
Diese Zeit gehört dem Weltjugentag: Christina Quaing aus Metjendorf am Stadtrand von Oldenburg vor ihrem Jahreskalender.
Christina Quaing fährt im August zum Weltjugendtag nach Spanien
"Für mich und meinen Glauben"
Oldenburg. Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. Christina Quaing aus Metjendorf bei Oldenburg wird bald allerhand erzählen können. Sie fährt im August für zwei Wochen zum Weltjugendtag nach Madrid. Kirche+Leben hat sie besucht und sie nach ihren Vorbereitungen auf die Reise gefragt.
Gut vorbereitet ist sie: Der Schrank ist voll von T-Shirts, auch einen großen Strohhut hat sie schon. "Das hab ich alles noch von der Messdienerwallfahrt letztes Jahr nach Rom", sagt Christina Quaing aus Metjendorf. Nur das Spanisch-Wörterbuch, das fehlt ihr noch. Die 18-Jährige macht sich im August auf den Weg zum Weltjugendtag nach Madrid.
"Das ist das erste Mal, dass ich selbst mitfahre", sagt sie. Als vor sechs Jahren der Weltjugendtag in Köln stattfand, hatte ihre Familie zwei Mexikaner zu Gast. "Das hat mich bestärkt, jetzt auch selbst dabei zu sein. Bisher war ich immer zu jung."
Vom Führerschein-Sparen
Gut vorbereitet ist Christina Quaing, wenn es um die Finanzierung der Reise geht. 559 Euro soll die Fahrt kosten. "Von meinem Führerschein-Sparbuch habe ich noch etwas Geld übrig", sagt sie. Nach dem Weltjugendtag plant die Schülerin ein Freiwilliges Soziales Jahr. "Dann bekomme ich das Geld auch wieder rein."
Es dauert noch sieben Monate, bis der Bus sich auf den Weg macht und das Treffen mit dem Papst und Jugendlichen aus aller Welt konkret wird. Aber die Vorbereitungen in Sankt Marien laufen schon jetzt auf Hochtouren. "Daniel Gewand, unser Pastoralassistent, hatte uns Gruppenleiter schon im August gefragt, ob wir Interesse hätten, mitzufahren", erinnert sich Christina. "Da war die ganze Sache bei mir noch gar nicht präsent."
Im November habe es dann das erste Treffen gegeben. "Wir haben die wichtigsten Sätze auf Spanisch gelernt", berichtet Christina Quaing. Gegenseitig wolle man sich nun die fremde Sprache beibringen. "Wir lernen auch das Vater unser", so die 18-Jährige. "Mal sehen, ob wir das hinkriegen." Das Motto des Weltjugendtages ("Vamos a Espana!") kann sie jedenfalls schon übersetzen: "Auf nach Spanien!"
Im Dezember habe die Gruppe dann gemeinsam gekocht, spanisch natürlich – Tortillas. "Das war eine Erfahrung für sich", erinnert sie sich. "Keiner wusste so recht, wie das geht. Aber es hat am Ende doch gut geschmeckt."
Christina Quaing setzt sich in der Gemeinde Oldenburg Sankt Marien ein: Sie ist Messdienerin, Firmkatechetin und betreut mit ihrer Freundin eine Kindergruppe. "Es ist viel Arbeit, aber es macht auch Spaß", sagt sie. Auch die Fahrt zum Weltjugendtag gehört für sie hierhin: "Das mache ich für mich und für meinen Glauben."
Bevor die Reise nach Madrid los gehen kann, muss die Schülerin noch eine Hürde nehmen: Im März stehen an der Liebfrauenschule in Oldenburg die Abiturprüfungen auf dem Stundenplan. Bisher fuhr sie jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule, sieben Kilometer eine Strecke. Das hat dann ein Ende.
Am 10. August 2011 starten die Jugendlichen aus Sankt Marien. "Mit dem Bus", sagt Christina Quaing. "Ich weiß gar nicht, wie lange wir fahren. Dreißig Stunden?" Die erste Station wird Pamplona in Nordspanien sein. Hier finden die "Tage der Begegnung" statt. Dort sind die Jugendlichen in Gastfamilien untergebracht.
Gespannt auf Spanier
Eine Herausforderung sieht sie in der Mentalität der Spanier: "Ich hab gehört, dass die es mit der Zeit nicht so genau nehmen", sagt die 18-Jährige. "Da müssen wir dann einfach gelassen ran gehen und uns auf deren Kultur einlassen."
Wie groß die Gruppe aus Sankt Marien sein wird, bleibt noch abzuwarten. "Daniel Gewand und ich sind auf jeden Fall dabei", so Christina. "Drei andere Gruppenleiter überlegen noch." Aber sicher seien auch Jugendliche aus Schortens, Wilhelmshaven oder Jever dabei. "Irgendwen kennt man immer", so Christina zuversichtlich, "über den Verband KJO, die Katholische Jugend Oldenburg. Oder von der Messdienerwallfahrt – die Welt ist klein."
Mit Hunderttausenden
Christina freut sich, in Madrid Leute aus aller Welt zu treffen. "Ich stelle mir das toll vor", schwärmt sie, "gemeinsam zu singen und zu beten." Ein Ereignis, auf das sie besonders gespannt ist? Christina blickt auf das Programm. "Die letzte Nacht vor der Messe mit dem Papst. Die verbringen wir unter freiem Himmel", sagt sie. "Das ist mal was anderes – mit so vielen. Schließlich sind es nicht nur hundert, sondern hunderttausend. Das wird bestimmt eine unglaubliche Atmosphäre."
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Text: Katharina Deuling | Foto: Katharina Deuling in
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20.03.2011
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