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11.12.2018
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Marien-Kapelle.

Liebevoll gestaltet haben die Mitglieder des Heimatvereins die Marien-Kapelle.

Die Marienkapelle in Rosendahl-Holtwick

Ein würdiger Platz

Rosendahl-Holtwick. Vor zehn Jahren errichteten Mitglieder des Holtwicker Heimatvereins eine Marienkapelle in dem Rosendahler Ortsteil. Viele Menschen machen seitdem Halt, um vor der Muttergottes zu beten.

Auf dem Tisch liegt ein dicker Aktenordner. Fotos, Unterlagen, Zeitungsausschnitte und handschriftliche Notizen finden sich darin. "Ich habe alles dokumentiert", sagt Ludger Berning und blättert in dem Werk. Er ist einer von 220 Mitgliedern im Heimatverein Holtwick und war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender. Gemeinsam mit Karl Wilde, er war 25 Jahre lang als Vorsitzender aktiv, hat er die Marienkapelle in dem Rosendahler Ortsteil initiiert.

Die Idee, eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter zu errichten, nahm ihren Ursprung 1992. Doch dauerte es acht Jahre, bis der Traum von der Kapelle realisiert werden konnte. "Am Tag des Denkmals im September 1992 hat uns der damalige Pfarrer Hans-Helmut Ricken auf eine Sitzmadonna aufmerksam gemacht, für die er einen neuen Platz suchte", erzählt Berning. Die Idee, eine Kapelle zu bauen, entstand. Auch einen Platz hatten die Aktiven des Heimatvereins bereits im Auge. In dem Neubaugebiet nah dem "Holtwicker Ei" – dem großen eiszeitlichen Findling und Wahrzeichen von Holtwick – gab es ein kleines Grundstück im Kreuzungsbereich Markenwaldstraße und Kämpenweg. "Es war ein idealer Platz, der aber damals mehr als wilde Müllkippe genutzt wurde. Keiner kümmerte sich darum", erzählt Wilde. Das Grundstück gehörte der Familie Droste zu Vischering aus Darfeld. Berning setzte sich mit dem Eigentümer, der Stadt und dem Amt für Denkmalpflege in Verbindung und erhielt grünes Licht für das Vorhaben des Heimatvereins. Allerdings dauerte es dann noch seine Zeit, bis die Mitglieder mit dem Bau beginnen konnten.

"Wir haben uns im Vorfeld zahlreiche Kapellen angeschaut, um eine zündende Idee für unsere zu bekommen", erzählt Berning. Drei unterschiedliche Mariendarstellungen standen für die Kapelle zur Auswahl. "Wir haben sie zur Kirmes im Heimathaus präsentiert und uns damit die Meinung der Holtwicker eingeholt", erzählt er weiter. Eine große Mehrheit sprach sich für die inzwischen von Heinrich Hackenfort restaurierte, 160 Jahre alte Sitzmadonna aus Lindenholz aus.

Farbige Fenster

Am 1. März 2000 starteten endlich die Arbeiten zu dem Kleinod an der Kreuzung. Entworfen wurde die Kapelle von Architekt Heinz Volkmer. Fast alles bewältigten die fleißigen Helfer in Eigenleistung. So schmiedete Karl Wilde in seiner Garage das Tor, aus dem Glas von alten Kirchenfenstern bauten zwei Mitglieder in Kleinarbeit drei neue farbige Fenster für die im neugotischen Stil errichtete Kapelle. Es wurde gemauert, der Dachstuhl errichtet, das Dach mit Kupfer gedeckt. Ein alter Grabstein aus dem 19. Jahrhundert, den Berning auf dem Bauhof der Gemeinde gefunden hatte und der dort schon viele Jahre lag, wurde gereinigt und restauriert. Er sollte als Sockel für die Madonna dienen. Insgesamt 22 Männer errichteten das Kleinod der Marienverehrung.

Dann war es soweit: Am 26. Mai feierte der Heimatverein mit zahlreichen Gästen die Fertigstellung. "Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen haben wir in einer Prozession die Madonna zur Kapelle getragen, begleitet von einer Blaskapelle und zahlreichen Bannerabordnungen der Vereine und Verbände", erinnert sich Berning. Er blickt auf seine Notizen und liest vor. Plötzlich sagt er gerührt: "Ach, dat geit mi so ant Herz." Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: "Die Beteiligung war riesig. Ganz Holtwick war auf den Beinen."

Seitdem hegen und pflegen die Mitglieder des Heimatvereins "ihre" Marienkapelle. "Felix Averbeck, er wohnt gegenüber der Kapelle, mäht regelmäßig den Rasen und schaut immer nach dem Rechten", berichtet Wilde. Zudem gibt es einen Kapellendienst, der monatlich wechselt. Die jeweilige Familie kümmert sich um die Blumen, sorgt dafür, dass immer eine Kerze vor der Gottesmutter brennt und jätet das Unkraut.

Zur traditionellen Hagelprozession, die in Holtwick zehn Tage nach Fronleichnam gefeiert wird, wird eine Segensstation vor der Kapelle errichtet. Ebenso werden an der Kapelle Maiandachten gefeiert. "Menschen, die Sorgen haben, stellen Kerzen vor der Maria auf. Radwanderer, die an der Kapelle vorbeikommen, halten, oder eine Gruppe, die vorbeikommt, stimmt ein Marienlied an", hat Berning beobachtet. Es ist ein schöner Ort, um zu verweilen. "Und wir sind stolz, dass die Kapelle so angenommen wird", sagt der 81-Jährige.

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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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