
"Ökumenische Kollegen": Rüdiger Funke (links) und Clemens Kreiss.
Vorfreude auf den Zweiten Ökumenischen Kirchentag
Partnerschaft in versöhnter Verschiedenheit
Oer-Erkenschwick. Ihr gutes Verhältnis haben sie in einer Vereinbarung zur ökumenischen Gemeindepartnerschaft verschriftlicht und im Internet veröffentlicht. Die katholischen Pfarrgemeinden und die evangelische Kirchengemeinde in Oer-Erkenschwick verstehen sich gut und engagieren sich gemeinsam beispielsweise in sozialen Projekten.
"Drei Mal im Jahr treffen wir uns mit den Seelsorgern und Pastoralreferenten und fragen: Was können und was müssen wir in Oer-Erkenschwick tun?", erklärt Clemens Kreiss, seit Dezember 1999 Pfarrer der Seelsorgeeinheit St. Josef und St. Marien. Eines ist den Beteiligten wichtig: "Wir treten als Christen in der Öffentlichkeit gemeinsam auf. Das hat sich bewährt", pflichtet ihm sein evangelischer Kollege Rüdiger Funke bei.
Begonnen hat die ökumenische Annäherung mit dem Lebensmittelprojekt "Der Laden". Seinen Ursprung hat es in den Gemeinden St. Marien und St. Josef. "Wir haben gesehen, dass es viele Menschen in unserer Stadt gibt, die am Existenzminimum leben", sagt Kreiss. "Der Laden" wurde ins Leben gerufen. "Dann ergab es sich, dass vor einigen Jahren das Diakonische Werk in Oer-Erkenschwick aufgelöst wurde und die Räumlichkeiten in der Innenstadt frei wurden. Wir sind aufeinander zugegangen und haben behutsam das Projekt gemeinsam angefasst", führt Funke die Geschichte weiter aus. Daraus entstanden sei ein Lebensmittel-Projekt in der Innenstadt, das sich in evangelischen Räumen befindet, aber ökumenisch wahrgenommen werde.
Oder das jüngste "Kind" der Kooperation: der Kleiderladen. Seit Juni 2009 gibt es im Keller des evangelischen Familienzentrums an der Stettiner Straße die Möglichkeit, gebrauchte Kleidung für wenig Geld zu erstehen. "Man verpasst Chancen, wenn man nicht zusammenarbeitet. Und es gibt mehr, als man gemeinhin wahrnimmt, wenn man bei der Ökumene nicht zuerst auf das guckt, was nicht da ist, sondern auf das, was gemeinsam geht", betont Kreiss.
Im Ruhrgebiet sind – anders als im Münsterland – die beiden Konfessionen gleich stark vertreten. Zudem gibt es in der Stadt Oer-Erkenschwick inzwischen drei Moscheen. "Gegenüber den Muslimen zeigen wir ebenfalls Gesprächsbereitschaft. Doch es ist schwierig. Ein Miteinander funktioniert nur im Kindergarten", hält der katholische Pfarrer fest. Wichtig ist den Seelsorgern das Thema Ökumene in zweierlei Hinsicht: "Ökumene wird konkret in diesen Projekten erlebbar. Zudem erhalten wir ökumenisch einen anderen Stellenwert in der politischen Gemeinde." Die Stadt profitiere von dem engen Miteinander der Konfessionen. Wie beispielsweise auf dem Friedhof oder auf dem freigegebenen ehemaligen Zechengelände. Dort gibt es einen kleinen Kreuzweg, und ein gemeinsamer Taufwald ist ebenso geplant. "Die Kirche bemüht sich, etwas zu schaffen, das Identität stiftet", sagt Kreiss. Und Funke fügt hinzu: "Wo immer sich ein Thema auftut,
reagieren wir gemeinsam. Das gibt uns eine Stärke. Allein hätten die Gemeinden diese unterschiedlichen Projekte nicht schultern können."
Doch nicht nur im sozialen Engagement arbeiten die Kirchen zusammen. Ebenso gestalten sie beispielsweise gemeinsam den Silvestergottesdienst, die Gottesdienste der Schützen und der Schulen und den Gottesdienst am Pfingstmontag.
Zurzeit arbeiten sie an einem gemeinsamen Liederbuch für Beerdigungen. Allerdings ginge es in diesem Miteinander nicht darum, aus den beiden Konfessionen eine zu machen. "Sondern weiterhin Respekt vor der Form des anderen zu haben. Wir leben in versöhnter Verschiedenheit", sagt Kreiss. Wobei die beiden betonen, dass jeder der anderen Seelsorger der Stadt genauso an dem Gespräch hätte teilnehmen können.
Mehr zum Thema in kirchensite.de.de:
Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in
Kirche+Leben
12.05.2010
Bistumspartnerschaft
Der Grundstein für eine Partnerschaft zwischen den Diözesen Tula in Mexiko und Münster wurde auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom gelegt.
Hildegard von Bingen
Die Benediktinerin Hildegard von Bingen ist von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen der Universalkirche erhoben worden.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de












Newsticker für Ihr Web