
Dank des frühen Termins haben selbst Berufstätige und Schüler Gelegenheit, teilzunehmen, zu beten und Kraft zu tanken.
Seit dem Mittelalter findet in aller Frühe eine "Goldene Messe" statt
Kraft tanken im adventlichen Lichtermeer
Goch. Die Gocher St.-Arnold-Janssen-Pfarrgemeinde pflegt einen mittelalterlichen Brauch: eine Marienmesse, morgens um 6 Uhr, im Kerzenschein.
Diese Atmosphäre gibt es kein zweites Mal. Da ist sich Gochs Pfarrer Günter Hoebertz von der St.-Arnold-Janssen-Gemeinde sicher. Fragt man ihn, warum die "Goldene Messe" im Advent nicht abends stattfindet, sagt er: "Da ginge die besondere Atmosphäre verloren." Die "Goldene Messe", die jährlich im Advent als Brauchtum gepflegt wird, beginnt um 6 Uhr in der Früh. "Dafür haben wir uns ganz bewusst entschieden", sagt Hoebertz. "Denn diese Zeit schenken wir Gott."
An einem festgelegten Vormittag in der Adventszeit steht die Gottesmutter im Fokus des Gottesdienstes. In aller Frühe machen sich die Kirchenbesucher auf den Weg, um bei Dunkelheit ausschließlich mit Kerzenlicht die Marienmesse zu feiern und dann den Tag zu beginnen.
Im Marienschiff der Maria-Magdalena-Kirche kommen Frauen und Männer in einem besonderen Rahmen zusammen: Goldene Gewänder und goldene Gefäße, die in Verbindung mit der Kerzenschein-Atmosphäre eine eigene Festlichkeit symbolisieren, gehören dazu.
"Wir möchten damit in dunklen Zeiten Kontrapunkte setzen", sagt der Pastor, der sich Jahr für Jahr auf ein ehrenamtliches Vorbereitungsteam für die "Goldene Messe" verlassen kann. Ursprung dieser Messe ist eine mittelalterliche Stiftung – mit dem Ziel, Goch durch das Gebet von der Pest zu verschonen. Neben der Fürbitte an die Muttergottes stand auch der Aspekt des Aufopferns im Vordergrund. Während das Opfer in früheren Zeiten darin bestand, viel Geld für die Kerzen zur Beleuchtung der Kirche bezahlen zu müssen, wird das Opfer heute symbolisch in Form des frühen Aufstehens erbracht.
"Es gibt nach wie vor Dunkelheit im Leben", sagt Hoebertz. "Mit der Messe wollen wir den Menschen ein Zeichen der Hoffnung schenken." Dank des frühen Termins haben selbst Berufstätige und Schüler Gelegenheit, teilzunehmen, zu beten und Kraft zu tanken inmitten der Kerzenschein-Atmosphäre.
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Text: Katrin Reinders | Foto: Archiv in
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