
Papst Benedikt grüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Messdienerwallfahrt 2006.
Interview mit Jugendpfarrer Heiner Zumdohme:
Auf nach Rom und Wunderbares erleben
Oldenburger Land. Rund vierzigtausend Messdienerinnen und Messdiener aus Europa werden am 3. und 4. August 2010 zur zehnten Ministrantenwallfahrt in Rom erwartet. Der oldenburgische BDKJ organisiert eine Tour dorthin und hält Plätze für mehr als tausend Teilnehmerbereit. Die Reise dauert vom 28. Juli bis 5. August 2010. Kirche+Leben hat Jugendpfarrer Heiner Zumdohme gefragt, warum er Messdienern rät, sich unbedingt noch zu der Fahrt anzumelden.
Kirche+Leben: Herr Pfarrer Zumdohme, warum sollte ein Messdiener aus Damme oder Delmenhorst, Lohne oder Lastrup unbedingt mitfahren zur Messdienerwallfahrt nach Rom?
Heiner Zumdohme: Erstens: Das Weltmessdienertreffen in Rom bietet nicht nur die einmalige Möglichkeit, viele Messdienerinnen und Messdiener aus der ganzen Welt und aus ganz Deutschland kennen zu lernen, sondern vor allem auch die zurzeit angemeldeten über achthundert Messdienerinnen und Messdiener aus unserem Offizialatsbezirk. Messdienerarbeit ist ja anders als Verbandsarbeit. Als Landjugendlicher oder Mitglied der Kolpingjugend hat man immer wieder auch Kontakte in andere Regionen. Messdienerarbeit dagegen ist vor allem bezogen auf die eigene Gemeinde. Deshalb bietet die Wallfahrt die einmalige Möglichkeit zu erfahren: Es gibt in unserem Offizialatsbezirk viele hundert Messdienerinnen und Messdiener. Weit über unsere Pfarrgemeinde hinaus sind sie in den vielen verschiedenen Gemeinden aktiv.
Kirche+Leben: Kann das nach Ihrer Ansicht Messdiener stärken?
Zumdohme: Ja, weil sie dabei spüren: Ich bin kein Exot, wenn ich heute noch Messdiener bin, sondern ich bin Teil einer der größten kirchlichen Gemeinschaften.
Kirche+Leben: Und die Stadt Rom?
Zumdohme: Rom ist immer eine Reise wert. Und als Messdiener oder als Messdienerin muss ich diese Stadt einfach mal besucht haben, weil hier das Zentrum der katholischen Kirche ist. Und wenn der Papst selbst Messdienerinnen und Messdiener aus aller Welt einlädt, sollte man diese Einladung nicht ausschlagen.
Kirche+Leben: Was haben Sie außerdem für die jugendlichen Teilnehmer vorbereitet?
Zumdohme: Natürlich haben wir auch ein touristisches Angebot in unser Programm aufgenommen. Die Messdienerinnen und Messdiener sollen viel zu sehen bekommen, damit sie anschließend auch viel erzählen können, in ihren Familien, in der Schule, in ihrem Freundeskreis. Der Spaß soll nicht zu kurz kommen, wenn wir das Colosseum, das Forum Romanum, die Piazza Navona, die spanische Treppe, den Trevibrunnen, das Pantheon besichtigen, oder einfach mal an den Strand fahren zum Baden und Schwimmen. Auch auf unserem tollen Platz sind viele Freizeitangebote.
Kirche+Leben: Wie sehen die religiösen Höhepunkte der Fahrt aus?
Jugendpfarrer Heiner Zumdohme |
Zumdohme: Als Messdienerinnen und Messdiener sind wir natürlich auch daran interessiert, was es an christlichen Sehenswürdigkeiten in Rom zu besichtigen und zu erfahren gibt: der Petersdom, die Basiliken . . . Selbstverständlich gibt es auf unserem Platz immer Morgen- und Abendgebete und natürlich feiern wir in Rom gemeinsam als Gruppe die Heilige Messe.
Unser Weihbischof wird dabei sein und mit uns Heilige Messen feiern. Kardinal Re, der Vorsitzende der Kongregation für die internationale Ministrantenpastoral, wird mit allen vierzigtausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Gottesdienst feiern. Und natürlich wird uns der Heilige Vater begrüßen, der extra aus seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo zurückkehren wird, um allen Messdienerinnen und Messdienern auf dem Petersplatz eine Audienz zu gewähren.
Kirche+Leben: Was würden Sie Eltern sagen, die sich fragen, ob die Tour denn auch schon für ihren zwölfjährigen Sohn oder ihre zwölfjährige Tochter das Richtige ist?
Zumdohme: Zunächst einmal: Rom beeindruckt auch Zwölfjährige. Die riesigen Bauten, der Papst, die Gemeinschaft. Natürlich ist Rom in dieser Jahreszeit auch anstrengend, weil es sehr warm ist. Aber, wie schon gesagt: Wir laufen nicht nur durch die Stadt, sondern es ist ein ausgewogenes Programm zwischen Freizeit und Besichtigung, zwischen Spaß und Ruhe, Besinnung, Gottesdienst.
Kirche+Leben: Haben Sie denn vorgesorgt, damit die jüngeren Teilnehmer sich sicher aufgehoben fühlen können?
Zumdohme: Ja, für die Betreuung ist sehr gut gesorgt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in Gruppen von fünfzehn Personen eingeteilt, die neben den bekannten Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern aus ihren jeweiligen Gemeinden auch einen erfahrenen Romkenner als Betreuer haben. Und wenn dann tatsächlich mal jemand verloren geht, bekommt jeder einen sogenannten "Looser"-Pass, auf dem in italienischer Sprache steht, dass er Hilfe gebraucht, zu welcher Gruppe er gehört und wo unsere Unterkunft ist und meine persönliche Telefonnummer. Und so wie Jesus das eine verlorene Schaf gesucht hat, um es zur Herde zurückzubringen, so verspreche ich, dass ich jedem Einzelnen nachgehen werde, bis ich ihn oder sie gefunden habe.
Kirche+Leben: Erhoffen Sie selbst sich denn eine Art von geistlichem Schub, der durch so eine Fahrt ausgelöst werden soll?
Zumdohme: Ich habe keine Erwartungen und ich erhoffe mir auch nichts. Wir möchten allen Messdienerinnen und Messdienern völlig zweckfrei eine einmalige unvergessliche Fahrt anbieten, von der sie hoffentlich noch lange erzählen und die sie als Gemeinschaft stärkt. Ich hoffe, dass sie nach der Rückkehr dann wieder mit Freude ihren Dienst in den Gemeinden versehen. Vielleicht haben sie ja auch mal die Möglichkeit, ihre Erlebnisse in einem Gottesdienst zu verkünden. Wenn unsere Messdienerinnen und Messdiener den Eindruck gewinnen: Kirche ist etwas Wunderbares, Kirche ist etwas Großes, auch heute noch, und sie kann auch etwas Großes auf die Beine stellen, dann ist schon viel gewonnen. Und wenn die Jungen und Mädchen dann noch spüren: Wir sind nicht nur eine kleine Herde, ein heiliger Rest, sondern Gott selbst führt Menschen aus allen Sprachen, Nationen, Ländern und Kulturen zusammen, dann wäre das wunderbar, vielleicht so etwas wie Pfingsten.
Erklärt: Messdienerwallfahrt
Der BDKJ, Dachverband der katholischen Verbandsjugend im Oldenburger Land, lädt Messdiener ab zwölf Jahren ein, sich zur Wallfahrt nach Rom anzumelden. Die 8-tägige Fahrt kostet 380 Euro bei voller Verpflegung. Übernachtet wird in Zelten auf einem Campingplatz in Ostia bei Rom. Für den Donnerstag der Rückkunft – es ist der erste Schultag nach den Ferien – will sich Weihbischof Heimrich Timmerevers für eine Schulbefreiung der Teilnehmer einsetzen. Informationen zur Anmeldung gibt es beim BDKJ unter Tel: 04441 / 872291.
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Interview: Michael Rottmann | Fotos: Michael Bönte, privat in Kirche+Leben
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