
Zum Weihbischof ernannt: Domkapitular Dieter Geerlings.
Dieter Geerlings stammt aus dem niederrheinischen Emmerich
Auf den Spuren von Weihbischof Josef Voß
Emmerich. "Ein lernender Bischof in einer lernenden Kirche, der religiös sensibel ist" – so möchte Domkapitular Dieter Geerlings sein neues Amt als Weihbischof der Region Coesfeld-Recklinghausen ausfüllen. Das sagte Geerlings kurz nach seiner Ernennung in Münster. Er hofft, dass er etwas von dem, was der kürzlich verstorbene Weihbischof Josef Voß geschaffen hat, mit eigenen Beiträgen fortführen kann. "Voß bleibt für mich ein unerreichbares Vorbild", sagte Geerlings. Es sei ihm "sehr nahe gegangen", dass er nun sein Nachfolger werden solle. Sein neues Amt werde er aber nach der Bischofsweihe Ende August mit Zuversicht antreten.
"Er ist ein kluger, talentierter Mann, dem nach dem Tod von Josef Voß in der Bistumsleitung große Bedeutung zukommt", sagt Weihbischof Heinrich Janssen. Als Vorsitzender des Diözesancaritasverbands besitze er wichtige Kenntnisse, wenn es um kirchliche Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Kindertagesstätten gehe. Janssen freut sich auch persönlich sehr. Als er 1986 als Weihbischof an den Niederrhein gezogen sei, habe Geerlings schon zwei Jahre dort als Regionalvikar gearbeitet. Eine schöne Zeit sei das gewesen, erinnert er sich. Geerlings sei ein Mann, der sich gerade in Fragen des Lebens auskenne.
Geerlings wird eine gewisse Bodenständigkeit nachgesagt. Schon sein Geburtsort spricht dafür. Geerlings wird am 15. Juli 1947 in Emmerich geboren, im Stadtteil Leegmeer wächst er auf. Dort besucht er die Grundschule, später das Willibrord-Gymnasium, das damals noch eine reine Jungenschule ist. Am 20. Mai 1973 wird er in Münster zum Priester geweiht. Seine erste Kaplansstelle tritt er 1973 in Bocholt St. Georg an. Vier Jahre später wechselt er als Kaplan nach Kleve (Kellen) St. Willibrord. 1979 wird er Geistlicher Leiter und Diözesanpräses der KJG im Bistum Münster und Subsidiar in Münster St. Konrad, 1980 Vikar in Herten (Westerholt) St. Martinus und 1984 Regionalvikar für die Region Niederrhein und Rektor der Kapelle des St.-Norbert-Hauses in Xanten. Obwohl er seit 1988 an der Spitze des Diözesancaritasverbands steht, hält Geerlings immer Kontakt in seine Heimat. "Dieter Geerlings ist in Emmerich durchaus kein Unbekannter", sagt Peter Kossen, Pfarrer in Emmerich St. Christophorus. Es gibt verwandtschaftliche Beziehungen, und auch nach vielen Jahren "in der Fremde" fühlt Geerlings sich seiner Heimatstadt immer noch verbunden.
"Vor 14 Tagen hat Geerlings mit der Diözesanversammlung der Vinzenz-Konferenzen in seiner Heimatkirche Heilig Geist einen Gottesdienst gefeiert und den Gottesdienstbesuchern die Besonderheiten der Heilig-Geist-Kirche in Emmerich erklärt", erinnert sich Kossen. "Dieter Geerlings wird als bodenständiger Seelsorger geschätzt, nüchtern und praktisch, mit der Aufmerksamkeit für die Nöte der Menschen, mit einer guten Art, Menschen anzusprechen, und mit dem für Emmericher typischen Schalk im Nacken. Er beherzigt die niederrheinische Weisheit: 'Tu man normal, dat is jeck genug.' Viele Leute in unserer Gemeinde freuen sich über die Ernennung von Dieter Geerlings zum Weihbischof und wünschen ihm, dass er auch im neuen Amt sich selbst, seinen Wurzeln und Anliegen treu bleiben kann."
Über seine Ernennung zum Weihbischof hat sich auch Hildegard Winters aus Xanten sehr gefreut. Die seit 1977 in der Pfarrgemeinde St. Viktor arbeitende Pastoralreferentin kennt ihn seit seiner Zeit als Regionalvikar. Während sie in der Propstei arbeitet, hatte Geerlings sein Domizil wenige Meter weiter im Bischöflichen Haus.
"Dieter Geerlings hat eine sehr herzliche und menschenfreundliche Art", sagt sie. "Er ist unkompliziert und direkt." Seine Ernennung war für Winters zunächst eine Überraschung. Ihn habe sie nicht auf der Rechnung gehabt. "Er geht in Schuhen des verstorbenen Weihbischofs Josef Voß", sagt sie. Winters kennt Geerlings als jemand, der den Menschen zugewandt ist, vor allem den Menschen in Not. "Es ist gut, dass der Papst ihn ernannt hat."
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