
In seinem Haus hat der Marienbaumer Heinz-Josef Tack viele religiöse Darstellungen und Zeugnisse gesammelt.
Heinz-Josef Tack sammelt alte Darstellungen von Marienbaum
300 Jahre religiöse Ortsgeschichte
Xanten-Marienbaum. Heinz-Josef Tack hat eine Passion: Er sammelt religiöse Ansichtskarten und Objekte. In seiner Wohnung in Xanten-Marienbaum stehen zahlreiche Raritäten.
Wenn man das Haus von Heinz-Josef Tack betritt, erkennt man schnell, welche Passion der Marienbaumer verfolgt. Ob im Arbeitszimmer, dem Flur oder dem Weg hinunter in den Keller – überall an den Wänden finden sich Kupferstiche, Zeitungsartikel, Schriftstücke, Gebetsbilder und Ansichtskarten, die vor allem den Wallfahrtsort Marienbaum illustrieren.
Der Pfarrer war sein Vorbild
Seit mehr als 30 Jahren geht der 61-Jährige seiner Leidenschaft nach. Der Bezug zum Thema Religion und Heimatgeschichte entstand bereits in jungen Jahren. Als Messdiener hat ihn der damalige Pastor Gerhard Alsters, der selbst viele religiöse Gegenstände und Bildnisse gesammelt hat, an diese Themen herangeführt.
Nach dem Tod seiner Eltern fand Tack in dem Nachlass Fotos und eine Ansichtskarte von Marienbaum. Sie weckte seine Neugier. "Es muss doch noch weitere Karten geben", sagte er sich. Er suchte auf Trödelmärkten in der Umgebung, wurde aber zunächst nicht fündig. "Später habe ich einen Händler getroffen, der mir konkrete Kontakte vermittelte und mich zu Tauschbörsen mitnahm."
Tack sieht sich auch auf Auktionen um. Dafür fährt er bis nach Belgien und in die Niederlande, sogar nach Paris. Bei vielen Händlern wird er über die Jahre ein bekanntes Gesicht. Zunächst sind es Marienbaumer Karten – die älteste Ansichtskarte stammt aus dem Jahr 1896. Als sich aus dem Wallfahrtsort keine weiteren neuen Karten mehr finden lassen, sucht er andere Objekte. Besonders stolz ist er auf die Historie von Marienbaum. Die stammt aus dem Jahr 1711 und ist, wie ihm ein Antiquar bestätigte, eine Rarität. "300 Jahre geschriebene Geschichte kommen bei mir zusammen", erklärt er stolz. Doch Tack besitzt nicht nur Ansichtskarten. Seine Sammlung umfasst darüber hinaus viele religiöse Objekte.
"Schon meine Großeltern waren gläubige Menschen", sagt er. Die Familie Tack, eine alte Schneiderfamilie, lebt seit 1908 in Marienbaum. Der Großvater war 50 Jahre lang im Kirchenchor und Mitglied in vielen kirchlichen Gemeinschaften. "Meine Frau und ich sind ebenfalls überzeugte Christen. Der Glaube hat einen starken Einfluss auf unser Leben."
Marienbaum habe seinen religiösen Kern bewahrt, sagt Tack. Und als wolle er das untermauern, hat er im Garten ein Kreuz mit einem vergoldeten Korpus aufgestellt. An sein erstes religiöses Objekt kann er sich noch gut erinnern: "Das war ein kleiner Stich mit einer Gottesdarstellung." Im Mittelpunkt der Sammlung stehen vor allem Haussegen, die von den Bauern in den Ställen in früherer Zeit aufgehängt wurden. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1750.
Echtes Unikat
Zahlreiche Kupferstiche, Gebetsbilder und religiöse Bücher komplettieren die Sammlung. Allein 3.000 Totenzettel finden sich in seinem Privatarchiv. Im Lauf der Jahre haben ihm befreundete Sammler verschiedene Wallfahrtsexponate überlassen. Dagegen ist es ihm kaum gelungen, in Marienbaum selbst seine Sammlung zu ergänzen. Abgesehen von einer Ausnahme. "Im Jugendstilhaus einer früheren Lehrerin habe ich eine Urkunde aus dem Jahr 1891 gefunden, wo die kleine Marienbaumer Kirche noch aufgemalt ist und alle männlichen Schüler des Lehrers aufgeführt sind. Das ist ein echtes Unikat."
Wenn er sagen soll, was für ihn sein beeindruckendstes Sammlerstück ist, muss Tack nicht lange überlegen. Im Rahmen einer Auktion in Köln hat er ein Bildnis der Marienbaumer Kirche und der Muttergottes aus einem Gebet- oder Messbuch aus dem Jahr 1700 erworben. Insgesamt sind 160 Alben und Ordner zusammengekommen. Als Sachwalter der religiösen Geschichte des Orts versteht sich Tack schon. Dennoch hat er seine Sammlung nicht öffentlich gemacht. Er möchte seine Leidenschaft nicht an die große Glocke hängen.
Ob seine Arbeit einmal weitergeführt wird, weiß er noch nicht. "Der ältere Enkel ist schon neugierig und fragt nach", sagt Tack und schmunzelt. Er hofft, dass seine Sammlung zusammenbleibt. Vielleicht, so hofft er, findet sich ja in dem örtlichen Museum ein Plätzchen.
Mehr zum Thema auf kirchensite.de:
Text: Alexander Florié-Albrecht | Foto: Alexander Florié-Albrecht in
Kirche+Leben
13.09.2010
Bistumspartnerschaft
Der Grundstein für eine Partnerschaft zwischen den Diözesen Tula in Mexiko und Münster wurde auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom gelegt.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web