
Domkapitular Hans-Bernd Köppen stellte den Vertretern der Gemeinden den neuen Strukturplan vor.
Strukur- und Stellenplan des Bistums im Kreisdekanat Coesfeld vorgestellt
"Wir befinden uns auf einer Baustelle"
Kreisdekanat Coesfeld. Die zur Zeit 36 eigenständigen Pfarreien im Kreisdekanat Coesfeld sollen nach den Vorschlägen der Bistumsleitung im Jahr 2015 zu insgesamt 16 Pfarreien zusammengelegt werden.
Den neuen Struktur- und Stellenplan des Bistums Münster erläuterten am Mittwoch (26.1.2011) neben Weihbischof Dieter Geerlings der Bischöfliche Generalvikar Norbert Kleyboldt und der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat Münster, Domkapitular Hans-Bernd Köppen, in einer Informationsveranstaltung. Vor 250 Seelsorgern sowie Vertretern aus Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten der Region erklärten und begründeten sie im Barbara-Haus in Dülmen die notwendigen Veränderungen.
Im Kreisdekanat Coesfeld, zu dem neben den Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld auch Selm und Lünen aus dem Kreis Unna gehören, wird es nicht für alle Pfarreien große Veränderungen geben. Die Pfarreien in Billerbeck, Olfen, Havixbeck, Lünen, Selm und Nottuln haben fusioniert und werden nicht zu weiteren größeren Einheiten zusammengefasst. Weitere Gemeinden seien momentan auf dem Weg zur Fusion. In Senden schließen sich vier Pfarrreien zusammen und in Nordkirchen drei.
Fünf weitere Pfarreien, die bislang als Seelsorgeeinheit zusammenarbeiten, sollen sich nach den Plänen des Bistums baldmöglichst auf den Weg machen. Das betrifft die Pfarreien der politischen Gemeinde Rosendahl mit Osterwick, Holtwick und Darfeld ebenso wie die in Ascheberg mit Davensberg und Herbern, in Lüdinghausen mit Seppenrade, in Werne sowie in Buldern und Hiddingsel.
Größte Pfarrei in der Region
Neu sind die Planungen für Coesfeld und Dülmen: Die bereits fusionierten Pfarreien St. Lamberti und Anna-Katharina in Coesfeld sollen mit St. Johannes in Coesfeld-Lette zu einem großen pastoralen Raum zusammengefasst werden. "Zur neuen Pfarrei werden 27.500 Gläubige gehören. Wie genau man diesen Weg geht, muss überlegt werden", erläuterte Köppen. Für die Fusionen in Dülmen gäbe es zur Zeit mehrere Varianten. Ziel sei es, zwei oder drei Pfarreien zu gründen. In beiden vorgelegten Varianten werden auf jeden Fall die Stadtgemeinden zu einer Pfarrei zusammengefasst. Die pastorale Entwicklung in den Pfarreien könne das Bistum nicht vorgeben, wohl aber anbieten, Pastoralkonzepte zu begleiten.
Generalvikar Norbert Kleyboldt, Weihbischof Dieter Geerlings und Kreisdechant Hans-Theo Hülper (v.l.) diskutierten mit den Anwesenden. |
Verbunden mit den strukturellen Veränderungen ist ein Stellenplan des Bistums. "Erstmals haben wir einen Strukturplan in Verbindung mit einem Personalplan erstellt. Das ist ein guter Ansatz, der uns weiterbringen kann, was immer die Zukunft auch bringen mag", sagte Kleyboldt. Denn der Blick in die Vergangenheit lasse wenig Optimismus für die Zukunft zu. Der demographische Wandel, die steigende Zahl der Kirchenaustritte, die sinkende Zahl der Gottesdienstbesucher, Taufen und Trauungen seien ebenso Gründe wie die immer weniger werdenden Priesterweihen und die nachlassenden Bewerber für den Beruf der Pastoralreferenten. Lediglich die Zahl der Beerdigungen bleibe konstant. "Allerdings verändert sich die Beerdigungskultur rapide. Wenn wir die Zahlen der Beerdigungen sowie die der Austritte addieren, sieht man, wie die Schere auseinanderklafft", sagte Köppen. Personal, das in den alten Strukturen benötigt werde, könne das Bistum nicht vorhalten. "Ich kann nur das Personal einplanen, das ich habe", machte Köppen deutlich.
Kooperative Seelsorge verstärken
Als Auslaufmodell bezeichnete Kleyboldt die Seelsorgeeinheiten oder Pfarreiengemeinschaften. "Wir wollen die kooperative Seelsorge verstärken. Dafür ist die Zusammenführung der richtige Weg", sagte Kleyboldt. Wichtig sei es, zwischen den Begriffen der Pfarrei und Gemeinde deutlich zu unterscheiden. "Die Pfarrei ist eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die von einem Pfarrer geleitet wird", erläuterte Köppen. Auf dem Gebiet dieser Pfarrei könne es verschiedene Orte und Gruppen geben wie beispielsweise die Gemeinde vor Ort, die Verbände oder die kirchlichen Einrichtungen. "Die Gemeinde ist die pastorale und soziale Gemeinschaft von Glaubenden vor Ort. In einer Pfarrei kann es mehrere Gemeinden geben", erklärt er weiter.
Als Anhörung mit verbindlichen Vorschlägen diente der Abend in Dülmen. "Wir befinden uns auf einer Baustelle, auf der nichts fertig ist", sagte Köppen. "Und wir werden uns vor Ort dem Gespräch stellen. Es ist eine schwierige Problemlage, die auf allen Seiten guten Willen voraussetzt", betonte Geerlings. Nun haben die Pfarreien acht Wochen Zeit, ihre Bedenken an das Bistum weiterzugeben. Nach weiteren Gesprächen und Diskussionen soll im Spätherbst der Struktur- und Stellenplan, der den gesamten nordrhein-westfälischen Teil des Bistums im Blick hat, in Kraft gesetzt werden.
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Der Struktur- und Stellenplan für das Kreisdekanat Coesfeld (07.02.2011)
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Text: Michaela Kiepe | Fotos: Michaela Kiepe
27.01.2011
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