
Josef Meyer zeigt den Bildstock des heiligen Antonius von Padua. Über die Glaubenszeichen in Velen und Ramsdorf hat Meyer alle verfügbaren Informationen gesammelt.
Josef Meyer hat Bildstöcke und Wegkreuze katalogisiert
Spannende Historie der Glaubenszeichen
Velen. Wenn Josef Meyer durch Velen geht oder in eine der umliegenden Bauerschaften fährt, dann hat er meist seine Kamera dabei. Fotografieren ist nicht nur ein Hobby, das ist schon eine Passion für ihn. Vieles hat er in den Jahrzehnten festgehalten – auch und besonders die Bildstöcke und Wegkreuze seines Heimatorts.
Die vielen Bildstöcke und Wegkreuze in Velen und Ramsdorf kennt Josef Meyer gut. "Beim Heimatverein habe ich einige Bilder von den Glaubenszeichen gezeigt. Viele wollten wissen, welche Geschichten sich hinter ihnen verbergen", sagt Meyer. Und aus den Fragen kam die Idee, genauer über die Bildstöcke zu recherchieren und das Bildmaterial für die Nachwelt zu erhalten. Denn wie überall sind die Bildstöcke der Witterung ausgesetzt, nur noch wenige Ältere wissen etwas über die Geschichte der Hofkreuze, Heiligenfiguren und Bildstöcke.
Also ist Josef Meyer durch die Bauerschaften gefahren und hat seine Kamera gezückt, wenn irgendwo ein Bildstock zu sehen war. Über die historischen Bildstöcke im Dorf erhielt er einige Hinweise aus dem Bistumsarchiv. Viel über die Historie ihrer Glaubenszeichen wussten noch die älteren Bäuerinnen und Bauern auf den Höfen. Dort hat er sich "durchgefragt", hat gesammelt und notiert. Immer wurde er bereitwillig aufgenommen und hat offene Ohren für sein Anliegen gefunden. Das war in den 1980er Jahren. Damals machte er die erste Serie von Fotos, die meisten davon in "Frontalansicht".
Mit der Zeit reichten aber diese "Frontalansichten" der Figuren nicht mehr aus, weil sich oft Hinweise zu den Bildstöcken im Sockel oder auf den Rückseiten befinden. Also ging Meyer wieder auf Tour und besuchte alle Monumente noch einmal. Wenn das Wetter oder das Tageslicht für die Aufnahmen nicht stimmten, gab es Extratouren. "Zu manchen Bildstöcken bin ich mehrfach gefahren, um gute Aufnahmen zu machen", sagt der rüstige Rentner. Die Ergebnisse füllten bald ein dickes Foto-Album. Das wurde oft ausgeliehen und sah nach einiger Zeit entsprechend aus. Damals kam der Gedanke auf, aus der Fülle des Materials ein Buch zu machen. Dies aber scheiterte letztlich an den Kosten. "Zum Glück", meint Meyer heute. "Mit dem Buch wäre alles fertig gewesen." Dass aber noch vieles zu sammeln ist, zeigte sich später und auch heute noch.
Es hat sich als praktisch herausgestellt, dass die Fotos in Klarsichtfolien stecken und in Ordnern aufbewahrt werden. Alles ist gut geordnet und mit einem Inhaltsverzeichnis versehen. Die Ordner enthalten nicht nur Bilder, sondern auch zahlreiche Informationen. Dazu gehören längere Gedichte vom Heimatdichter Franz Burhoff (genannt Drücks) über Nachbarschaften und deren Bildstöcke. Es gibt Erzählungen und all das Wissen, das die Velener und Ramsdorfer beigesteuert haben. Vieles davon hatte die mittlerweile verstorbene Gertrud Vehring-Maisole aufgeschrieben. Sie hat akribisch jedes Detail einer Figur notiert, Informationen über deren Entstehung hinzugefügt und auch auf Bibelstellen Bezug genommen. Später hat Meyer das handschriftlich Geschriebene abgetippt.
Bei einer Adventsfeier wurden die gesammelten Werke dem Heimatverein zur Archivierung übergeben. "Damit alles der Nachwelt erhalten bleibt", sagt Meyer. Auf die Frage, ob er eine Vorliebe für einen besonderen Bildstock hat, antwortet Meyer nach kurzem Nachdenken: "Nein, sie sind alle interessant. Jeder Bildstock hat seine eigene Geschichte."
Zudem hat Meyer eine "Radtour zu den Bildstöcken und Wegkreuzen in Velen" ausgearbeitet. Die Flyer für die Route liegen für Interessierte im Heimathaus aus.
Seine Leidenschaft für das Fotografieren, Sammeln und Katalogisieren lässt Meyer auch künftig nicht ruhen. So lange es geht, wird er weiterhin Wissenswertes über die Bildstöcke und Wegkreuze sammeln.
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Text: Hubert Gehling | Foto: Hubert Gehling in
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