
Im Gespräch und Spiel werden Kinder über Wochen und Monate auf die erste heilige Kommunion vorbereitet, wie hier auf dem Archivbild einer Gruppe in der Gemeinde Lohne Sankt Gertrud.
Erstkommunion in Langförden und Bühren
Wie sage ich das bloß meinen Gruppenkindern?
Stapelfeld. Für manche ist es schon so etwas wie Alltag, sie haben schon mehrmals Kinder zur Erstkommunion geführt. Andere jedoch sind das erste Mal dabei. Beide Gruppen haben einen Besinnungstag in Stapelfeld dankbar angenommen: Mütter aus Langförden und Bühren.
Natürlich gibt es immer gute Vorbereitungs-Mappen. Keine Gruppenmutter steht vor dem Nichts. Sondern nur vor einer Gruppe von vielleicht sechs oder mehr Kindern, die über Monate auf ihre erste heilige Kommunion vorbereitet werden.
Aber so leicht ist es dann oft doch nicht. Die Frauen sind meist keine Lehrerinnen, schon gar keine Theologinnen. Anne Bührmann aus Bühren etwa ist Groß– und Außenhandelskauffrau. Zur Vorbereitung auf die Erstkommunion kam sie nach einer Anfrage von Pfarrer Heinz Taphorn. Nach einigem Nachdenken habe sie sich diese Aufgabe zugetraut, erinnert sie sich heute.
Im Hintergrund stand für sie durchaus auch ein Motiv, das sie als "egoistisch" bezeichnet: "Ich wollte mein eigenes Wissen über dieses Thema auffrischen. Denn aus meiner eigenen Erstkommunionvorbereitung war ja nichts mehr frisch."
Inzwischen hat Anne Bührmann fünf Kinder, das älteste elf Jahre alt, die jüngsten fünf und zwei Jahre. Dazu kommen noch zwei neunjährige Zwillinge. Im vorigen Jahr, als eines der Zwillingskinder zur Erstkommunion ging, hat sie sich erstmals an der Vorbereitung beteiligt. "Ich wollte auch einmal neu nachdenken über solche Fragen."
Schöner als gedacht
Ihr Eindruck: "Es war schöner als gedacht. Und einfach. Gar nicht so kompliziert, wie ich es mir vorgestellt hatte." Der Grund: Die Kinder in ihrer Gruppe seinen "begeisterungsfähig und offen" gewesen. Offen für das Brotbacken, um ein Gefühl für das Zeichen zu gewinnen. Aber auch offen für das Basteln mit Tonkarton und die Gespräche, die sich daran knüpften.
Anne Bührmann und sechzehn andere Frauen waren aus den Gemeinden Langförden Sankt Laurentius und Bühren Sankt Johannes in die Katholische Akademie Stapelfeld gekommen. Thema ihres Besinnungstages: "Als Katechetin vom eigenen Glauben erzählen – und über Eucharistie sprechen." Begleitet wurden sie von Langfördens Pastoralreferent Manfred Quatmann und von Pastoralassistentin Elke Willenborg. Die Gestaltung des Tages lag in den Händen von Dominik Blum, Referent für Glaubensweitergabe im Bischöflichen Offizialat, sowie von Pfarrer Marc Röbel, Geistlicher Direktor der Akademie.
Gott und Haiti
Was ist an meinem Leben anders, weil ich versuche zu glauben? Was bleibt mir unverständlich und dunkel? Fragen, die die Frauen als Gesprächsanstoß in kleine Gesprächskreise mitnahmen. Wo sie dann schnell in lebendigen Austausch kamen. Wenn es etwa um Fragen ging, die sie den Kindern in den Gruppen nicht zu beantworten wussten. Etwa, wie Gott das furchtbare Erdbeben in Haiti habe zulassen können.
Wer findet da schon schnell und leicht eine einfache Antwort? Die Frauen aus Langförden und Bühren nicht. Dominik Blum ermunterte sie: Eine Antwort wie "Auch wir wissen nicht alles" sei für Kinder "gesünder und ehrlicher" als eine Gruppenmutter, die den Eindruck erwecken wolle, überall sich auszukennen.
Blum mahnte jedoch auch, angesichts einer solchen Katastrophe mit Hunderttausenden Toten sich selbst nach seinem eigenen Bild von Gott und dem Leid zu fragen. Das könne in dieser Phase der Vorbereitung auf die Erstkommunion noch am besten geschehen, wenn sich die Gruppenmütter zum Gespräch träfen.
Das Ziel müsse immer sein: Im Glaubenszeugnis der Männer und Frauen in der Vorbereitung solle glaubwürdig, sachlich stimmig und verständlich der eigene Glaube und der Glaube der Kirche zusammenkommen. Blum gab zu: "Das ist leichter gesagt als gelebt."
Nicht mehr erblich
Der Grund, so Blums Überzeugung: "Der christliche Glaube ist nicht mehr erblich. Aber er ist immer noch ansteckend." Deshalb seien Gruppenmütter "ein großer Schatz für die Kirche". Mit großen und schwierigen Aufgaben: sich immer wieder neu einstellen zu müssen auf unterschiedliche Eltern.
Auf Christen, die schon engagiert sind in der Gemeinde, auf solche, die erst einmal interessiert sind, und auf Menschen, die in Distanz zur Kirche stehen. Die Vorbereitung auf die Erstkommunion müsse deshalb "auf ganz unterschiedlichen Wegen" und "in großer Vielfalt" erfolgen. Weil sie mittelbar auch Erwachsene betreffe.
Glaubensgespräche mit Erwachsenen, mit den Eltern der Erstkommunionkinder, lassen sich in den Gemeinden jedoch nicht allzu leicht führen, diesen Eindruck konnte man in Stapelfeld gewinnen.
Langfördens Pastoralreferent Manfred Quatmann forderte Beharrlichkeit und erinnerte an die Beispiele im Neuen Testament: "Wir heute unterrichten sehr intensiv die Kinder und segnen gelegentlich die Erwachsenen. Jesus hat es genau umgekehrt gemacht: Er hat immer wieder die Erwachsenen gelehrt und die Kinder gesegnet."
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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Archiv in
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