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21.05.2012
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Weihbischof Christoph Hegge.

Weihbischof Christoph Hegge.

Weihnachtsgruß von Regionalbischof Christoph Hegge

Ein Geschenk Gottes

Region Borken/Steinfurt. "Nur Gott kennt meinen Namen", ruft der wohnsitzlose Junge namens Carlos überrascht aus, als er bei einem Weihnachtsmahl für arme Menschen ein Geschenk erhält, das seinen Namen trägt. Und er fügt hinzu: "Das ist also ein Geschenk Gottes!" Von vielen ähnlichen Begebenheiten eines anderen Weihnachten berichtet das Buch "Das Weihnachtsmahl" der Gemeinschaft Sant’Egidio, das ich zu Beginn der Adventszeit im Dom-Forum in Osnabrück vorstellen durfte. Der Schlüssel zu diesem "anderen" Weihnachtsfest bildet das geistliche Leitmotiv der Gemeinschaft Sant’Egidio. Es lautet: "Keiner ist so arm, dass er nicht einem anderen helfen könnte."

Und ich frage mich: Ist nicht eben dieser Gedanke auch der Grundimpuls der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus gewesen? Sich selbst arm machen, als armes, namenloses Kind zur Welt kommen, weit ab von jeder Zivilisation in der Futterkrippe einer Höhle, weil in den Wohnhäusern dieser Welt kein Platz für ihn war. Der unendlich große Gott hat einen Weg gefunden, unsere Herzen mit seiner überwältigenden Liebe zu berühren. Denn zum hilflosen Kind in der Krippe kann sich jeder hinzugehen trauen. Keiner von uns ist so arm, dass er diesem Kind nicht wenigstens ein Lächeln schenken könnte. In der Armut des Kindes von Betlehem hat unsere eigene menschliche Hilflosigkeit, unser Suchen und Sehnen, unser Unvermögen und unsere Unrast, ein Gesicht und einen Namen gefunden: Immanuel – Gott ist mit uns.

In der Geburt des Jesuskindes schenkt Gott uns die Gewissheit, dass er mit unserem Namen auch unser ganzes menschliches Schicksal kennt und auf einzigartige, auf göttliche Weise liebt.

Ja, Gott sehnt sich im Kind von Betlehem danach, auch von uns geliebt zu werden, überall dort, wo sich Kinder und Jugendliche – wie Carlos – wohnsitzlos herumtreiben, dort, wo scheinbar namenlose Nachbarn oder Menschen in unseren Pfarreien einsam, mittellos oder verzweifelt sind.

In den ersten Monaten meines Bischöflichen Dienstes in der Region Borken-Steinfurt war es mir ein großes Anliegen, in den vielfältigen Begegnungen und Eucharistiefeiern diese Liebe Gottes zu uns Menschen zu entdecken und uns gemeinsam ihrer zu vergewissern, getreu meinem bischöflichen Wahlspruch "Wir haben an die Liebe geglaubt" (1 Joh 4,16).In vielen Christen unserer Region kam mir das Feuer SEINER Liebe entgegen, das auch mich antreibt, für ein neues Miteinander in unseren Gemeinden und Gruppen mit Christus in unserer Mitte Zeugnis zu geben. In dankbarer Verbundenheit für den gemeinsam begonnenen Weg wünsche ich Ihnen den Frieden, die Freude und den Segen, die vom Mensch gewordenen Gottessohn am Weihnachtsfest ausgehen: Er möge als das große Gottesgeschenk in uns und unter uns in unseren Alltag hinein strahlen!

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Christoph Hegge
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Text: Weihbischof Christoph Hegge | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
23.12.2010

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