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16.05.2012
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Pfarrer Heinrich Wernsmann (links) und Pfarrer Holger Erdmann.

Pfarrer Heinrich Wernsmann (links) und Pfarrer Holger Erdmann während des ökumenischen Friedensgebets in der katholischen St.-Marien-Kirche in Borghorst.

Ökumenischer Neujahrsempfang in Steinfurt-Borghorst

Gemeinsames soziales Handeln der Kirchen

Steinfurt-Borghorst. Sind Kirchen in der modernen Gesellschaft Sinnstifter, Kulturträger oder beides? Die Frage nach einer Positionsbestimmung hatten die katholische Gemeinde St. Nikomedes in Steinfurt-Borghorst und die beiden evangelischen Kirchengemeinden in Borghorst in den Mittelpunkt ihres diesjährigen ökumenischen Neujahrsempfangs gestellt.

"Die Kirchen müssen sich wieder stärker auf ihr Wächteramt in der Gesellschaft besinnen", machte Pfarrer Holger Erdmann von der evangelischen Kirchengemeinde in seiner Ansprache im Rahmen des vorgeschalteten Friedensgebets deutlich. "Beten und tun" sei die zweifache Aufgabe der Christen. Die Kirchen seien einerseits Träger sozialer Einrichtungen, aber darin erschöpfe sich ihr Auftrag nicht. Sie müssten vielmehr immer den Finger in die Wunde gesellschaftlicher Fehlentwicklungen legen.

"Wenn wir als christliche Kirchen die Steinfurter Tafel betreiben, ist es auch unsere Pflicht, auf die sozialen Missstände hinzuweisen. Als Träger von Einrichtungen für kranke und alte Menschen und für Menschen mit Behinderungen müssen wir auch über den Umgang mit Alten und Kranken in unserer Gesellschaft diskutieren. Kirche und Gesellschaft müssen auf Augenhöhe ins Gespräch kommen", so Erdmanns Forderung.

Gelegenheit gab es direkt beim ökumenischen Neujahrsempfang, denn die Kirchengemeinden hatten Landrat Thomas Kubendorff für ein Referat gewinnen können. Die christlichen Kirchen, sagte Kubendorff, hätten in einer zunehmend säkularisierten Welt eine bedeutende Position. Sie seien wichtiger Sinnstifter und Kulturträger zugleich. Gerade wenn Menschen Grenzerfahrungen machten, seien die Kirchen wichtige Ansprechpartner. Die Gesellschaft habe und brauche ein christliches Fundament.

Pfarrer Erdmann, Pfarrer Johannes-Ulrich Schiller von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pfarrer Heinrich Wernsmann von der katholischen Pfarrgemeinde verbanden mit dem ökumenischen Neujahrsempfang, den sie seit 2002 gemeinsam pflegen, ihren Dank an die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den drei Borghorster Kirchengemeinden und setzen auch weiterhin in vielen Bereichen auf die gute ökumenische Zusammenarbeit, die sich auch im sozialen und karitativen Engagement bewährt habe: "Wir müssen auf Gottes Wort hören und gemeinsam tatkräftig zufassen", sagte Wernsmann.

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