr schönes Erlebnis. Ich konnte mich sehr gut mit mir selbst beschäftigen. Der Weg war zwar lang, aber wir haben ihn alle gut gemeistert", erzählt die 17-Jährige. "Im Gottesdienst durften wir auf einen Zettel schreiben, was und wer uns wichtig ist. Anschließend wurden diese an mitgebrachten Ästen aufgehängt." Alles in allem könne sie sagen, dass es ein schöner Tag gewesen sei.
Für die Gemeindemitglieder der Pfarrei Seliger Nikolaus Groß ist die Gemeindewallfahrt etwas Einzigartiges, denn vor der Fusion gab es in keiner der drei ursprünglichen Pfarreien eine Marienpilgerreise dieser Art.
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Text: Elisabeth Plamper | Foto: Elisabeth Plamper in
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