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31.07.2016
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Eichstätter Dogmatiker Manfred Gerwing (Ahaus):

"Theologen-Memorandum geprägt von Unkenntnis"

Ahaus. Scharfe Kritik am bislang von 260 Theologieprofessorinnen und -professoren unterzeichneten Memorandum mit dem Titel "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch" hat der Eichstätter Dogmatiker Manfred Gerwing (Ahaus) geübt. "Was hier im Memorandum geboten wird, ist angesichts der tatsächlichen Krise, in der sich die Kirche in Deutschland schon seit Jahrzehnten befindet, enttäuschend", erklärte der Theologe gegenüber kirchensite.de.

Das Theologen-Memorandum sei "geprägt von erschreckender Unkenntnis, kümmerlichem Rationalismus, ja Ignoranz dessen, worin die Krise besteht", meinte Gerwing, der auch Leiter des Instituts für Lehrerfortbildung in Mülheim (Ruhr) ist, das von den nordrhein-westfälischen Diözesen getragen wird. Die Krise bestehe nicht im Rückgang der Priesteramtskandidaten, sondern im noch viel dramatischeren Rückgang der Gläubigen. "Unsere Kirchen werden immer leerer, der Glaube verdunstet", mahnte der Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

"Kein Schmusekurs mit den Mächtigen"

Gerwing warnte davor, Theologen sollten nicht einer "glaubensfernen Öffentlichkeit auf den Leim gehen". Er wehrte sich dagegen, die Ursachen etwa des Missbrauchsskandals im Zölibat zu suchen. "Wer es weiterhin behauptet, pflegt nur seine Vorurteile und versperrt den Weg aus der Krise."

Für die Kirche in Deutschland wird es nach Ansicht des in Ahaus lebenden Theologieprofessors "eine Überlebensfrage sein, ob sie es schafft, gegen den Strom zu schwimmen". Es gelte, ein Kontrastprogramm zu etablieren: "Der Schmusekurs mit den Politikern und den Mächtigen dieser Welt muss aufhören."

Keine Flucht ins Innere und Private

Die Kirche in Deutschland muss zudem nach Auffassung des Dogmatikers "wieder lernen, aus ihren spirituellen Quellen zu trinken; was nicht bedeutet, die Flucht ins Innere und Private anzutreten". Es bedeute vielmehr, "gegen den permanenten Versuch zu protestieren, das Geöffnetsein des Menschen auf Glück und Vollendung hin lediglich im Raum des Sicht- und Greifbaren festzumachen". Gerwing plädierte zudem für den "Ausbau synodaler Strukturen".

Aus dem Geist der Evangelischen Räte sollten Christen Einspruch erheben "gegen die Götzen des Reichtums (Armut), des Genusses (Keuschheit) und der Macht (Gehorsam)", meinte der Theologe. Sie müssten sich vor allem für die Schwächsten der Schwachen in unserer Gesellschaft einsetzen und so im Alltag die Nachfolge Christi leben.

Christus-Nachfolge statt Gremienarbeit

Nach Meinung des Theologen braucht die Kirche in Deutschland einen Neuanfang. Dieser werde nicht durch Neustrukturierungen gelingen. "Dass man immer wieder auf 'Organisation', 'Gremienarbeit' und 'Strukturveränderungen' setzt, ist eher Symptom als Überwindung der Krise." Gerwing setzt sich für einen spirituellen Neubeginn ein; die Kirche brauche "mehr Christen, die Christus nachfolgen".

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Text: Norbert Göckener
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