
Kaffee und Kuchen – dafür fühlen sich die KFD-Frauen in Langförden gerne verantwortlich. Auch, weil sie die Einnahmen schon öfter als Spende weitergeben konnten. Zum Beispiel zuletzt 400 Euro bei einem Tag für das Aphasie-Zentrum oder 800 Euro beim Langfördener Volksfest für den Kindergarten und die Grundschule.
KFD-Gruppe im Oldenburger Land feiert 75-jähriges Bestehen
Immer füreinander und für andere da
Langförden. 75-jähriges Bestehen feiert an diesem Wochenende die Langfördener Frauengemeinschaft. Kirche+Leben hat dazu Theresia Lamping und Annegret Bohmann befragt. Beide zusammen standen insgesamt dreißig Jahre an der Spitze der rund 570 Langfördener KFD-Frauen.
Die jüngeren Frauen heißen heute "Frauenkreis". Und deren fünfzig Mitglieder sind ein Teil der Zukunftshoffnung der rund 570 KFD-Frauen in Langförden: "Dass einige von ihnen irgendwann mal in unsere Fußstapfen treten."
Annegret Bohmann zuckt mit den Schultern. "Es müssen ja mal welche nachkommen", meint die 59-Jährige. Sie selbst sei ja nun schon bald zwölf Jahre Sprecherin des Führungsteams. Bei den Neuwahlen im November würde sie das Amt gerne in jüngere Hände geben. Mal sehen.
Den Blick gezielt auf Nachwuchs gerichtet – das hatte die Langfördener KFD schon 1998 und damals zur Gründung einer Gruppe jüngerer Frauen eingeladen.
Schnell meldeten sich rund sechzig Interessierte an. "Wir haben sie eigenständig arbeiten lassen, mit 500 Mark Startkapital", erklärt Theresia Lamping, damals Führungsteam-Sprecherin. Ihr Wunsch: dass die Jüngeren irgendwann in die Arbeit hineinwachsen, etwa dass sie irgendwann maßgeblich das Jahresprogramm gestalten und verantworten.
Buntes Programm
Monat für Monat steht dort zu lesen, was die Frauen für- und miteinander auf die Beine stellen: Ausflüge, Fahrradtouren, Maigänge, Besichtigungen, Wallfahrten, Besinnungsangebote. Jeden Dienstag ist Gemeinschaftsmesse, dazu einmal im Jahr der Weltgebetstag. An diesem Freitag (05.03.2010) treffen sich die evangelischen und katholischen Frauen sich dazu in der evangelischen Kirche.
Auch der Einsatz für andere spielte für Langfördener Frauen immer eine große Rolle. "Unser größtes Projekt war wohl die Litauenhilfe", erklärt Theresia Lamping. Mit insgesamt mehr als einer Viertelmillion Euro haben die Langfördener Frauen von 1992 an ein Altenheim in Marijampole gefördert. Den Kontakt hatte der Landes-Caritasverband vermittelt. Erst vor zwei Jahren ist das Ganze zum Abschluss gekommen. Das Altenheim stand, der Betrieb lief. Statt Spenden aus Langförden gibt es jetzt Zuschüsse von Staat und Kirche. "Wir haben immer 'unser Altenheim' gesagt", erinnert sich Theresia Lamping. Sie selbst war fast jedes Jahr dort.
Dass die gesamte Frauengemeinschaft hinter dem Projekt stand – das spürten die Verantwortlichen zum Beispiel bei den Besuchen ihrer insgesamt 26 Bezirkshelferinnen. Die Führungskreis-Sprecherin Annegret Bohmann selbst ist als Bezirkshelferin für Deindrup zuständig. Sie hat regelmäßig mitbekommen, wie selbstverständlich die Bereitschaft zum Helfen und Spenden war.
Für das Altenheim in Litauen genauso wie für das Kirchenfenster, für dessen Renovierung die Langfördener KFD jetzt gerade erst wieder 8.000 Euro zusammenbringen und an Pfarrer Ernst Halbe übergeben konnte.
Bei den Hausbesuchen gehe es aber nicht nur ums Spenden-Sammeln, betont Theresia Lamping. "Man hält dabei den Kontakt zur Basis. Und man bekommt auch mit, wo eine Frau mal Hilfe braucht."
Wenn Frauen regelmäßig in Familien kämen, dann spürten sie schnell, wenn es irgendwo hake, sagt Annegret Bohmann. Wo vielleicht eine alleinerziehende Mutter oder eine Witwe mit ihrer Situation nicht fertig werde. Und könnten dann Hilfe vermitteln.
An diesem Sonntag (07.03.2010) wird die Langfördener KFD ihr Jubiläum mit einem Festhochamt um 10 Uhr 30 begehen. Dazu sei die ganze Gemeinde ebenso eingeladen wie zu dem anschließenden Empfang im Pfarrheim, erklärt Annegret Bohmann.
Hoffen auf die Zukunft
Der Frauenkreis der jüngeren Mitglieder habe sich dafür ganz selbstverständlich als Helferinnen für die Bedienung angeboten. "Das ist doch schön", meint die langjährige Führungskreis-Sprecherin. Auch weil es sie hoffen lasse, dass es eine Zukunft mit der kommenden Generation gibt.
Text: Michael Rottmann | Foto: privat in
Kirche+Leben
05.03.2010
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