
Die 16-jährige Jana Wissing im Kreis von Kindern, die oft unterernährt sind und die in der von Schwester Milgitha geführten Krankenstation Hilfe erhalten.
Jana Wissing ausabsolvierte ein Sozialpraktikum in Ruanda
Einblicke in die Not der Ärmsten
Ahaus-Wessum. Den "Kulturschock" hat Jana Wissing verarbeitet. Sechs Wochen lebte die 16-jährige Schülerin aus Ahaus-Wessum in der Missionsstation der Clemensschwester Milgitha in Ruanda, um dort ein Sozialpraktikum zu absolvieren. "Ich habe im Krankenhauslabor und im Waisenhaus geholfen", sagte die Schülerin nach ihrer Rückkehr. Sie führte zum Beispiel in der Krankenstation Malaria- und Wurmtests durch und schaute bei den Untersuchungen zu. Viel Freude hatte sie mit den 13 Waisenkindern, die in der Station leben. "Mit ihnen ging ich zur Kirche und verbrachte die Freizeiten." Auch kümmerte sich die Schülerin um die Versorgung mit Lebensmitteln: "130 Kilometer weit mussten wir fahren, um Lebensmittel einzukaufen. Weil es keinen Kühlschrank gibt, müssen die Lebensmittel mindestens eine Woche halten."
Jana Wissing konnte feststellen, wie sehr die aus Stadtlohn stammende Schwester Milgitha von den Ruandern verehrt wird. Seit 1973 leitet die Schwester die Missions- und Krankenstation in Kaduha. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört nach dem schlimmen Völkermord von 1994 auch die Versorgung der vielen Waisenkinder. Sie führt Impfprogramme durch, kümmert sich um die Mütterschule und leistet medizinische Betreuung der ländlichen Bevölkerung. Seit 2002 wird Schwester Milgitha von der "Ruanda-Hilfe Wessum" finanziell unterstützt. In Wessum bauten die Gemeindemitglieder schon früh eine Partnerschaft mit Kaduha auf. "So hatte ich schon vorher viel über das Land erfahren, in dem die Menschen in bitterster Armut leben", sagt Jana Wissing.
Für sie war das Praktikum eine gute Gelegenheit, die Not der Menschen in Schwarzafrika kennen zu lernen: "Dieser Aufenthalt hat mir viel gegeben und mein Leben bereichert. Die Arbeit der Clemensschwestern ist bewundernswert. Sie leisten Hilfe gegen die Armut."
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
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