
Der neue Regionalbischof für den Niederrhein: Wilfried Theising.
Im August wird Wilfried Theising zum Bischof geweiht
Erfahrener Seelsorger mit geistlicher Tiefe
Xanten. Mit großer Freude und guten Erwartungen sieht die Region Niederrhein ihrem künftigen Regionalbischof Wilfried Theising entgegen.
Spätestens nach seiner Bischofsweihe im August wird Wilfried Theising den Wohnort wechseln und das Bischofshaus in Xanten beziehen. "Ich freue mich sehr auf den Niederrhein. Der Wallfahrtsort Kevelaer ist ein wichtiger Ort für mein Leben geworden", sagt er. Theising, der seit sieben Jahren Propst der Borkener Gemeinde St. Remigius und Kreisdechant für das Kreisdekanat Borken ist, empfindet den Wechsel an den Niederrhein als eine gute Entscheidung: "Ich bin froh, dass so entschieden worden ist. Ein Neuanfang bringt viele Vorteile."
Unbefangen anfangen
Viele Kirchenvertreter sahen ihn als einen Weihbischof-Kandidaten für die Region Borken-Steinfurt, doch in diese Region hat es den gebürtigen Wettringer nicht gedrängt: "Nun kann ich unbefangen meine neue Aufgabe wahrnehmen. Meiner Borkener Gemeinde wünsche ich, dass sie zuversichtlich nach vorn schaut und recht bald einen neuen Propst bekommt."
Die Freude ist auch in der ganzen Familie groß. "Wir freuen uns riesig und sind auch ein wenig stolz", sagen die Eltern Anni und Gustav Theising und seine Geschwister Franz-Josef Theising, Reinhild Flothmann, Mechthild Heckmann und Susanne Koers. "Mein Bruder war in Borken stark engagiert. Er ist mit Leib und Seele Priester und Seelsorger", sagt Mechthild Heckmann. Mutter Anni Theising hofft, dass ihr Sohn noch Zeit finden kann, den elterlichen Bauernhof zu besuchen. Einer, der Theising seit vielen Jahren kennt, ist sein künftiger Nachbar in Xanten, Propst Alfred Manthey, Pfarrer der Gemeinde St. Viktor. Er spricht von einer besonderen Zuneigung zu dem Jüngeren, den er als Subregens in Münster zur Diakon- und Priesterweihe begleitete. Und noch eine Verbindung gibt es:
Beide sind Pröpste, zwei von acht im Bistum, die sich jährlich am Dreifaltigkeitssonntag treffen. Zuletzt sahen sie sich am Tag vor Bekanntgabe der Bischofsernennungen, Theising wusste gerade von seiner Ernennung, schwieg aber.
Alfred Manthey hofft darauf, dass der 47-Jährige in einer Zeit der großen Fragen und Verunsicherungen brüderliche Zusicherung und Impulse geben kann, "damit wir nicht nur Bewahrer sind, sondern mit ihm vorangehen. Die Weihbischöfe haben eine große Leitungsverantwortung. Sie sind uns wichtige Vertrauensmänner und Weggefährten, die uns mit spiritueller Ermutigung stärken", sagt er. Achim Klaschka, Pfarrer in Moers St. Josef und Dechant im Dekanat Moers, weist darauf hin, dass die Region Niederrhein unterschiedlich gefärbt ist, eher ländlich im Kreisdekanat Kleve und eher industriell im Kreisdekanat Wesel. "Die Menschen bei uns sind anders geprägt. Wir haben mit mehr Kirchenferne zu tun und erleben Abbruch besonders bei Jüngeren. Hier braucht unsere Kirche missionarische Impulse. Wir müssen auf die Menschen zugehen."
Auf den Regionalbischof freut sich Hermann Hengstermann, Vorstand im Caritasverband Geldern-Kevelaer. "Wir bekommen einen Weihbischof mit breiter pastoraler Erfahrung in der Gemeindearbeit, der viel Wert auf die persönliche Begegnung mit Menschen legt." Das verbinde ihn mit der Caritasarbeit als gelebtes Glaubenszeugnis, immer nah bei den Menschen zu sein, die den Halt der Kirche suchten. Hengstermann wünscht sich "einen lebendigen Austausch über die Sorgen und Nöte der Menschen".
Stefan Zekorn, Wallfahrtsleiter und Pfarrer an St. Marien Kevelaer, nennt Wilfried Theising "eine Persönlichkeit von großer geistlicher Tiefe, menschlicher Zugewandtheit und klarer Entscheidungsfreudigkeit". Als langjähriger Pfarrer habe Theising große pastorale Erfahrung und kenne die Chancen und Schwierigkeiten der kirchlichen Situation aus eigenem Erleben. "Dem Wallfahrtsort Kevelaer ist er seit langem verbunden. Er ist oft mehrmals im Jahr zum Gnadenbild der 'Trösterin der Betrübten' gepilgert."
Kreisdechant Propst Theodor Michelbrink sagte in Kleve: "Ich freue mich, dass Wilfried Theising an den Niederrhein kommt. Er ist ein erfahrener Mann, der in mehreren Pfarreien gearbeitet hat." Zudem freue er sich für Weihbischof Heinrich Janssen, der nun kürzer treten könne.
Und Weihbischof Heinrich Janssen? Er ist voller Freude und scherzt, künftig werde es seine Aufgabe sein, "mit weniger Arbeit lange auszukommen". Diese Aufgabe will er beruhigt tun, denn auch er, der zeitgleich mit der Namens-Bekanntgabe der künftigen Weihbischöfe emeritiert wurde, sagt über seinen Nachfolger: "Wir bekommen einen erfahrenen Seelsorger."
Wilfried Theising bringe nach seiner Zeit als Propst und Kreisdechant die Qualitäten und die Begabung mit, um die Region gut zu leiten. Seine Aufgabe sei es vor allem, bei den Menschen zu sein. Auch Weihbischof Janssen weist auf die Anforderungen in den unterschiedlich geprägten Landstrichen hin.
"Samstags eine Firmung in Walsum und sonntags eine in Twisteden – das sind zwei verschiedene Welten." Heinrich Janssen hat den Spagat gemeistert, und er ist sicher, dass Wilfried Theising ebenfalls alle Anlagen hat, große Schritte zu gehen.
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Text: Delia Evers, jka | Foto: Michael Bönte in
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14.06.2010
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