
Im Rahmen der Altarweihe legte Weihbischof Heinrich Janssen Reliquien des seligen Kardinal Clemens August Graf von Galen in den Altar der St.-Rochus-Kirche in Lüllingen.
Regionalbischof Janssen weihte den Altar in Lüllingen
"Der Altar ist wie ein Zelt in der Wüste"
Geldern-Lüllingen. Holz, Stein oder Metall? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein siebenköpfiges Gremium, dem 2001 die Verantwortung übertragen worden war, sich um eine neue Choreinrichtung für die Rochuskirche in Lüllingen (Geldern) zu kümmern, der zweitkleinsten Kirche innerhalb der Pfarrgemeide St. Maria-Magdalena.
Schließlich fiel die Wahl auf massive europäische Eiche, die der Tischlermeister Ferdinand Janßen in mehrmonatiger handwerklicher Maßarbeit zu ansehnlichen Rundbögen verarbeitete. Altartisch, Tabernakel, Ambo, Kerzentisch, Taufbecken und die Sitze im Altarraum wurden am ersten Adventssonntag durch Regionalbischof Heinrich Janssen konsekriert.
Janssen erwähnte während seiner Predigt den "eigenen Geist", den die kleine Lüllinger Christengemeinschaft – heute rund 670 Katholiken – seit der Erbauung der kleinen Kapelle 1747 und der Erweiterung 1921 entwickelt hatte. Die kleine Kirche "an der Klus" belege die Geschichte des Glaubens. Der Blick auf den Altar verheiße die Gegenwart Jesu Christi, fügte der Weihbischof hinzu: "Die Altarweihe im Advent heißt auch: Gott bleibt für uns immer der Kommende, ja der uns Entgegenkommende."
Sich um den Altar zu versammeln sei ein Zeichen des Feiertags. Symbolisch sei der Altar wie ein Zelt in der Wüste oder ein Weg, der ankommt. In der heutigen Gesellschaft mit hohem Leistungsdruck und Konsumzwang ermahnte der Weihbischof, den Wert und die Würde des Menschen nicht von seiner Leistung abhängig zu machen. Dafür sei schon der selige Kardinal Clemens August in seinen Predigten eingetreten. "Er ist lebendig durch die Reliquien in Ihrer Lüllinger Kirche."
Pfarrer Stefan Dördelmann erklärte, dass die Reliquien aus dem alten, aus Sperrholz gebauten Altar von St. Rochus geöffnet worden seien und die Schriften nicht mehr zu entziffern gewesen seien. In der feierlichen Konsekration im neuen Kirchenjahr setzte Weihbischof Janssen nicht nur die bisherigen Reliquien in die Mitte des Altars ein. Zusätzlich ruhen an dieser Stelle jetzt Reliquien des seligen Clemens August von Galen. Nach der Salbung mit Chrisam entzündete der Weihbischof an vier Ecken und in der Mitte des Altars Dochte in einer feuerfesten Schale. Eine besondere Ehre wurde dem Lüllinger Tischlermeister Ferdinand Janßen zuteil, der den Deckel auf die eingebetteten Reliquien des Altars auflegen durfte. Danach wurde der neue Altar erstmals mit Leinen, Kerzen und einem Weihnachtsstern geschmückt.
Der erste Adventssonntag 2009 wird in der kleinen Gemeinschaft ein besonderer Tag bleiben, entsprechend der Predigt des Regionalbischofs: "Gott verbindet und Gott verbindet sich mit den Menschen."
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Text: Monika Kriegel | Foto: Monika Kriegel in
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14.12.2009
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