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17.05.2012
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Dechant Theodor Prießen.

Dechant Theodor Prießen.

Pfingsten fusionieren die drei Pfarrgemeinden in Kerken

Die Stunde der aktiven Laien

Kerken. Pfingsten werden in Kerken die drei Pfarrgemeinden zu einer neuen fusioniert. Die Kirche vollzieht dann das, was die Kommunen schon vor Jahren auf den Weg gebracht haben.

"Stark vor Ort – stark im Ganzen – Christus in Allem." So lautet der eigens zum Pfingstfest komponierte Kanon, den die Kerkener Gläubigen im Festhochamt singen werden. Das Lied wird nicht nur wegen des kirchlichen Hochfestes aufgeführt. Am Pfingstsonntag (23.05.2010) wird im Rahmen der Eucharistiefeier eine neue Gemeinschaft in Aldekerk besiegelt: Die Pfarrgemeinden St. Thomas Stenden, St. Dionysius Nieukerk und St. Peter und Paul Aldekerk fusionieren – so die Entscheidung von Bischof Genn – zur Pfarrei St. Dionysius Kerken. Zur Pfarrkirche wird St. Peter und Paul in Aldekerk erkoren. In der neuen Pfarrgemeinde St. Dionysius Kerken leben künftig 8.200 Katholiken in drei Seelsorgebezirken.

"Leider kommt die ehemals kleinste Pfarrgemeinde St. Thomas Stenden mit 894 Christen zu kurz. Aber vielleicht gelingt es, die Stendener wenigstens im neuen Logo hervorzuheben. Letztlich soll alles, was den Menschen lieb ist, wertgeschätzt werden", sagt Pfarrer Theodor Prießen.

Vereine bleiben eigenständig

Die personelle Situation nach Verabschiedung des Aldekerker Geistlichen Wolfgang Spindelmann stellt sich nach den Worten von Prießen so dar: "Vorgesehen sind 1,5 Priester- und 1,5 Pastoralreferentenstellen", sagt Prießen, der auch das Amt des Dechanten übernimmt. Momentan unterstützen den Geistlichen Pater Abraham Kongampuzha und Pater Joseph Mani Nivathuparanpil, Diakon Johannes Siebers und der emeritierte Pfarrer Rinus Speek.

Die Gottesdienstzeiten am Wochenende bleiben unverändert. Vor dem Hintergrund der anstehenden Zusammenlegung war bereits der Wahltermin für den Pfarrgemeinderat und den Kirchenvorstand in Kerken auf den November 2010 verlegt worden.

Das Thema "Großpfarrei" ist für die Kerkener nicht neu. "Eine Zusammenlegung war bereits vor zehn Jahren einmal vorbereitet, aber 2001 doch nicht vollzogen worden. Die Pfarrstellen in Nieukerk und Aldekerk wurden mit den Geistlichen neu besetzt", erinnert sich Pastor Prießen.

Verbandsmitglieder aus Nieukerk, Aldekerk und Stenden haben den Pfarrer anlässlich der Zusammenlegung bereits angesprochen: "Werden wir jetzt alle zusammengelegt?", lautete die bange Frage. Generell gebe es solche Überlegungen nicht, erwiderte Prießen. Er frage die Mitglieder stattdessen: "Sind wir als kleine Gruppe lebensfähig?" Nach den Erfahrungen von Prießen gibt es aus der praktischen Arbeit der KAB oder KFD viele gelungene Beispiele, wie gemeinsam Wege gesucht würden, für die Gemeinde zu wirken.

"So wie es sich im Moment darstellt, bleiben wir als Frauengemeinschaft eigenständig. Ein Beispiel für gemeinsames Wirken ist das Schmücken der Pfarrkirche in Aldekerk zu Pfingsten. Frauen aller drei Gemeinschaften trafen sich zum Röschendrehen", sagt Elisabeth Bossmanns von der Frauengemeinschaft Aldekerk. Noch ist es nach den Worten von Bossmann zu früh, die Perspektive der Fusion zu beurteilen. Aber die Frauengemeinschaft unterstützt die Verbindung hoffnungsvoll. "Wenn wir zusammenarbeiten, mache ich auch mit: Unter diesem Blickwinkel begleiten manche Katholiken in Kerken mit vielen Talenten und Fähigkeiten die Arbeit in der Pfarrgemeinde", sagt Prießen.

Franz-Ulrich Bercker aus Stenden sieht für St. Thomas, die ehemals südlichste Pfarrei im Bistum, die Fusion als letzten logischen Schritt. "Wir mussten lange ohne eigenen Pfarrer zurechtkommen und sind gewöhnt, flexibel zu sein. In den letzten sieben Jahren sind wir zu einer Seelsorgeeinheit mit den anderen Gemeinden zusammengewachsen", beschreibt der Stendener die Situation aus seiner Sicht. Er appelliert an alle Kerkener Katholiken, sich an dem Wachstumsprozess zu beteiligen. "Denn: Wir alle sind Kirche."

Aus seiner Sicht müsste aus pastoralen Gründen das pastorale Team unbedingt aufgestockt werden, mindestens um die Stelle eines Personalreferenten. Auch die Pfarrsekretärinnen in den Seelsorgebezirken sind seiner  Meinung nach für die Seelsorge unerlässlich. Nur so sei eine Anlaufstelle vor Ort für die alltäglichen Belange gewährleistet. Und sein letzter Wunsch: "Ich wünsche mir, dass die Laien aktiver werden. Wir müssen jetzt viele wachrütteln, sich zu engagieren", sagt Bercker.

Bindung junger Christen

"Die Messdienerschar mit 60 Jungen und Mädchen in Aldekerk und fast doppelt so vielen in Nieukerk ist eine starke Gruppe. Die Messdiener besitzen eine starke Dynamik und binden gerade die jungen Christen", sagt Prießen. Bei allen Schwierigkeiten ist der Pfarrer zuversichtlich. Denn es gibt schon erfreuliche Entwicklungen: So wurden die Stationen der Fronleichnamsprozession gemeinsam vorbereitet. Im Mai pilgerten die Kerkener zur fünften gemeinsamen Wallfahrt nach Kevelaer. Prießen weiß, dass Kreativität gefragt ist, wenn schwierige Probleme auf der Tagesordnung stehen. Zum Beispiel wenn der Titel nach einem gemeinsamen Namen für die ehemaligen Pfarrbriefe "Domglocke", "Impulse" und "Spräkbaas" gesucht wird.

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Text: Helena Gerbecks | Foto: Helena Gerbecks in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
21.05.2010

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