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18.12.2017
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Pfarrer Heinz-Norbert Hürter.

Kostbare, handbestickte Paramente, die aus Brautkleidern umgearbeitet wurden, zeigt Pfarrer Heinz-Norbert Hürter am 12. September 2010 in Goch-Kessel.

Frauen ließen Brautkleider zu festlichen Messgewändern umarbeiten

Handgenähte Kostbarkeiten ausgestellt

Goch-Kessel. Ehemalige Brautkleider der Frauen aus dem früheren Zisterzienserkloster Graefenthal bei Goch sind als Paramente im Gotteshaus St. Stephanus in Kessel zu sehen. Sie können beim Pfarrfest am Sonntag (12.09.2010) bewundert werden.

Für Pfarrer Heinz-Norbert Hürter aus Goch-Kessel sind die historischen Messgewänder außerordentlich aussagekräftig. Denn ihre Geschichte, vielmehr aber noch die der Frauen, die sich dahinter verbirgt, ist eine ganz besondere. Bei den Gewändern handelt es sich um ehemalige Brautkleider der Damen aus dem Graefenthaler Zisterzienserkloster. Sie sind handgearbeitet und sind als Paramente in der St.-Stephanus-Kirche im Gocher Ortsteil Kessel zu sehen.

Den Theologen fasziniert gerade das Schicksal hinter den Kleidern. "Es ist die Spannung zwischen dem Loslassen der eigenen Probleme und der Tatsache, den Kontakt zu gerade dieser eigenen Vergangenheit nicht völlig aufzugeben", sagt er. "So gaben die Frauen, die damals in das Kloster eintraten, ihr mit Verlust, Trauer, Problemen oder Ängsten behaftetes Brautkleid weg. Jedoch nicht ganz, denn es  blieb als Messgewand erhalten." Die meist adeligen Damen, die im 17. oder 18. Jahrhundert auf dem Klostergut Graefenthal eintrafen, hatten oft bereits eine Liebesgeschichte zu erzählen. Nach der Trennung von dem Geliebten – bedingt durch den Tod des Mannes oder durch den Standesunterschied, der eine Liebe unmöglich machte – brachten sie das aus der Aussteuer stammende Brautkleid in das Kloster mit.

"Dabei war das Kleid der Braut daran zu erkennen, dass es das wertvollste aller Festkleider war", sagt Pfarrer Hürter, "anders als heute waren diese Kleider nicht weiß." Stattdessen zieren vielfach Blumen und Farben die Gewänder, die teilweise durch die Bestickung mit Heiligenfiguren nun zu den kostbarsten Messgewändern gehören.

Wie die Gewänder von Graefenthal in das benachbarte Kessel kamen, lässt sich leicht erklären. "Der letzte Graefenthaler Kaplan war später, im Jahr 1821, als das Kloster längst aufgegeben worden war, Pfarrer in Kessel. Er hatte die Gewänder und zahlreiche Bücher mitgebracht", sagt Hürter. Die Paramente sind am 12. September, im Rahmen zweier Führungen um 11.30 Uhr und 14 Uhr, am Kaiser-Otto-Platz 12 zu sehen.

Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
13.09.2010

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