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11.02.2012
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Künstlerin Claudia Brunke-Gregory.

Die Künstlerin Claudia Brunke-Gregory aus Ahaus zeigt ein Priestergewand, das derzeit im Dormitorium in Legden-Asbeck ausgestellt ist. Die kunstvolle Umsetzung folgt dem Bibelvers aus dem Römerbrief: "Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende" (Röm 14,9).

Ausstellung im Dormitorium in Legden-Asbeck

Bemalte Seide für die Liturgie

Ahaus / Legden-Asbeck. Wandbehänge, Altar- und Kanzelbehänge, Priestergewänder und Stolen sind die Werke der Ahauser Künstlerin Claudia Brunke-Gregory. Seit mehr als zehn Jahren gestaltet sie diese Werke in der Technik der Seidenmalerei. Im romanischen Ambiente des Dormitoriums in Legden-Asbeck zeigt die Künstlerin einige Exponate ihrer textilen Kirchenkunst.

Paramente heißen die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwändig gestaltet sind. Ob für die Gewänder und Stolen der Geistlichen oder für die Behänge von Altar und Ambo: Textilien finden vielfach Einsatz in der christlichen Liturgie.

Für mehrere evangelische und katholische Gemeinden im Münsterland gestaltete die Ahauser Künstlerin Claudia Brunke-Gregory zahlreiche Textilien in der Technik der Seidenmalerei. "Für die Entstehung eines Werks werden mit den Auftraggebern – das sind zumeist die Gemeinden oder die Pfarrer – Glaubensvorstellungen diskutiert. In einem Prozess werden Farben und Formen entwickelt, die das liturgische Handeln in Messe und Gottesdienst begleiten. Dieser Dialog ist wesentliche Bedingung, dass die Werke durch ihre Ästhetik den Menschen Botschaft und Begleitung vermitteln", sagt die 51-jährige Künstlerin. Sie fertigte zahlreiche Paramente und Antependien, wie die Altar- und Kanzelbehänge bezeichnet werden, an. Auftraggeber waren etwa verschiedene Kirchen des Münsterlands und die Ahauser Gemeinden, für die sie einen Behang zum Weltgebetstag der Frauen malte.

Für eine evangelische Kirche malte sie ein Parament, das auf das Pfingstfest hinweist (siehe Bild): Grundfarbe ist Rot als die Farbe des Feuers und der Liebe. Man erkennt Menschen unter dem Einfluss des Heiligen Geistes, der kraftvoll und behutsam aus vereinzelten Menschen eine Gemeinschaft macht. Auf dem angedeuteten Halbrund der Erde ist eine Flamme zu sehen. Es ist die Flamme der Begeisterung und der Liebe. Diese Flamme findet sich in jeder gemalten Person wieder. Im Lichtkegel des Heiligen Geistes, dargestellt durch eine Taube, wird eine Menschengruppe vom Heiligen Geist erfasst. Im Hintergrund ist das Kreuz zu sehen. Der Tod ist durch Christus überwunden.

Die in der Ausstellung zu sehenden Werke sind zumeist Leihgaben der Kirchen. Darunter befindet sich auch ein Antependium aus der katholischen Kirche St. Georg in Saerbeck. Der Altarbehang war ein Geschenk der evangelischen Gemeinde "Arche". "In Saerbeck habe ich bei meinen Gesprächen eine gute Ökumene erlebt. Das Geschenk fand damals ein großes Echo", sagt Brunke-Gregory. Das Antependium zeigt die Krippenszene im Alpha und Omega und ein helles Kreuz. Im Hintergrund sind die katholische und evangelische Kirche in Saerbeck, das Altenheim und die Schule zu sehen.

Ausgestellt ist auch ein Primizgewand. "Der Wunsch des Auftraggebers war ein weißes Gewand mit einem aus der Erde kommenden Weinstock in T-Form und mit grünen Trauben. Auf der Vorderseite sollte eine senkrechte Weinrebe dargestellt sein", erklärt die Künstlerin. Das Gewand nimmt Bezug auf die Bibelstelle: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" (Joh 15,5).

Ein Anliegen der Ausstellung ist es, aufzuzeigen, dass die Gemeinden in der Auswahl der textilen Kirchenkunst neue Wege gehen können, ohne dabei die altvertrauten Motive aus den Augen zu verlieren. In der Paramentik können Entwicklungen der christlichen Traditionen deutlich werden.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 18. Juni 2010. Geöffnet ist das Dormitorium samstags und sonntags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 02566 / 909419.

Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
25.05.2010

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