
Aufmerksam hörten die Teilnehmer der Kreisdekanatsversammlung Domkapitular Hans-Bernd Köppen zu, der den Stellen- und Strukturplan vorstellte.
Struktur- und Personalplan für die Region Recklinghausen
In den Dialog treten
Kreisdekanat Recklinghausen. Zurzeit gibt es 42 selbstständige Pfarreien im Kreisdekanat Recklinghausen. Das soll sich bis 2015 ändern. Der Stellen- und Strukturplan des Bistums Münster sieht für die Region künftig nur 15 pastorale Räume vor.
Die Aula im Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen war am Dienstagabend (08. 02.2011) bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr noch, zahlreiche Teilnehmer der Versammlung des Kreisdekanats Recklinghausen fanden keinen Sitzplatz mehr und mussten stehend den Ausführungen lauschen. Gekommen waren 250 Vertreter der Kirchengemeinden: Haupt- und Ehrenamtliche, um sich über neue pastorale Räume und den Einsatz des Personals im Bistum Münster, aber vor allem in ihrer Region zu informieren. Vorgestellt wurde das Konzept von Domkapitular Hans-Bernd Köppen, der die Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat leitet. Gemeinsam mit Weihbischof Dieter Geerlings und Generalvikar Norbert Kleyboldt hatte er sich auf den Weg nach Recklinghausen gemacht.
Der demografische Wandel, die rückläufige Zahl sowohl der Gläubigen als auch die der Priester und Pastoralreferenten, die zunehmende Säkularisierung – diese Gründe haben die Verantwortlichen im Bistum veranlasst, erstmals einen Struktur- und Stellenplan zu erstellen, der das gesamte Bistum im Blick hat.
Neue pastorale Räume
Für das Kreisdekanat Recklinghausen mit seinen derzeit 42 Pfarreien bedeutet dies – wie in den anderen Kreisdekanaten ebenso – weitere Zusammenlegung von bislang noch selbstständigen oder bereits fusionierten Pfarreien zu neuen pastoralen Räumen. Das betrifft beispielsweise Datteln: Dort ist vorgesehen, die Pfarreien St. Amandus und St. Dominikus zu einem pastoralen Raum zusammen zu bringen.
Die beiden Seelsorgeeinheiten in Oer-Erkenschwick sollen ebenfalls zu einer Pfarrei verschmelzen. In Dorsten ist eine Zusammenlegung vor einem Jahr durch einen Brief von Bischof Felix Genn kommuniziert worden. Dort sollen die zehn Gemeinden über die Zusammenarbeit in zwei Seelsorgeeinheiten künftig zu zwei Pfarreien zueinander finden.
Neu sind die Pläne für Herten. Die Pfarreien Maria Heimsuchung sowie St. Martinus und Johannes sollen neben der bereits fusionierten Gemeinde St. Antonius einen neuen pastoralen Raum bilden. "Zu diesen Thema gibt es allerdings bereits verschiedene Diskussionsbeiträge", sagte Köppen. Wie in Herten soll es künftig in Marl auch nur zwei Pfarreien geben. Insgesamt drei neue pastorale Räume statt momentan sieben Pfarreien sieht das Konzept für die Stadt Recklinghausen vor.
Diskussion über die vorgestellten Pläne. |
Modelle der Gemeindeleitung
In der anschließenden Diskussion ging es um Themen wie beispielsweise Heimatverlust in der Großgemeinde, beginnende Identifikation in gerade fusionierten Gemeinden und die Angst vor neuen Zusammenlegungen oder neue Modelle der Gemeindeleitung. "Wir müssen über das reden, was heute möglich ist. Aber wir können nach Modellen suchen, um die in der Seelsorge Tätigen zu entlasten zum Beispiel durch Ehrenamtliche in der Gemeindeleitung", sagte Kleyboldt. Allen sei daran gelegen, so der Generalvikar weiter, seelsorgliche Aspekte in den Vordergrund zu stellen. "Das können wir aber nur mit den Möglichkeiten, die wir haben." Er gab zu bedenken, dass alle zusammen – Haupt- wie Ehrenamtliche – Kirche seien. "Es ist wichtig, dass wir uns wechselseitig ernst nehmen, auch in unseren Sorgen und Nöten. Natürlich kann man unterschiedlicher Meinung sein. Wir müssen miteinander lernen, den Dialog zu führen und durch ihn den Weg in die Zukunft zu finden", hielt der Generalvikar fest.
Vielleicht auch eine Chance
"Viele Fragen stehen im Raum. Diese können wir in Einzelgesprächen weiterführen. Wir sind bereit, vor Ort mit den Gremien und diskutieren und nach Lösungen zu suchen", stellte Geerlings in Aussicht, der den Abend als Anhörung verstand. Viele Jahre habe man sich im Bistum mit Strukturen statt mit einem Pastoralplan beschäftigt. "Nun müssen wir gucken, wie aus diesen Strukturen lebendige Gemeinden werden. Das ist vielleicht auch eine Chance", sagt Geerlings.
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Text: Michaela Kiepe | Fotos: Michaela Kiepe
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