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21.05.2012
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Christkönigstreffen

Dechant Hubert von der Heide begrüßt Bischof Felix Genn und Weihbischof Heinrich Timmerevers zu dem traditionellen Christkönigsfest der Gemeinden aus Delmenhorst. Diesmal waren dort auch Vertreter der Dekanate Oldenburg und Wilhelmshaven zu Gast.

Bischof Genn besucht traditionelles Christkönigstreffen

Bischof dankt den "Leuchttürmen"

Delmenhorst. Das Christkönigstreffen der Gemeinden im Dekanat Delmenhorst hat eine lange Tradition. Bischof Felix Genn hat dieses Treffen jetzt erstmals besucht. Auf seinen Vorschlag hin waren auch Vertreter von Gemeinden aus den Dekanaten Oldenburg und Wilhelmshaven dabei. Der Bischof traf hundertfünfzig Menschen, die als katholische Christen in der Minderheit leben.

Mit einem deutlichen Dank für ihren Einsatz hat sich Bischof Felix Genn an die Christen in Nordoldenburg gewandt. Bei einem Treffen von hundertfünfzig Katholiken in Delmenhorst Sankt Marien sagte Genn, er wolle das Selbstbewusstsein der Katholiken in der Minderheit stärken – dafür sei er nach Delmenhorst gekommen.

Das traditionelle Christkönigsfest der Gemeinden im Dekanat Delmenhorst war erstmals um Vertreter der Gemeinden aus den Dekanaten Wilhelmshaven und Oldenburg erweitert worden.

Nur wenige Prozent

Damit war der ganze Norden des Bistums vertreten, der zum Teil in extremer Minderheit lebt, im Ammerland und im Friesland zum Beispiel mit einem Katholikenanteil von sechs Prozent. Sein Wort des Dankes wolle er mit dem Begriff des "Leuchtturms" in der besonderen Lage einer "Insel" füllen, sagte Bischof Genn. "Was sie in dieser Minderheitslage nicht alles leisten!" rief der Bischof den Teilnehmern zu.

Eindringlich warnte Bischof Genn davor, Diaspora rein "konfessionalistisch" zu verstehen, also nur abhängig vom Verhältnis der Konfessionen. Es gehe vielmehr ganz grundsätzlich um eine Antwort auf die einfache Frage Jesu: "Seid ihr für mich oder gegen mich?"

In Oldenburg wie in Wilhelmshaven und in Delmenhorst sei das der entscheidenden Punkt: "Wir sind hier Christen in der Minderheit, aber zusammen mit den Schwestern und Brüdern anderer Bekenntnisse."

Dieser Blick auf das Christsein an sich sei das "Fundament des Glaubens und der Kern der Ökumene", sagte der Bischof weiter. In der glühenden Liebe zu Christus werde man nie den Blick auf einzelne Reibepunkte zwischen den Bekenntnissen richten, sondern auf das Entscheidende, was die Christen verbinde.

Bischof Genn erinnerte an die besonderen Wurzeln der Kirche im Norden des Bistums; mit der Zuwanderung von Arbeitern beim Aufbau der Industrie Mitte des 19. Jahrhunderts und der Ankunft der Vertriebenen habe die Kirche den Menschen ein starkes Heimatgefühl in einer Zeit des Umbruchs vermittelt.

Die Kirche könne jedoch nie so etwas wie ein Heimatverein sein, betonte der Bischof. Gefragt sei immer das persönliche Bekenntnis: Warum bin ich Christ, ich persönlich? Dieser Frage müsse sich jeder Gläubige stellen, gerade bei den Krisen und Umbrüchen, vor denen die Kirche stehe. Da sei die Kirche im Norden des Bistums sicher schon weiter, betonte der Bischof. "Sie hier in ihrer Minderheitslage können den traditionellen Gemeinden anderswo etwas weitergeben, Erfahrungen, die man dort noch gar nicht kennt." Denn, so der Bischof: "Sie sind schon entschiedene Christen, sie leben ihren Glauben profiliert."

Zeichen der Stärkung

Sein Besuch in Delmenhorst sei als ein "Zeichen der Stärkung" zu verstehen, sagte Bischof Genn im Gespräch nach seiner Rede. Er berichte im westfälischen Teil des Bistums nur mit Hochachtung vom kirchlichen Leben im oldenburgischen Bistumsteil. Mit einem eindringlichen Appell wandte sich der Bischof an seine Zuhörerschaft: "Jeder von Ihnen hat eine besondere  Begabung für die Arbeit in der Kirche – entdecken Sie die, vielleicht auch bei anderen!" Ebenso nachdrücklich sagte er: "Trauen sie sich etwas zu, sie hängen nicht am langen Arm der Hierarchie!"

Sicher sei er als hauptberuflicher Amtsträger für die Einheit im Bistum zuständig und müsse viele Entscheidungen in diesem Sinne fällen. "Aber ich bin nicht einfach derjenige, der ihnen in den Gemeinden den Geldhahn zusperrt. Sondern ich will mit Ihnen die geistliche Gemeinschaft leben."

Sorge um Zuschuss

Am Vormittag, vor der Rede des Bischofs, waren die Teilnehmer in Gesprächsgruppen zusammengekommen. Dabei berichteten sie von ihrem Leben als Christen in der Minderheit. Verschiedene hatten dort geschildert, der Einsatz in der Gemeinde werde leichter sein, wenn die Kirche bei Schulung und Weiterbildung helfe, auch finanziell.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Franz Josef Scheeben in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
29.11.2010

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