
Austausch über Motive zu der biblischen Geschichte vom barmherzigen Vater: Die Mütter aus Visbek mit dem geistlichen Direktor der Akademie Stapelfeld, Marc Röbel (links), sowie Pastoralreferent Christian Hoge (zweiter von rechts) und Dominik Blum, Referent für Katechese im Bischöflichen Offizialat.
Wie bereitet man Kinder auf die Erstkommunion vor?
Vier Frauen aus Visbek und ihr Weg zur Vorbereitung
Visbek/Stapelfeld. Wie bereitet man Kinder auf die Erstkommunion vor? Und: Wer macht das? In Visbek hat sich dafür ein Kreis von Frauen zusammengefunden, die mit Pastoralreferent Christian Hoge ein Team gebildet haben, um alle diese Fragen zu besprechen und zu beantworten. Bei einem Vorbereitungstreffen des Kreises in Stapelfeld war Kirche+Leben dabei.
Es sind 81 Jungen und Mädchen, die dieses Jahr in Visbek zur Erstkommunion gehen. 17 Gruppenmütter bereiten sie darauf vor, vertiefen sich in Handreichungen und Mappen, tauschen sich mit anderen Müttern aus.
Dem Austausch solle auch dieses Wochenende in der Katholischen Akademie Stapelfeld dienen, sagte Dominik Blum, Referent für Katechese im Offizialat, zu Beginn der Veranstaltung. Wichtig sei, den Prozess der Vorbereitung "auch einmal zu verlangsamen". Denn: "Wir sind nicht nur Macher."
Deshalb gebe es auch die vertiefende Betrachtung eines biblischen Themas. Die Frauen aus Visbek hätten sich einhellig die Frage nach Schuld und Versöhnung als Schwerpunkt gewünscht. Dem wolle er mit biblischen Impulsen entgegenkommen, Pfarrer Marc Röbel, geistlicher Direktor der Akademie, habe sich besondere Katechesen vorgenommen.
Zum Beispiel für das "EKO-Team", wie man in Visbek den Vorbereitungskreis für die Erstkommunion nennt. Dazu gehören vier Frauen, die mit Pastoralreferent Christian Hoge die Gruppenstunden vorbereiten, Gruppenmütter betreuen und Elternabende veranstalten.
Suche nach Antworten
- Dazu gehört zum Beispiel Silke Debbeler. Die 38-jährige Groß- und Außenhandelskauffrau hat drei Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Als Jugendliche sei sie in der Gemeinde sehr aktiv gewesen, im Mädchenlager und bei Jungkolping. "Dann trat erst mal Ruhe ein in meiner Beziehung zur Kirche." Als für ihr ältestes Kind die Erstkomunion näher kam, sei sie ins Nachdenken gekommen. "Ich wollte ihnen antworten können, wenn sie mir da mit Fragen kommen", erinnert sie sich.
Der erste Schritt war die Vorbereitung von Kindergottesdiensten – "das hat mir Spaß gemacht, produktiv in der Kirche etwas zu gestalten. Das hätte ich nicht gedacht." Eine andere Mutter und der Pastoralreferent hätten sie dann auf die Mitarbeit in der Erstkommunionvorbereitung angesprochen.
Anfangs sei es für sie nicht so sehr ein Einsatz für die Kirche gewesen, sondern "das gute Gefühl", im Team für die Kinder etwas zu tun. "Aber später hat sich mein Gefühl unheimlich gestärkt – ich kann jetzt hinter der Kirche stehen."
Jetzt gefestigt
Dieses Gefühl erlebe sie vor allem bei den Elternabenden. Weil sie selbst sich "total gefestigt" fühle, könne sie auch ohne Zögern andere Mütter zur Mitarbeit aufrufen.
- Ähnliches gilt für Sabine Langfermann. Die 42-jährige Arzthelferin hat drei Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren. Bei ihrer ältesten Tochter habe sie eine Erstkommuniongruppe übernommen; die Arbeit habe ihr so viel Freude gemacht, dass sie sich für das kommende Jahr sofort wieder meldete. Denn die Arbeit habe ihr auch geholfen, "wieder näher an die Kirche" zu kommen.
Die Arbeit im Team sei noch neu für sie, im Grunde sei sie "Stück für Stück da reingewachsen". Nicht mehr mit Kindern direkt tätig zu sein, sondern anderen Müttern zu helfen – das sei schon eine schwierige, aber auch spannende Aufgabe. Als "Stolz des Teams" bezeichnete Sabine Langfermann "die total gut vorbereiteten Mappen" für jede einzelne Stunde.
Nach langem Weg
- Birgit Nordmann hat ihre Mitarbeit im Team zurzeit etwas reduziert; die 40-jährige Bürokauffrau hat fünf Kinder im Alter zwischen 15 Jahren und zehn Monaten. Sie sei auf einem "relativ langen Weg" in diese Gruppe gekommen. Mitarbeit in der Vorbereitung habe sie sich schon einmal überlegt. Aber: "Damals hatte ich noch nicht so den Draht zur Kirche wie heute."
Nach langem Drängen ihrer Nachbarin habe sie dann doch einmal eine Gruppe übernommen. Mit einer "völlig überraschenden" Erfahrung, wie sie sagt. "Die Kirche war gar nicht so verbissen und kleinkariert wie ich sie aus meiner Kindheit kannte, das machte ja richtig Spaß, in ihr mitzuarbeiten!" Auch deshalb sei im Team aktiv geblieben.
Über die Jahre hinweg, so gibt sie zu, habe sie sich "auf die Kirche zu" bewegt. Bei der Erstkommunion ihres ersten Kindes habe sie sich noch "zehn Meter entfernt von der Kirche" gefühlt. Jetzt aber, so sagt sie überlegend, fühle sie sich "dichter, vielleicht sogar ziemlich dicht bei der Kirche".
Konzept funktioniert
- Gaby Tönnies ist in diesem Kreis vielleicht ein Sonderfall, weil sie immer schon sehr intensiv in der Pfarrgemeinde aktiv war und ist. Die 42-jährige Architektin ist Mutter von drei Kindern zwischen dreizehn und neun Jahren. Sie setzte sich als Jugendliche in der Gemeinde ein, als Mitglied in Gruppen der Schönstattmädchen, später dort auch als Gruppenleiterin. Inzwischen arbeitet sie im Pfarrgemeinderat mit und hat von dort aus mit Christian Hoge den alten Katechese-Ausschuss zum "EKO-Team" umgebaut.
Ihre Aufgabe sieht sie vor allem darin, in diesem Team alles dafür zu tun, "damit die Kinder eine schöne Vorbereitung haben". Dabei habe ihr die gute Atmosphäre unter den vier Frauen immer geholfen, aber auch das Echo aus den Gruppen. "Wenn die Gruppenmütter sich meldeten und sagten: euer Konzept funktioniert, das hat mir die Angst genommen und hat mir was gebracht". Mehr könne man ja gar nicht erwarten, sagt Gaby Tönnies zufrieden.
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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Franz Josef Scheeben in
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