
In der internationalen Kochgruppe von Migrantinnen und "einheimischen" Frauen in Vreden wird nicht nur zusammen gekocht, sondern miteinander geredet, Neuigkeiten ausgetauscht und sich gegenseitig das Herz ausgeschüttet.
Erfolgreiches Integrationsprojekt für Migratinnen in Vreden
Angekommen in einem fremden Land
Vreden. "Ankommen in der Fremde" lautet der Titel des Vredener Integrations-Projekts und des gleichnamigen Buchs, für das die beiden Projekt-Leiterinnen Ria Sönnekes und Marita Geelink kürzlich beim Bezirkstag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Vredener Pfarrheim mit der Ehrenamtsplakette ausgezeichnet wurden. Unterstützt wird das Integrationsprojekt unter anderem von der Pfarrgemeinde und den karitativen Diensten.
Ria Sönnekes hatte als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vreden im Projekt vom Gleichstellungsbüro Vreden, dem Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken und der Öffentlichen Bücherei sowie im Auftrag des Vredener Bündnisses für Familie gemeinsam mit Marita Geelink und vielen Ehrenamtlichen die Lebensgeschichten von Vredener Migrantinnen festgehalten. "Das Projekt ging über dreieinhalb Jahre, und die Idee dazu entstand in der internationalen Kochgruppe, zu der sich seit 2001 Frauen aus aller Welt regelmäßig treffen", erläutert Ria Sönnekes, die auch als Kirchenvorstandsmitglied der Gemeinde St. Georg tätig ist.
Im Dezember vergangenen Jahres präsentierten die am Projekt beteiligten Frauen ihr Buch "Wir haben viele Gesichter, wir haben viel erlebt – Ankommen in der Fremde" im Vredener Rathaus mit einer eindrucksvollen Veranstaltung vor 140 Gästen. Die Migrantinnnen, die aus 14 unterschiedlichen Ländern stammen und im Buch ihre ganz persönlichen Lebensgeschichten erzählen, hatten sich anlässlich der Buchpräsentation mit ihren prachtvollen Landestrachten geschmückt.
Begegnungen auf Augenhöhe
Im Buch "Ankommen in der Fremde" erfährt man, dass die Frauen ihre Heimat aus ganz unterschiedlichen Gründen verließen. Manche der Liebe wegen, andere wegen der Arbeit oder auch aufgrund von Krieg, Verfolgung und Unterdrückung. Es handelt sich um Mutmachgeschichten für Begegnungen auf Augenhöhe. Das Aufeinanderzugehen im Projekt erforderte viel Fingerspitzengefühl. Man hat Vertrauen aufgebaut, die Frauen erinnerten sich an schöne und manchmal auch schmerzhafte Ereignisse in ihrer Vergangenheit und bei ihrem Ankommen in Vreden. Sie führten intensive Gespräche mit ihren ehrenamtlichen Schreib-Partnerinnen Andrea Dünne, Annette Khatib, Evelyn Larbig, Christiane Lechtenberg, Magdalene Rajab, Petra Schmitt, Rita Umme, Anne Winter-Weckenbrock und Monika Wispel.
"Die Partnerinnen halfen ihnen dabei, die Geschichten in Worte zu fassen. Außerdem enthält das Buch die persönlichen Kochrezepte aus dem jeweiligen Heimatland der Frauen, die unter anderen aus dem Kongo, aus Kolumbien, dem Königreich Bhutan, den Niederlanden oder aus Kasachstan stammen", erläutert Ria Sönnekes.
Die Lebensgeschichten der 14 Frauen sind eindrucksvoll und erzählen von ihrer Vergangenheit in der Heimat, ihren Ängsten im "fremden" Vreden, aber auch von neuem Lebensmut und guten Menschen, die sie in Vreden getroffen haben. Der bewegende Einblick in ihr Leben wie zum Beispiel bei Erna, die als Deutschstämmige aus Kasachstan ausgewandert ist, zählt genauso dazu wie heitere Episoden über das Zusammentreffen von unterschiedlichen Kulturen.
Austausch in der Kochgruppe
"Der Austausch von Migrantinnen und aus Vreden stammenden Frauen geht in der internationalen Kochgruppe weiter. Wir haben in den vergangenen Monaten viele positive Rückmeldungen zu unserem Buch bekommen und sind von der Resonanz des Integrations-Projekts überwältigt. Viele, die das Buch gelesen haben, sagten, sie sehen die Frauen jetzt mit ganz anderen Augen. Alle am Projekt Beteiligten wünschen den Frauen, dass sie irgendwann sagen können: Wir sind angekommen", sagt Marita Geelink.
Die erste Auflage des Buchs "Wir haben viele Gesichter, wir haben viel erlebt – Ankommen in der Fremde" ist bereits vergriffen. Zurzeit werden 1.000 Exemplare nachgedruckt, die in Kürze im Bürgerbüro der Stadt Vreden und in der Buchhandlung Schaten erhältlich sind.
Text: Annegret Rolvering | Foto: Annegret Rolvering in
Kirche+Leben
31.05.2010
Neue Kirche in Schillig
Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
im "
Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie
Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Werner Fusenig
fusenig
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web