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16.05.2012
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Marien-Bildstock.

Den vor mehr als 100 Jahren errichteten Marien-Bildstock ließ die "Interessengemeinschaft Marienbild" in Ochtrup restaurieren.

Der Marien-Bildstock in der Ochtruper Bauerschaft Oster

Verbunden mit den Vorfahren

Ochtrup. Fragt man die Menschen in der Ochtruper Bauerschaft Oster nach ihrem Wahrzeichen, dann bringen sie spontan das Marienbild ins Gespräch. Dieser bekannte Bildstock ist sowohl Stätte der Begegnung und der Andacht als auch Treffpunkt und Orientierungspunkt. Ein Stück Heimat, mit dem sich alle Bewohner der Oster identifizieren. So wie es einst ihre Vorfahren taten, als sie das Marienbild als Zeichen der Volksfrömmigkeit errichteten.

"60 Bewohner der Oster-Bauerschaft setzten der Gottesmutter dieses Denkmal im Jahre 1909", ließen die Bauern vor mehr als 100 Jahren in die Rückwand des Bildstocks eingravieren. Die heutigen Oster-Bewohner schenkten ihrem Marienbild im vergangenen Jahr zum 100. Geburtstag eine Verjüngungskur. Mit den Restaurierungsarbeiten des Bildstocks aus Französischem Muschelkalk beauftragten sie die Steinmetzfirma Paetzke. Die Rundumsanierung war dringend erforderlich, denn Wind und Wetter hatten im Lauf der Zeit kräftig am Marienbild genagt. "Die Oberfläche des Gesteins war stark verwittert. An einigen Stellen platzte das Material ab, und der Marien-Statue waren einige Finger abgebröckelt", sagt Ludger Struck. Er gehört dem Ausschuss der "Interessengemeinschaft Marienbild" an.

Gemeinsam mit dem Schützenverein Oster hat sich die Interessengemeinschaft für die kostenträchtige Restaurierung stark gemacht. Sie haben eigene Spenden und Sponsorengelder zusammengetragen und erfolgreich beantragt, dass das Marienbild in die Denkmalliste der Stadt Ochtrup eingetragen wurde. So gab es noch einen Zuschuss aus der städtischen Haushaltskasse. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Lenderich, die ebenfalls zur Interessengemeinschaft gehört, bezeichnet den Bildstock als ein Stück Kulturgut für die Stadt.

"Unsere Vorfahren haben dieses Denkmal errichtet. Uns ist es ein Anliegen, dass es erhalten bleibt", bemerkt der Vorsitzende des Schützenvereins Oster, Werner Scheipers.

Im Zug der Sanierungsarbeiten entdeckten die Restauratoren im Sockel des Denkmals eine Flasche, in der eine beschriftete Leinenbanderole steckte. Leider ist die Schrift stark verblasst. Eine Restauratorin und das Archiv des Landschaftsverbands versuchten vergeblich, den Text zu deuten. Lediglich ein paar Namen konnten entziffert werden. Vermutlich handelt es sich um die Namen jener Menschen, die das Marienbild 1909 errichten ließen. "Irgendwann", sagt Ludger Struck, "werden wir das noch herausfinden."

 Auf die gelungene Restaurierung dürfen die Bewohner der Oster jedenfalls stolz sein. Ihre Verbundenheit mit dem Marienbild findet auch bei Pfarrer Josef Wichmann Anerkennung: "Das Marienbild zeugt von einem starken Glauben der in der Oster wohnenden Menschen. Früher wie heute", betonte er bei der Segnung des restaurierten Glaubenszeichens.

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Text: Irmgard Tappe | Foto: Irmgard Tappe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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