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21.05.2012
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Birgit und Christoph Schiltmeyer mit ihrer Tochter Antonia.

Birgit und Christoph Schiltmeyer mit ihrer Tochter Antonia.

Im Mai 2011 Doppeltaufe von Mutter und Tochter

Erwachsenentaufe in Steinfeld

Steinfeld. Voraussichtlich im Mai 2011 will Birgit Schiltmeyer sich und ihre zweijährige Tochter Antonia taufen lassen. Sie selbst stammt aus Leipzig, ihr Mann stammt aus Damme. Seine Eltern werden Taufpaten für die Schwiegertochter.

Die Schwiegereltern aus Damme werden auch ihre Taufpaten sein. Birgit Schiltmeyer aus Steinfeld erklärt: "Ich stamme ja gebürtig aus Leipzig. In meiner eigenen Familie ist niemand getauft. Meine Eltern und meine Oma kommen aber trotzdem."

Es wird ja auch eine ganz besondere Feier. Bei der außer der 29-Jährigen auch deren Tochter Antonia (2) im Mittelpunkt der Feier steht. "Es wird eine Doppeltaufe!", betont ihr Mann Christoph lächelnd.

Erst mal keine "Traufe"

"Pfarrer Franz Ortmann hatte uns auch eine 'Traufe' vorgeschlagen, also eine Taufe und eine kirchliche Trauung in einem. Aber, na ja." Der 36-Jährige zuckt mit den Schultern.

"Zu einer Hochzeit würden wir dann auch noch mehr Gäste einladen. Und das kostet ja dann doch ein bisschen mehr." Aber ausgeschlossen hätten sie das Thema "kirchliche Hochzeit" nicht, fügt Birgit Schiltmeyer noch an.

Vor gut sechs Jahren hatte der Industriemechaniker seine Frau kennen gelernt. Freimütig erzählt er, wie es ganz zufällig in einem Krankenhaus-Café in Osnabrück zwischen ihnen "gefunkt" habe. Wie sie bald zusammengezogen seien, sich ihre Eigentumswohnung gekauft hätten. Und wie nach der Geburt ihrer Tochter die Frage nach der Religion aufkam.

"Für mich war das mit Antonias Taufe eigentlich selbstverständlich", sagt er. "Ich selbst bin als Kind in Damme auch ganz normal in die Kirche hineingewachsen." Bis zu seinem 18. Lebensjahr sei er jeden Sonntag zur Kirche gegangen. "Nur danach", so meint er achselzuckend, "danach kam für mich als Jugendlicher so viel anderes dazwischen."

Genau das ist mit ein Grund dafür, dass ihm an einer frühen Taufe seiner Tochter liegt. "Manche meiner Bekannten sagen zwar: Die Kinder sollen mit achtzehn selbst entscheiden. Das finde ich selbst aber nicht. Ich weiß ja, wie das dann ist: Man hat gerade seine Lehre fertig, darf Auto fahren, hat viel zu tun. Wer denkt dann noch an so etwas wie Taufe?"

So warteten Birgit und Christoph Schiltmeyer ein Jahr ab und gingen die Sache dann an. Und in dieser Zeit wuchs in Birgit Schiltmeyer der Gedanke, dass auch sie gerne katholisch werden würde. Ihre Gefühle oder Gründe zu erklären, das fällt ihr allerdings schwer.

Sie erkundigte sich und meldete sich für die Vorbereitungsphase an, die im Advent begann und jetzt Ostern endet.

"Ich freue mich, dass meine Frau das macht. Auch, weil das Familienleben dann ein bisschen 'glatter' ist", meint Christoph Schiltmeyer. "Es gibt weniger Diskussionen und Nachdenken. Etwa über Fragen, ob man zum Religionsunterricht geht oder nicht. Solche Fragen stellen sich dann nicht mehr. Auch wenn das nie ein Grund für Streit bei uns war."

Er sagt: "Wenn sich meine Frau nicht hätte taufen lassen wollen, wäre Antonia ja trotzdem getauft worden. Da sind wir uns einig." Birgit Schiltmeyer nickt.

Sie habe bei den Treffen mit Diakon Bernhard gr. Klönne schon ziemlich viel Neues gelernt. Regelmäßig kommt sie mit den anderen drei Taufbewerbern in Lohne zusammen. Ein Auto hat sie nicht. Manchmal bringt ihr Mann sie die sechs Kilometer.

"Ich bleibe dabei, solange Antonia still ist", erklärt er. Auch für die Kleine sei es in der letzten Zeit interessant gewesen. "Wir haben uns Weihnachten Krippen angesehen und Diakon gr. Klönne hat das Innere des Altarraums erklärt."

Auf jeden Fall Steinfeld

Christoph Schiltmeyer nickt auch auf die Frage, ob die Familie künftig denn auch öfter mal im Gottesdienst zu sehen sein werde. "Weihnachten zum Beispiel sind wir in einem Altenheim in Damme in der Feier gewesen. Weil es da nicht ganz so voll war."

Sicher ist die Familie sich in der Frage des Ortes. "Unsere Taufe soll auf jeden Fall in der Steinfelder Kirche stattfinden", sagt Birgit Schiltmeyer.

"Pfarrer Franz Ortmann hätte das Ganze wohl gerne in der Osternacht gehabt", sagt Christoph Schiltmeyer. "Aber das würde für Antonia zu lang werden." Und wie für die Mutter, so stehen auch für die Tochter schon die Taufpaten fest: eine Schwester von Vater Christoph und einer seiner Arbeitskollegen.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Erwachsenentaufe

Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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