
Sozialpädagogin Barbara Koormann (v.l.), Astrid Markmann vom DJK SC Nienberge und Waltraud Völger von der Integrativen Teestube.
Stadtteil Nienberge nahm an bundesweitem Projekt teil
"Vielfalt tut gut"
Münster-Nienberge. Spiel und Sport, Musik und Sprache, Essen und Trinken – auf diesen Wegen ist eigentlich garantiert, dass sich Menschen zusammenfinden und kennen lernen. Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, hat das vergangene Jahr für die Menschen in Münster-Nienberge gezeigt.
Der Stadtteil in Münsters Nordwesten hatte sich um die Teilnahme am bundesweiten Projekt "Viefalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" beworben und auch einen Zuschlag bekommen. So stand das Jahr 2009 ganz unter dem Vorzeichen von Vielfalt und Toleranz. Alle Gruppen und Vereine haben sich beteiligt und dafür gesorgt, dass Integration und gegenseitige Achtung in Nienberge handgreiflich werden konnten.
Und nun, ein Jahr später, stellt Reinhold Kemper, Pastoralreferent der Kirchengemeinde St. Sebastian und einer der hauptverantwortlichen Organisatoren, fest: "Das Projekt ist beendet, aber es soll natürlich weitergehen." Deswegen hat er zusammen mit seinen beiden Mitstreiterinnen aus dem Projektjahr, der Sozialpädagogin Barbara Koormann und Astrid Markmann vom Sportverein DJK SC Nienberge, Vertreter alle Gruppen und Vereine zu einem Runden Tisch eingeladen. Auch im Jahr 2010 soll ein vielfältiges Leben im Stadtteil Nienberge garantiert werden.
Diejenigen der etwa 25 Nienberger, die zu dem Treffen gekommen waren und 2009 schon ihre Erfahrungen mit dem Projekt gemacht hatten, waren sich einig: "Es ist viel in Bewegung gekommen." Und: "Das hat uns sehr zusammengeschlossen." Die Besorgnis einzelner, dass das Gute, das entstanden ist, wieder einschlafen könne, wird gleich beruhigt: "Aber wir machen doch weiter."
Davon können alle profitieren: Behinderte und Gesunde, Ausländer und Deutsche, Hindus und Christen, Alte und Junge, Neubürger und Alteingesessene. Jede Gruppe hat Angebote im Gepäck, die in einen gemeinsamen Terminkalender aufgenommen werden sollen und über die vorab beim Runden Tisch schon einmal informiert wird. Exemplarisch für diejenigen, die sich speziell für Integration einsetzen, stellten sich drei Gruppen vor: der Freundeskreis ausländischer Mitbürger, der Besuchskreis für Neubürger und die integrative Teestube.
Die einen kümmern sich um die Nienberger Ausländer, die aus zehn verschiedenen Herkunftsländern stammen, und bieten neben individueller Begleitung zum Ausländeramt und Nachhilfe auch ein internationales Kochen an, das regen Zuspruch findet. Andere besuchen Neubürger, und zwar sowohl solche in Nienberge als auch solche auf unserer Erde, das heißt neugeborene Kinder in Nienberge. Und in der Integrativen Teestube können sich nicht nur Behinderte untereinander treffen. Großer Wunsch der Organisatorinnen ist, dass noch mehr Nienberger dort einfach mal vorbeischauen und sich zu den Behinderten setzen: "Miteinander zu sprechen, ist so wichtig."
Auch die Jugendlichen, der Gartenbauverein, die Schützen, der Heimatverein, die Landfrauen und Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde, der Sportverein oder die Musikschule beteiligen sich an dem regen Austausch und den zahlreichen Angeboten. Und das Wichtige ist: Nicht erst seit 2009 und nicht nur für 2010. So ist es kein Wunder, dass das Heft "Leben in Nienberge", das die Kontaktadressen und kurze Informationen aller Gruppen und Vereine enthält, zwanzig Seiten umfasst. Das Projekt "Vielfalt tut gut" ist zwar abgeschlossen. Aber Pastoralreferent Reinhold Kemper ist nicht verlegen um eine Fortsetzung. Er und die Nienberger wissen ja: "Vielfalt ist gut."
Text: Claudia Maria Korsmeier | Foto: Claudia Maria Korsmeier in
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