
Eines der ersten Kirchen-Cafés der Gemeinde Lohne Sankt Gertrud fand vor der Herz-Jesu-Kirche in Kroge statt: Eva Hoping (links) und Renate Rolfes (Mitte) gehören zum Organisationsteam vor Ort.
Kirchen-Café soll Gläubige zusammenführen
Lohne Sankt Gertrud: Kaffeeklatsch bei Nieselregen
Kroge. Kirchenfusion: Vier Gemeinden werden eine. Nach der Zusammenlegung zur neuen Sankt-Gertrud-Pfarrei in Lohne sind die Gläubigen eingeladen, einander besser kennen zu lernen. Zum Beispiel bei einem Kirchen-Café. Kirche+Leben war in Kroge dabei.
"Kommt hierher, hier gibt’s einen Kaffee." Eva Hoping versteht es, die Menschen einzuladen, die nach dem Hochamt aus der Herz-Jesu-Kirche kommen. "Du machst das gut – schön laut", wird sie von Schwester Engelhardi bestärkt. Der Gottesdienst in Kroge ist beendet – das Kirchen-Café startet.
Eva Hoping, Schwester Engelhardi, Hildegard Sandmann und Renate Rolfes organisieren das Kirchen-Café in Kroge. Nach der Zusammenlegung der vier Gemeinden Sankt Maria Goretti, Sankt Gertrud, Sankt Josef und Herz Jesu soll das Kirchen-Café dazu beitragen, zu einer neuen Gemeinschaft zusammenzuwachsen.
"Gute Gemeinschaften geben Halt und spenden Trost, bereiten Freude und sind eine echte Bereicherung", sagt Rudolf Büscher, Pfarrer der neuen Gemeinde Sankt Gertrud. "Aber eine gute Gemeinschaft kommt nicht von alleine."
An jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat sind die Kirchgänger deshalb eingeladen, nach dem Gottesdienst bei Kaffee und Saft auf dem Kirchplatz zu verweilen, ins Gespräch zu kommen und sich kennen zu lernen. Es geht reihum. Jede der vier ehemaligen Gemeinden lädt dann zu sich ein.
Den Gläubigen aus Lohne und Umgebung scheint die Aktion zu gefallen. Rund achtzig Kirchgänger sind an diesem Sonntag geblieben – trotz des Nieselregens.
Nicht aus Zucker
"Pastor hat gesagt, wir sind nicht aus Zucker", hört man einen der Kirchgänger sagen. "Bei diesem Wetter können wir auch einen Cognac trinken", schlägt ein anderer vor. Die Stimmung ist gut.
Familien mit kleinen Kindern, Frauen und Männer mittleren Alters, Senioren: Die Gruppe vor der Herz-Jesu-Kirche ist bunt gemischt. "Das Kirchen-Café ist mal etwas Neues, das muss man mitmachen", sagt Gregor Deters. "Sonst sind alle Leute nach dem Gottesdienst sofort verschwunden." Die neunjährige Jana große Holthaus trinkt einen Schluck Saft aus ihrem Becher: "Ich komm bald zur Kommunion", sagt sie stolz.
Vor den alten Gemeindegrenzen hat niemand Halt gemacht. "Ich schätze das Angebot sehr", sagt Ida Braje aus Lohne Sankt Josef. "Sonst hat jeder in seinem Pott gerührt, jetzt rühren wir zusammen in einem großen."
Matthias Lesch hat die Idee des Kirchen-Cafés aus Amerika mitgebracht. Dort hat er zwei Jahre mit seiner Familie gelebt. Eine zehnköpfige Gruppe, gemischt aus allen vier Gemeinden, konnte er in Lohne für die Aktion begeistern. "Wir gehören zusammen", sagt er. "Nicht nur für die eine Stunde, in der wir zusammen in der Kirche sitzen, sondern auch anschließend."
Und wie lässt sich das Kirchen-Café mit dem sonntäglichen Mittagessen vereinen? "Ich habe Eintopf vorgekocht", sagt Karin Krone lachend. "Ich nehme mir hier gerne die Zeit."
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Text: Katharina Deuling | Foto: Katharina Deuling in
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