
Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Felicitas-Altar der St.-Antonius-Kapelle kehrt wieder zum Ursprungsort zurück und wird nach der Restaurierung in der Vredener Stiftskirche aufgestellt. Der Altar war eine Leihgabe für die 1916 geweihte St.-Antonius-Kapelle.
Profanierung der St.-Antonius-Kapelle in Vreden-Köckelwick
Rückkehr des Altars in die Stiftskirche
Vreden-Köckelwick. Mehr als 100 Gläubige nahmen Abschied von der St.-Antonius-Kapelle in Vreden-Köckelwick, als sie zum Gottesdienst der Profanierung zusammenkamen. Wegen Priestermangels und geringerer Kirchenbesucherzahlen kann das Bistum Münster keinen eigenen Pfarrer für die St.-Antonius-Kapelle im Antoniusheim stellen, das nicht zur Vredener Gemeinde St. Georg gehört. Daher hat der Trägerverein der Köckelwicker Einrichtung für wohnungslose Männer beschlossen, dass aus dem Kirchenraum der denkmalgeschützten Kapelle demnächst ein Speisesaal und Mehrzweckraum wird, wobei die innere und äußere Bausubstanz erhalten bleiben soll.
Domkapitular Dieter Geerlings, der zugleich Vorstandsmitglied des Vereins für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen ist, feierte den Abschluss-Gottesdienst gemeinsam mit Dechant Guido Wachtel und Pfarrer em. Johann Ahler. In seiner Predigt blickte Geerlings auf die Weihe der Kapelle im Jahr 1916 zurück. "Wir feiern den letzten Gottesdienst mit gemischten Gefühlen. Trauer und Wehmut stehen für den Abschied und Dankbarkeit für alles, das wir hier erfahren haben. Doch die Gemeinschaft mit Jesus ist an diesem Ort auch weiterhin möglich – in der Euthymia-Kapelle."
Nach dem Schlusslied las Paul Bergmann, Pastoralreferent im Antoniusheim, das Dekret von Bischof Felix Genn vor, in dem er die Profanierung der Kapelle verkündete und darauf hinwies, dass für die Verwendung der liturgischen Ausstattung gewissenhaft Sorge zu tragen sei. Anschließend betete Bergmann mit den Gottesdienstbesuchern die "Litanei zur Profanierung der Kirche". Die Priester löschten die Kerzen im Altarbereich und trugen gemeinsam mit den Messdienern und Gottesdienstbesuchern das Allerheiligste in einer Prozession zur Euthymia-Kapelle, die sich im Raum hinter der Cafeteria befindet.
Solange es seine Gesundheit zulässt, wird der 96-jährige Pfarrer em. Johann Ahler auch weiterhin jeden Sonntag um 8.45 Uhr in der Euthymia-Kapelle des Antoniusheims einen Gottesdienst feiern.
Die Umbauarbeiten der St.-Antonius-Kapelle werden nach Auskunft von Reinhard Heidemann, Leiter des Antoniusheims, im Frühjahr beginnen. Die Kirchenbänke werden an eine Gemeinde in Rumänien gespendet. Die Archivierung der sakralen Gegenstände erfolgt in Absprache mit den Kunstexperten des Bischöflichen Generalvikariats in Münster. Der Felicitas-Altar, der im Dreißigjährigen Krieg um 1639 entstand, hatte ursprünglich seinen Platz in der Stiftskirche. Dorthin wird er nach einer fachmännischen Restaurierung zurückkehren.
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Text: Annegret Rolvering | Foto: Annegret Rolvering in
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