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17.05.2012
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Wegkreuz.

Das Wegkreuz haben Marianne und Franz Schulze Bremer aufgestellt.

Neues Kreuz am Hof der Familie Schulze Bremer in Rosendahl

Ein Ort der Ruhe

Rosendahl-Darfeld. In Rosendahl-Darfeld gibt es zahlreiche Bildstöcke, Hof- und Wegkreuze. Werner Garwers kennt die meisten. Er war auch der Familie Schulze Bremer behilflich, als sie ein neues Wegkreuz errichten wollte.
 
Werner Garwers ist 74 Jahre alt. 18 Jahre stand er dem Heimatverein Darfeld als erster Vorsitzender vor. Doch die Aufgabe dieses Amts bedeutete für ihn nicht, auch sein Interesse an seiner Heimat Darfeld fallen zu lassen.

Im Gegenteil: Der Bäckermeister im Ruhestand ist Feuer und Flamme für seinen Rosendahler Ortsteil. "Wir haben vor einigen Jahren sämtliche Kreuzwegstationen und Bildstöcke fotografiert. Die meisten Geschichten, die sich dahinter verbergen, kenne ich auch", berichtet er von seinem Steckenpferd. Aber in letzter Zeit hat ihn besonders das Wegekreuz der Familie Schulze Bremer beschäftigt. Sie haben auf dem Weg zu ihrem Hof ein neues Kreuz errichten lassen. "Es ersetzt das 160 Jahre alte Kreuz, das aber an anderer Stelle gestanden hat. Es befand sich auf dem Prozessionsweg von Darfeld zur Mutter Anna nach Höpingen", erzählt Garwert. Diese Prozession gebe es heute noch, führe aber seit 1940 über einen anderen Weg.

Äußerer Anlass für das neue Kreuz war ein runder Geburtstag von Marianne Schulze Bremer. "Statt Geschenke hatte ich mir Geld gewünscht, um ein neues Kreuz errichten zu können. Auf die Idee war ich gekommen, weil bei uns auf dem Dachboden der Korpus des alten Kreuzes lag, den ich auf dem Feld gefunden habe", erzählt die 57-Jährige.

Doch brauchte es noch ein paar Jahre, bis aus der Idee Realität wurde, denn "so ein Projekt muss wachsen. Ein guter Standort muss gefunden werden und jemand, der das neue Kreuz und den neuen Korpus erstellen kann", erzählt sie weiter. Diesen Jemand fand Schulze Bremer in Heinrich Hackenfort aus Rosendahl-Holtwick. "Er hat das wunderbare Triumphkreuz für die St.-Nikolaus-Kirche in Holtwick geschnitzt", berichtet Gawert. Als Schulze Bremer es gesehen hatte, wusste sie, dass der 75-Jährige der richtige Mann für ihr Anliegen sei. Nach anfänglichem Zögern habe er zugesagt, denn er habe noch nie einen Korpus geschnitzt.

"Aber er hat es wunderbar gemacht. Die Eichenbalken für das Kreuz stammen von unserem Hof. Sie lagen lange in der Ecke, aber wir haben sie nie weggeworfen, weil wir gedacht haben, dass wir sie vielleicht noch einmal gebrauchen könnten. Es sollte wohl so sein", berichtet die gelernte Oecotrophologin. Der Korpus ist aus Berg-Ahorn geschnitzt, ein besonders hartes Holz. Auch die Nachbarn haben sich beteiligt. "Sie haben für das Kreuz gespendet und eine Eiche gepflanzt", sagt Schulze Bremer.

Zahlreiche andere Wegkreuze hat sich die Familie angesehen. Beim eigenen war ihnen wichtig, dass das Areal rund um das Glaubenszeichen offen und ansprechend gestaltet wird. Seit dem 25. April steht es nun weithin sichtbar unter den Bäumen. "Es wird gut angenommen. Oft halten Gruppen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß vorbeikommen", hat Schulze Bremer beobachtet. Auch eine Kinderwallfahrt der Gemeinde St. Nikolaus habe bereits Station an dem Kreuz gemacht.

Aus Interesse hat Gawert Marianne Schulze Bremer begleitet. "Er hat uns in unserem Vorhaben unterstützt und viel dazu beigetragen, dass alles gut auf den Weg gebracht wurde", lobt sie das Engagement des Heimatforschers. Jeden Tag geht sie zum Kreuz. Dort spricht die vierfache Mutter ein Gebet. "Es ist jedes Mal ein besonderer Gang. Früher bin ich mit den Kindern auch immer ins Feld zum alten Kreuz gegangen." Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, Tradition und Werte zu erhalten. Zudem wolle sie mit der Errichtung ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. "Für die älteren Generationen, aber auch für uns. Dass unsere Kinder groß geworden sind, dass wir gesund sind und vieles mehr", betont Schulze Bremer.

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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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