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11.02.2012
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Uwe Esperester.

Uwe Esperester aus Stadtlohn zeigt die Vorlage für sein Bild "Das Letzte Abendmahl". Der Künstler malte einen großformatigen Kreuzweg mit 16 Stationen.

Projekt "Dimensionen – Wege zum Kreuz" in Stadtlohn

Ausdrucksstarke Symbolsprache in Form und Farbe

Stadtlohn. Der Kreuzweg in seiner sinnbildlichen Darstellung bringt seit jeher Menschen die Erlösungsbotschaft Jesu Christi näher. Diesem Ansatz folgt der Stadtlohner Künstler Uwe Esperester, der einen neuen Kreuzweg mit 16 Stationen schuf. Seine "Rund-um-Bilder" wollen in der Präsentation neue Dimensionen erschließen und die "Wege zum Kreuz" als persönliche Spurensuche erschließen.

Die Idee einer zeitgemäßen künstlerischen Darstellung des Kreuzwegs hat Uwe Esperester aus Stadtlohn in die Tat umgesetzt. Der Künstler schuf in Form von Ölbildern 16 Kreuzwegstationen. Der Kreuzweg beginnt mit dem Abendmahl und endet mit Christi Auferstehung. So sind zu den klassischen 14 Stationen zwei hinzugefügt, die den Ablauf des Passionsgeschehens sinnvoll einleiten und abschließen. "Wichtig ist, dass meine Bilder die Menschen berühren", sagt Esperester.

Mehrere Monate hat der Künstler zusammen mit seinen Freunden Heinrich Greving und Johannes Willenberg überlegt, wie man heute eine künstlerische Installation als persönliche Spurensuche zu Jesu Kreuzweg und Auferstehung bewerkstelligen kann.

Esperester übernahm den künstlerischen Teil und malte die Stationen, die immer einem gleichen Format folgen. Die Bilder sind jeweils einen Meter hoch und drei Meter breit. Zum Verständnis seines Kreuzwegs sagt Esperester: "Der Kreuzweg als im besten Sinn volkstümliche bildliche Darstellung eines zentralen Glaubensthemas hat in seinen Anfängen durch eine klare Bildsprache auch Gläubigen den Leidensweg Christi und die Erlösungsbotschaft nahe gebracht, die nicht lesen konnten. Heute fehlt es meist nicht an der Fähigkeit, sondern zunehmend an der Bereitschaft, sich auf konzentriertes und bewusstes Lesen einzulassen. Oft ist ein starker visueller Impuls Anlass, sich lesend auch tiefer gehend mit Inhalten auseinander zu setzen."

Der 47-jährige Künstler hat versucht, Bilder zu schaffen, die verständlich sind und eine räumliche Qualität besitzen. Jede Station kann der Betrachter als geschlossene Form erleben. In ihrer Gesamtheit fordern diese Wege zum Kreuz dazu auf, sich mit allen Seiten und Facetten des Glaubens auseinander zu setzen: mit Hoffnung und Verzweiflung, mit Freundschaft und Verrat, mit Liebe und Hass, mit Einsamkeit und Zusammensein, mit Zutrauen und Verachtung. Die Beschäftigung mit dem Tod und der Auferstehung Jesu lädt letztlich dazu ein, das eigene Leben und Sterben zu reflektieren.

Die Ausstellung trägt den Charakter einer Installation. In jeder Station gibt es ein Handlungsangebot, eine Möglichkeit zur Interaktion. So kann man sich beim Abendmahl mit an den Tisch setzen oder einen Kreuzbalken anheben und dessen Last selbst spüren. Angelegt sind die Stationen wie ein Labyrinth, das die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellungshalle durchschreiten können.

Interpretationen und wertvolle Erklärungen gibt ein von Uwe Esperester, Heinrich Greving und Johannes Willenberg herausgegebenes Buch, das die Bilder mit ihren vielen Symbolen erklärt. Das Buch holt seine Leser mit dreiseitigen Gemälden zum Ausklappen in eine Station des Kreuzwegs hinein. Kurze einführende Texte erläutern, was historisch geschah. Es folgen fiktive Dialoge von Zeitgenossen Jesu, die sich ein Bild von seiner Person und seinem Leben machen. In weiteren Dia­logen interpretieren Menschen von heute ihr Leben mit dem Blick auf das Kreuz Jesu. Prominente Persönlichkeiten wie Rita Waschbüsch, Christine Vollmer, Bischof Franz-Josef Overbeck und Kardinal Giovanni Lajolo vertrauen den Lesern an, worin eine Station des Kreuzwegs für sie bedeutungsvoll wurde.

Das Begleitbuch wird am 19. März 2010 um 19.30 Uhr in der Ausstellungshalle am Kalterweg in Stadtlohn durch eine Autorenlesung präsentiert. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 11. April 2010 dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Schulklassen und Gruppen können sich auch vormittags anmelden (Telefon 02563 / 4484).

Einen Erfolg des Projekts wünschen sich Pfarrer Stefan Jürgens von der Stadtlohner St.-Otger-Gemeinde, Bürgermeister Helmut Könning  und Professor Rüdiger Schwab, Mitglied der Kulturkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vertreter sprachen bei der Ausstellungseröffnung Grußworte und hoben die Bedeutung einer zeitgemäßen künstlerischen Umsetzung und Gestaltung des Kreuzwegs hervor.

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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
01.03.2010

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