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16.05.2012
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Gnadenbild.

Die Gemeinde hat vor dem Gnadenbild einen Ort des Gebets geschaffen.

Das Vinnenberger Gnadenbild macht Station in Füchtorf

Besuch von der Mutter Gottes

Sassenberg-Füchtorf. Schon einmal wurde das Gnadenbild aus dem Wallfahrtsort Vinnenberg im benachbarten Füchtorf untergebracht. Zurzeit macht die "Mutter Gottes vom Himmelreich" erneut Station in der Pfarrkirche.

Norbert Ketteler, Pfarrer an St. Mariä Himmelfahrt in Sassenberg-Füchtorf und früherer Rektor der Klosterkirche in Vinnenberg, hatte den Vorschlag gemacht, das Gnadenbild der "Mutter Gottes vom Himmelreich" während der Renovierungsarbeiten in der Vinnenberger Klosterkirche in Füchtorf unterzubringen. Vermutlich bis Ostern 2010 bleibt das schlichte, aus Eiche geschnitzte, kaum 17 Zentimeter große Gnadenbild in der Pfarrkirche stehen.

Die Urform des Vinnenberger Gnadenbilds geht auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Es zeigt die Gottesmutter Maria, die auf einem Thron sitzt und das Jesuskind auf dem Schoß trägt, das zu ihr aufblickt. Mehrere Bischöfe förderten von Anfang an den Besuch des Klosters Vinnenberg, sodass der Ort bald ein Anziehungspunkt für Pilger wurde.

Mehrmals wurde das Gnadenbild in den vergangenen Jahrhunderten aus Sicherheitsgründen aus dem Kloster ausgelagert: Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde es in ein kloster-eigenes Haus in Warendorf gebracht. Der münstersche Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der das Wallfahrtswesen insgesamt förderte, gewährte dem Konvent in Vinnenberg eine Große Prozession mit dem Allerheiligsten und dem Gnadenbild, die jährlich am Fest Mariä Geburt im September gehalten wurde.

1810 wurde Kloster Vinnenberg aufgelöst, und das Gnadenbild kam nach Füchtorf, wo es bis 1831 blieb. Im Zweiten Weltkrieg musste die Marienfigur erneut in Sicherheit gebracht werden: 1941 wurden die Vinnenberger Schwestern durch die Gestapo aus dem Kloster ausgewiesen. Den Milter Pfarrgeistlichen gelang es auf Drängen des damaligen Rektors von Vinnenberg, das Gnadenbild mitzunehmen und es Bischof Clemens August von Galen anzuvertrauen. Der gab ihm einen Ehrenplatz auf seinem Schreibtisch. Bei dem schweren Bombenangriff am 10. Oktober 1943 wurde das Bild, ebenso wie das Bischöfliche Palais, der Dom und weite Teile der Stadt, vernichtet. Bischof von Galen ließ jedoch sofort eine Nachbildung schaffen, die heute anstelle des alten Bilds verehrt wird und jedes Jahr zahlreiche Pilger nach Vinnenberg zieht.

Auch die Füchtorfer Gemeinde unternimmt ein Mal im Jahr eine Wallfahrt ins sechs Kilometer entfernte Vinnenberg, berichtet Pfarrer Ketteler. "Die Leute bringen ihre Anliegen, Dank und Bitte, vor die Mutter Gottes."

Zurzeit hat die Füchtorfer Gemeinde einen Ort zur persönlichen Andacht und zum Gebet vor dem Gnadenbild geschaffen, an dem die Gläubigen eine Kerze anzünden können.

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Text: Almud Schricke | Foto: Almud Schricke
30.11.2009

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