
Auch beim Pontifikalamt mit Bischof Genn stand das Freckenhorster Kreuz im Mittelpunkt.
Bischof Felix Genn beim Krüßingfest in Freckenhorst
"Das Kreuz steht in der Mitte der Christen"
Warendorf-Freckenhorst. Bischof Felix Genn hat am Sonntag (09.05.2010) in Freckenhorst Krüßing gefeiert. Er begleitete die Prozession durch die Straßen des Ortes und zelebrierte danach in der romanischen Stiftskirche ein Pontifikalamt. Im Mittelpunkt des Festes Krüßing steht ein Kreuz im byzantinischen Stil, das seit rund 1000 Jahren in Freckenhorst verehrt wird und einen Splitter vom Kreuz Christi in sich birgt.
"Freckenhorst und das Krüßingfest, das ist geballte Geschichte. Wer sich nur annähernd mit dieser Geschichte auseinandersetzt, der trifft im Auf und Ab der Jahrhunderte auf die Spuren des Glaubens", sagte Genn in der Predigt. In der Historie des freiweltlichen Damenstiftes in Freckenhorst und auch der Pfarrei habe es immer wieder neue Aufbrüche, aber auch schwierige Zeiten gegeben. Wie sich die aktuelle Situation der katholischen Kirche entwickle, das müsse er allerdings offen lassen.
Begleitet von Fahnenabordnungen, Kommunionkindern, dem Freckenhorster Blasorchester und zahlreichen Gläubigen hatten am Morgen junge Männer das wertvolle Kreuz durch die mit Straßen des Warendorfer Stadtteils getragen. Sie zogen vorbei an fahnengeschmückten Häusern und kleinen Altären. Böllerschüsse begleiteten die Erteilung des Segens an den vier Stationen.
"Im Kreuz ist Heil"
"Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung", sangen die Gläubigen in der Stiftskirche. Das Pontifikalamt gestalteten die Kirchenchöre St. Bonifatius Freckenhorst und St. Lambertus Hoetmar gemeinsam mit dem Streichorchester der Dortmunder Philharmonie.
"Wir, die uns zu diesem Kreuz bekennen, brauchen Nahrung, um heute nicht nur Christen zu sein, sondern diesen Glauben auch zu vermehren und dazu beizutragen, dass andere Geschmack an diesem Glauben finden", betonte der Bischof. Er rief die Gläubigen auf, sich immer wieder bewusst zu machen, dass das Kreuz in der Mitte der Christen stehe. Dafür sei es notwendig, auf die Stimme zu hören, die den Menschen im Wort Gottes entgegenkomme. "Die vielen Heiligen, die hier in Freckenhorst gelebt und gewirkt haben, haben gelebt aus der Kraft des Wortes und des Geistes", so Genn. "Das ist der größte Schatz dieses Ortes und unserer Herzen." Und daraus entspringe Hoffnung für jeden Einzelnen.
Höhepunkt der Kreuzverehrung
Krüßing, immer am 3. Mai oder am folgenden Sonntag, ist jährlicher Höhepunkt der Kreuzverehrung in Freckenhorst. Nach dem Pontifikalamt feierten die Gemeindemitglieder rund um die Kirche weiter. Auf dem Marktplatz findet zu Krüßing traditionell eine Kirmes statt.
Bischof Genn kam nicht zum ersten Mal nach Freckenhorst: Vor einigen Jahren besuchte der Ruhrbischof gemeinsam mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode privat die Freckenhorster Stiftskirche. "Wie schön muss es sein, dort Gottesdienst zu feiern", habe er damals gedacht, sagte er. Am Sonntag ging dieser Wunsch in Erfüllung.
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Text: Andrea Hertleif | Foto: Andrea Hertleif
10.05.2010
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