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17.05.2012
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Weihnachtsfeiern im St. Antoniusheim Vreden.

Stefanie Sommer, Sozialarbeiterin in St. Antoniusheim, mit Bewohnern beim Betrachten der Krippenfiguren.

Weihnachtsfeiern im St. Antoniusheim Vreden

Ein Glück, nicht einsam zu sein

Vreden. Mit Weihnachten verbinden viele Menschen an erster Stelle die Feier der Geburt Jesu im Gottesdienst und das anschließende Fest zuhause mit der Familie. Doch wie feiern Menschen Weihnachten, die keine Familie mehr haben? Kirche+Leben besuchte das St. Antoniusheim in Vreden, eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe für in Not geratene Männer.

Am Heiligabend wird den Männern zunächst ein besonderes Weihnachtsprogramm geboten: Die Mitglieder des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Vreden stimmen musikalisch auf das Fest ein. Es folgt der Weihnachtsgottesdienst, an dem neben den Bewohnern auch viele Köckelwicker Landwirtsfamilien aus der Nachbarschaft und die Familien der Mitarbeiter des Antoniusheims teilnehmen. Daran schließt sich die Weihnachtsfeier mit Weihnachtsgeschichte, Musik, der Bescherung und einem festlichen Menü an.

Werner Karsten lebt seit sechs Jahren im Antoniusheim, zunächst in der so genannten Arbeiterkolonie und nun im angegliederten Altenpflegeheim. Nach der offiziellen Feier freut er sich auf ein Treffen mit anderen Bewohnern: "Wir sitzen zusammen und unterhalten uns über die Ereignisse des Jahres." Auch ein anderer Bewohner, der erst ein Weihnachtsfest im Antoniusheim erlebt hat, möchte den Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage nicht allein in seinem Zimmer verbringen. "Das Wichtigste ist, dass man sich nicht einsam fühlt. Ich habe viele Interessen und möchte mich gern mit anderen darüber austauschen."

Jerzey Piotrowiak stammt gebürtig aus Polen und hat schon viel erlebt. Er bezeichnet das Antoniusheim als "familiär" und fühlt sich dort gut aufgehoben. Dass die Bewohner, die oft harte Schicksalsschläge erfahren haben, in der Einrichtung ein Zuhause finden, sei besonders wichtig, betont Stefanie Sommer. "Ich feiere dort mein 15. Weihnachtsfest und finde das ganze Programm der Feier schön. Die Küche gibt sich an den Festtagen besonders viel Mühe. Trotzdem können mehrere Feiertage nacheinander für Bewohner zu langen Stunden werden", sagt die Sozialarbeiterin.

Karl-Heinz Kirchberg nickt zustimmend. "Bei der Weihnachtsfeier hier im Haus wird einiges geboten. Aber gerade an Weihnachten kommen die Gedanken an die Familie hoch. Man darf nicht grübeln – aber ich denke dann immer an meine Kleine", erzählt Karl-Heinz Kirchberg. "Deine Tochter ist doch nicht mehr klein, sie ist schon 20 Jahre alt", entgegnen die anderen Bewohner. "Für mich bleibt sie immer meine Kleine. Ich habe sie ja seit 19 Jahren nicht mehr gesehen", sagt Karl-Heinz Kirchberg. "Deshalb muss ich mich gerade an Weihnachten ablenken. Ich spiele mit anderen Skat und gehe spazieren."

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Text: Annegret Rolvering | Foto: Annegret Rolvering in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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