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17.05.2012
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Weihbischof Heinrich Timmerevers.

Weihbischof Heinrich Timmerevers

Ein weihnachtliches Gespräch mit Weihbischof Timmerevers

Von der Kraft der Gnade

Oldenburger Land. "Gnadenbringend" sei die Weihnachtszeit – davon singen Gläubige in einem Weihnachtslied. Aber was bedeutet Gnade überhaupt? Wie muss man sie besonders in der Weihnachtszeit verstehen? Fragen an Weihbischof Heinrich Timmerevers.

Kirche+Leben: Herr Weihbischof, was bedeutet Ihnen persönlich eine gnadenreiche Weihnachtszeit?

Weihbischof Timmerevers: Gnade ist auf eine Kurzformel gebracht die unverfügbare und heilvolle Zuwendung Gottes zum Menschen. Und Weihnachten ist deshalb gnadenreich, weil durch das Erscheinen Jesu Christi die Zuwendung Gottes einen unüberbietbaren Höhepunkt erreicht hat. Gott selbst ist uns in Christus erschienen. Gnade ist also nicht einfach ein leeres Wort, sondern von Gott erfüllt. Etwas Größeres kann es nicht geben. Wenn ich anderen eine gnadenreiche Weihnachtszeit wünsche, dann wünsche ich ihm, dass er sich angenommen weiß und von Gott geliebt. Wir sind von Gott beschenkt und beschenken uns deshalb auch selbst an diesem Fest.

Kirche+Leben: Was kann der Mensch selbst dafür tun, kann er sich der Gnade Gottes gerade in der Weihnachtszeit besonders nähern?

Timmerevers: Erwerben kann man die Gnade Gottes sicherlich nicht, sie ist ganz eindeutig ein freies Geschenk. Der Mensch kann aber sein Herz offen halten, sich der Sehnsucht nach einem Halt in der Welt öffnen, sich nicht selbst zum alleinigen Maßstab machen. Im letzten bedeutet das, offen zu sein für Gott.

Kirche+Leben: Der Begriff Gnade findet sich zum Beispiel auch in dem Weihnachtslied "O du fröhliche". Berührt Sie dieses Lied besonders? Oder haben Sie andere Lieblingslieder in der Weihnachtszeit?

Timmerevers: Natürlich rühren uns viele Weihnachtslieder besonders an, weil sie bereits aufgrund einer guten Komposition in uns tiefere Ebenen erreichen. Hinsichtlich des Inhaltes ist mir persönlich vor allem das Lied "Menschen, die ihr wart verloren" wichtig geworden, und hier besonders die dritte Strophe "Menschen liebt, o liebt ihn wieder". Und eine ganz eigene Bedeutung hat ja das Lied "Stille Nacht", das weltweit in allen Sprachen gesungen wird. Außer an Weihnachten singe ich es immer mit Pilgern bei Fahrten in das Heilige Land in der Geburtsgrotte von Betlehem. Das ist für viele dann wirklich ein ganz bewegender Moment. Ein Moment, in dem Glaube, Erleben und Erfahrung einander besonders nahe sind.

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Interview: Franz Josef Scheeben | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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