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21.05.2012
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Taufe.

Durch die Taufe wird der Täufling in die Kirche aufgenommen.

Mütter leiten Taufseminare zur Vorbereitung der Eltern

Der Bedeutung des Glaubens gemeinsam auf der Spur

Kevelaer. Seit einem Jahr bereitet ein Kreis junger Frauen in der Seelsorgeeinheit Wetten/Winnekendonk (Kevelaer) die Eltern und Paten auf das Sakrament der Taufe vor. Was als Experiment begann, zieht Kreise: Viele junge Eltern sind froh, über das Sakrament der Taufe informiert zu werden und sich über die Tauffeier austauschen zu können.

Am Anfang stand die Einsicht, dass die Maßnahmen, die zur Taufvorbereitung ergriffen wurden, nicht mehr ausreichten. "Ich hatte das Gefühl, dass die vorbereitenden Gespräche, die ich bisher mit den Eltern im Vorfeld der Taufe ihres Kinds führte, zu rudimentär waren", erinnert sich Pfarrer Klaus Wittke. In diesen Gesprächen könne nur in groben Zügen die Bedeutung des Sakraments und die Konsequenzen für Täufling und Eltern dargelegt werden. Deshalb schlug Wittke zunächst im Gemeinderat von St. Urbanus (Winnekendonk) vor, ähnlich der Kommunionkatechese, eine Taufvorbereitung anzubieten.

Positive Resonanz

Trotz erster Bedenken – Brauchen wir so etwas? Kann man ein solches Angebot für die Eltern verpflichtend vorgeben? Wird ein solches Angebot überhaupt angenommen? – war die Resonanz positiv. Der Gemeinderat beschloss, den Schritt zu wagen. Konkret bedeutete das, ein Konzept für eine solche Vorbereitung zu erarbeiten und engagierte Christen aus der Gemeinde zu suchen, die diese neue Form der Katechese in die Tat umsetzten. "Es durfte eben nicht nur der Pastor an diesem Seminar beteiligt werden", sagt Wittke. "Vielmehr sollten von Anfang an gerade die Menschen einbezogen werden, die mit beiden Füßen im Leben stehen und ihre praktischen Erfahrungen in der Weitergabe des Glaubens zum Beispiel an ihre Kinder einbringen konnten. Sie sind die besseren Zeugen des Glaubens."

Über den Rat der Seelsorgeeinheit und über die Gemeinderäte wurden interessierte Christen geworben. Sechs Frauen meldeten sich, um an der Vorbereitung teilzunehmen. Mit dem Pfarrer und einer jungen Studentin, die diese Taufkatechese in ihre Bachelor-Arbeit einbaute, wurde die Taufvorbereitung entworfen. Wie sollte das Seminar aufgebaut sein? Wann sollte es stattfinden? Wie lange durfte es dauern? Welche Inhalte mussten eingebaut werden und was konnte man vernachlässigen? – Fragen wie diese wurden nach und nach erörtert, und so entstand am Ende ein fertiges Konzept.

Zwei Mal im Jahr wird seitdem ein Samstagnachmittag mit jeweils zwei Stunden in Wetten und in Winnekendonk angeboten. "Wenn die Eltern engagiert fragen oder diskutieren, kann es schnell auch schon einmal länger werden", sagt Jutta Stenmans vom Gemeinderat in Winnekendonk.

Viel Wert wird auf eine ungezwungene Atmosphäre gelegt. Auf dem Boden liegt eine blaue Decke, worauf die Gegenstände gruppiert werden, die im Lauf der Tauffeier zum Tragen kommen: Der Becher und der Teller für das Taufwasser, die Taufkerze, eine aus Pappe ausgeschnittene Hand mit dem Namen des Täuflings, die Behälter für das Chrisam und das Taufkleid. Nachdem Eltern, Paten und das Katecheseteam sich vorgestellt haben, wird der Name des Kinds genannt und auf die ausgeschnittene Hand geschrieben.

Jutta Stenmans und Pfarrer Klaus Wittke gehören zum Team der Taufkatechese.

Was ist ein Sakrament?

Im nächsten Schritt werden vorbereitete Fragen diskutiert. Zum Beispiel: Welche Möglichkeit sehen Sie, Ihr Kind auf dem Glaubensweg zu unterstützen? Oder: Was ist Ihnen aufgrund Ihrer eigenen Glaubensgeschichte wichtig? Und: Für Ihr Kind haben Sie Wünsche. Was wünschen Sie sich von Gott? Ebenso wird die Frage nach der Bedeutung der Taufe und der Vermittlung christlicher Werte diskutiert.

Im nächsten Abschnitt wird die Bedeutung eines Sakraments und das der Taufe im Besonderen referiert. "Unsere Aussagen unterlegen wir intensiv mit Bibelstellen", sagt Jutta Stenmans. Den Auftrag zu taufen verbinden die Katecheten beispielsweise mit der Aussage Jesu aus dem Matthäus-Evangelium: "Geht hin zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes" (Mt 29, 19).

"Das Sakrament der Taufe ist auf eine Passage im ersten Markus-Evangelium zurückzuführen", sagt die 49-jährige Stenmans: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam" (Mk 1, 10).

"Zum Schluss der Taufvorbereitung überlegen wir gemeinsam mit den Eltern, wie sie und ihre Kinder sich später aktiv auf den Weg des Glaubens begeben könnten", sagt Stenmans. Wichtig sei es, eigenen Erfahrungen Raum zu geben. Hilfreich könne das Vorlesen von biblischen Erzählungen und Heiligengeschichten sein. Das tägliche Gebet, beispielsweise zu Tisch, werde ebenso empfohlen wie die Pflege wiederkehrender Rituale wie zum Beispiel das Segnen der Kinder, bevor sie das Haus verließen, das Gebet vor schwierigen Prüfungen oder das Anzünden einer Kerze im Fall einer Krankheit, fasst Stenmans zusammen.

Glauben teilen

Die zwei Nachmittage in Wetten und Winnekendonk waren gut besucht. Das jedenfalls ist das Fazit der Vorbereitungsgruppe. "Das Angebot wurde positiv angenommen", sagt Pfarrer Wittke. Bewusst habe er auf den Titel "Taufseminar" verzichtet und die Veranstaltung statt dessen "Erlebnis Taufe" genannt. Auf diese Weise werde nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form der Darbietung schon von Anfang an deutlich unterstrichen. Die Stimme einer Mutter, die aus der ehemaligen DDR stammt, steht nach Ansicht des Geistlichen für viele: "Es ist gut, dass wir erfahren, was Taufe eigentlich bedeutet", hat sie ihm gesagt. In der damaligen DDR habe man ihr das nie gesagt.

Auch nach Ansicht von Simone  Schönell, einer weiteren Katechetin, zieht das neue Angebot positive Kreise. "Die Begegnung mit anderen Täuflingseltern in zwangloser Atmosphäre bietet vielfältige Anknüpfungspunkte, miteinander über eigene Glaubenserfahrungen ins Gespräch zu kommen und sich über die Bedeutung der Taufe und die Möglichkeiten religiöser Erziehung auszutauschen. Während des Seminars besteht auch die Gelegenheit, sich über praktische Fragen wie die der Tauffeier auszutauschen", sagt Schönell. Der dritte Taufnachmittag ist für Ende Januar terminiert.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Norbert Ortmanns, Jürgen Kappel in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
05.02.2011

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