
Gehen zuversichtlich und geschlossen die Gemeinde-Fusion in Emsdetten an (von links): Silvia Albers (Kirchenvorstandsmitglied in St. Marien), Pfarrer Christoph Rensing, Hildegard Robertz (Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Pankratius), Markus Wixmerten (Pfarrgemeinderatsmitglied in St. Pankratius) und Christel Starp (Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Marien).
Zur Zusammenlegung der Pfarreien St. Marien und St. Pankratius
Entscheidung für eine Dauerlösung
Emsdetten. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber er wird mit Zuversicht gegangen: Die beiden Emsdettener Pfarreien St. Marien und St. Pankratius bereiten in den nächsten drei Jahren ihre Fusion vor. Entstehen wird nach derzeitigem Stand mit 26.000 Gemeindemitgliedern die größte Pfarrei im Bistum Münster. Sie umfasst das ganze Stadtgebiet von Emsdetten.
Die Entscheidung der Bistumsleitung traf die Emsdettener Katholiken unerwartet: Christoph Rensing, bislang Pfarrer der St.-Marien-Gemeinde, wird zusätzlich Pfarrer von St. Pankratius. Zusammen mit Pfarrer Norbert Weßel aus Münster, der als neuer Seelsorger und in der Aufgabe als Vicarius Cooperator im Juni das Seelsorgeteam verstärken wird, führt er in den nächsten drei bis vier Jahren die Gemeinden zur Fusion. Mit dieser Vorgabe machte die Bistumsleitung eine Kehrtwende. Denn noch Ende letzten Jahres stellte diese den Emsdettenern in Aussicht, für die St.-Pankratius-Gemeinde einen eigenen Pfarrer bestellen zu wollen, nachdem im vergangenen Jahr in St. Pankratius mit Dechant Wolfgang Benden und Pfarrer Bernhard Volkenhoff zwei Priester im aktiven Dienst plötzlich verstarben.
"Wir sehen eine nicht unerhebliche Belastung für alle Beteiligten hier vor Ort. Aber wir werden uns der Situation stellen, auch wenn wir alle die Fusionsprozesse der vergangenen Jahre noch längst nicht verarbeitet haben", sagt Hildegard Robertz, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Pankratius. Dass der bisherige Pfarrverwalter in St. Pankratius, Pfarrer Christoph Rensing, nun zwei Pfarreien leitet und die Zusammenlegung vorbereitet, empfindet sie als gute Personalentscheidung: "Die Art und Weise, wie Pfarrer Rensing diese schwierige Phase meistert, macht uns zuversichtlich, die Fusion anzugehen."
Robertz formuliert dabei eine Sorge, die viele Gemeindemitglieder beschäftigt: "Was muten wir den Seelsorgern heute zu?" Erforderlich sei die ehrenamtliche Unterstützung der Priester, deren Aufgaben zunähmen.
Christel Starp, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Marien, meint, dass die neue Fusion einige Jahre zu früh kommt. Erst habe es die Zusammenlegung von St. Servatius, Heilig Geist und St. Marien sowie von Herz Jesu, St. Joseph und St. Pankratius gegeben, und nun diese neue Herausforderung, die gewachsene Vertrautheiten in Frage stelle. Dennoch ist Starp zuversichtlich, eine lebendige Gemeinde für das ganze Stadtgebiet auf die Beine stellen zu können: "Wir müssen es in den nächsten Jahren schaffen, die Ehrenamtlichen im Fusionsprozess mitzunehmen und Strukturen aufzubauen, die möglichst viele Gemeindemitglieder in die pastoralen Überlegungen einbinden."
Eine anonyme Seelsorge werde es nicht geben. "Die große Gemeinde lebt wesentlich von dem, was in den Einzelbereichen lebendig ist und gefördert wird."
Ähnlich optimistisch will Markus Wixmerten, Pfarrgemeinderatsmitglied in St. Pankratius, an die kommenden Aufgaben herangehen. "Die Gremien sind in der Verpflichtung, offen aufeinander zuzugehen. Ich sehe in dem Bereich auch keine Schwierigkeiten, weil die personelle Lösung, die mit Christoph Rensing und Norbert Weßel gefunden wurde, in St. Pankratius positiv aufgenommen wurde." Es sei noch offen, wie die pastorale Zukunft aussehen könne, aber man setze auch auf Unterstützung seitens der Bistumsleitung.
Nach Auskunft von Silvia Albers, Mitglied im Kirchenvorstand von St. Marien, wird es erst nach der Fusion zu einer Zusammenführung des Kirchenvermögens kommen. Doch schon im Vorfeld müssten Überlegungen angestellt werden, wie später die elf katholischen Tageseinrichtungen für Kinder, die Kirchengebäude und Pfarrheime verwaltet werden. "Die Kirchenvorstände werden sicher gute Vorarbeiten leisten."
Ein "Wir-Gefühl" für ganz Emsdetten entwickeln möchte Pfarrer Rensing. Die Entscheidung des Bischofs, eine dauerhafte Lösung für die Stadt zu treffen, habe ihn nicht überrascht. "Wir müssen den Realitäten ins Auge sehen. Die Perspektive, Großgemeinden zu gründen, ist mir nicht fremd, auch wenn mich die Lösung für die Stadt überrascht hat. Ich weiß, wie anstrengend eine Fusion ist. Aber wir alle haben in Emsdetten damit schon unsere Erfahrungen gemacht, sodass wir Fehler aus der Vergangenheit vermeiden können und mehr Verständnis erwarten dürfen. Vielleicht ist der jetzige Zeitpunkt dieser Entscheidung gar nicht so schlecht." Mit den Gremien wolle er ein neues Pastoralkonzept entwickeln, das Beheimatung und Identität biete.
Mittelfristig wird es in Emsdetten nur noch ein Pfarrhaus geben, um die praktische Alltagsarbeit besser koordinieren zu können. Die Priester werden dann in einer Wohngemeinschaft leben. "Das erleichtert die Absprachen", sagt Rensing.
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