
400 Osterkerzen zog und gestaltete der "Club der Menschen mit Behinderungen und ihrer Freunde".
"Club der Menschen mit Behinderungen und ihrer Freunde" fertigte 400 Osterkerzen
Zündende Idee trägt gemeinsame Wallfahrt
Nordwalde/Altenberge. Ein Osterfest ohne eine von Hand gestaltete Osterkerze? Das kommt für Helmut Harlemann, Alfred Hille und die weiteren Aktiven aus dem "Club der Menschen mit Behinderungen und ihrer Freunde" im Ortsverband Nordwalde-Altenberge nicht in Frage. Die "Osterzeit" beginnt deshalb für sie und ihre Mitstreiter schon kurz nach Weihnachten, schließlich gibt es viel zu tun. 400 Kerzen sind es, die sie in unzähligen Stunden während ihrer wöchentlichen Treffen zu Osterkerzen 2010 werden lassen.
"Die meisten Abnehmer warten schon auf die Kerzen", wissen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Clubs. Und das hat seinen einfachen Grund: Mit dem Kauf der Osterkerzen unterstützen alle, die eine solche Kerze erwerben, einen einzigartigen Zweck: Sie helfen mit, die integrative Wallfahrt nach Kevelaer zu finanzieren.
Dieses Projekt, für das sich 1990 Hedwig Harlemann, Hubert Esselmann, Daniela Reers und Johannes Laubrock besonders stark machten, hat inzwischen einen festen Platz im Kalender vieler Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen aus Nordwalde, Altenberge und Umgebung. "Oft werden wir schon im Frühjahr auf der Straße angesprochen, ob Anmeldungen für die nächste Wallfahrt nach Kevelaer möglich sind. Viele freuen sich wirklich ein ganzes Jahr darauf", sagt Helmut Harlemann.
Während noch fleißig die Osterkerzen dekoriert werden, laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste integrative Wallfahrt nach Kevelaer. Schließlich muss vieles bedacht werden, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen sich gemeinsam auf den Weg machen. 1990, bei der ersten Wallfahrt, waren es 50 Pilger, inzwischen ist die Zahl auf 100 gestiegen. Mit zwei Bussen, davon einer Rollstuhl gerecht ausgestattet, geht es in diesem Jahr am 18. September wieder in den bekannten Wallfahrtsort an den Niederrhein.
"Die Herausforderung ist nicht die Fahrt an sich, sondern die Logistik. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die bei der integrativen Wallfahrt bedacht werden müssen", sagt Helmut Harlemann, der weiß, dass er sich auf ein großes Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer verlassen kann. Viele von ihnen sind "vom Fach", kommen aus Pflegeberufen oder betreuen Menschen mit Behinderungen.
Natürlich ist auch in Kevelaer selbst für die Versorgung der Gruppe bestens gesorgt. Und da helfen dem "Club der Menschen mit Behinderungen und ihrer Freunde" persönliche Kontakte. "Pfarrer Alois van Doornick, der früher Pfarrer in Altenberge war, ist jetzt Pfarrer von St. Antonius Kevelaer. Er stellt uns das Pfarrheim sowie Geschirr für unsere 100 Wallfahrer kostenlos zur Verfügung", macht Alfred Hille deutlich. Das Mittagessen wird in Nordwalde vorbereitet und kommt dann in Kevelaer auf den Tisch. "Alles ist von A bis Z organisiert", sagen die Frauen vom Küchenteam, die jetzt zu den fleißigen Kerzendekorateuren gehören. Gut gestärkt geht es dann in Kevelaer gemeinsam in die Wallfahrtskirche.
Auf dem Weg nach Kevelaer wird gebetet und gesungen, dafür hat das Organisationsteam ein Wallfahrtsbuch zusammengestellt, das auch beim jährlichen integrativen Gottesdienst in der St.-Dionysius-Kirche in Nordwalde zum Einsatz kommt.
"Was wir immer im Blick behalten, sind die Kosten", sagt Harlemann. "25 Euro, mehr sollen die Teilnehmer an der Wallfahrt nicht zahlen müssen für Fahrt und Verpflegung." Deshalb wird weiter fleißig gebastelt: 400 Osterkerzen, die zum Preis von fünf Euro für die integrative Wallfahrt verkauft werden, sollen einen Grundstock für die Reisekasse bilden. Und wenn jetzt zum Osterfest in Nordwalde und Altenberge die Kerzen leuchten, dann wissen die, die sie anzünden: Das Licht der Osterkerzen leuchtet auch für die integrative Wallfahrt von Menschen mit und ohne Behinderungen nach Kevelaer.
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Text: Marlies Grüter | Foto: Marlies Grüter in Kirche+Leben
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