
Die 17-jährige Barbara Alfing aus Schöppingen fährt gemeinsam mit ihrer Mutter Hanne Alfing und ihrer Großmutter Elisabeth Steenheuer zum Kirchentag.
Drei Generationen auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag
Gemeinsame Fahrt als Geburtstagsgeschenk
Schöppingen. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk habe man ihr nicht machen können, sagt Elisabeth Steenheuer aus Schöppingen. Kürzlich feierte sie ihren 85. Geburtstag, in wenigen Tagen wird sie mit dem Sonderzug nach München fahren, um am Zweiten Ökumenischen Kirchentag teilzunehmen. Die Reise ist ein Geschenk ihrer Familie. "Es ist doch schön, mit Tochter und Enkelin auf Reisen gehen zu können", sagt die Seniorin. Ihre zweite Enkelin Eva-Maria sei nicht dabei, weil sie andere Verpflichtungen habe, aber das tue der Vorfreude auf das große Christen-Treffen keinen Abbruch. Vor sieben Jahren waren sie zu viert zusammen auf dem Ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin. "Die Atmosphäre damals war beeindruckend, die Stimmung überwältigend", erinnert sich Elisabeth Steenheuer.
Ihre Tochter Hanne Alfing und Enkelin Barbara Alfing können dies nur bestätigen. "Die Musik, die Gottesdienste, das Miteinander – das war richtig klasse", sagt die 17-jährige Enkelin. Auch in der Gastfamilie habe damals alles gestimmt, später sei diese zum "Gegenbesuch" auf den Bauernhof in die Schöppinger Bauerschaft Ramsberg gekommen.
In München wollen sich die drei Frauen wie in Berlin vom besonderen Flair des Kirchentags "anstecken" und von der Begeisterung der vielen Christen bewegen lassen. "Von solchen Großereignissen kann man lange zehren", sagt Elisabeth Steenheuer und erwähnt ihre Teilnahme an der Seligsprechung von Kardinal Clemens August von Galen in Rom vor vier Jahren. "Auf dem Petersplatz waren Tausende von Münsterländern versammelt. Viele sprachen Plattdeutsch miteinander. Das hatte etwas." Bei der Seligsprechung wurde sie von einem ihrer Söhne begleitet, die Fahrt war ebenfalls ein Geschenk zum Geburtstag.
Die 52-jährige Hanne Alfing, die sich lange Zeit als Katechetin und im Pfarrgemeinderat ihrer Gemeinde St. Brictius engagierte, erwartet in München eine "große Gemeinschaft der Christen". Besonders für die Jugendlichen sei es wichtig, gemeinsame Glaubenserlebnisse zu erfahren.
Ein festgelegtes Programm nimmt sich die Familie nicht vor. "Wir lassen uns ein wenig treiben. Überall gibt es interessante Veranstaltungen. Wo es uns gefällt, da verweilen wir", sagt Hanne Alfing. Wichtig seien ihr auch die Gespräche mit den Mitfahrenden und Mitfeiernden. Ansprechend findet sie das Motto des Kirchentags "Damit ihr Hoffnung habt": "Dieser Zuspruch zeigt, dass die christliche Botschaft die Quelle unserer Hoffnung ist."
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
Kirche+Leben
10.05.2010
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