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12.03.2010
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Anita Jacoby.

Mit dem Gotteslob in der Hand bei der Wahl zum Pfarrgemeinderat von Molbergen St. Johannes: Anita Jacoby.

Nur 25 von 63 Pfarrgemeinden wählten überhaupt

Diesmal ein ungewöhnliches Wahlverfahren

Vechta. Wahlen zum Pfarrgemeinderat sind inzwischen wahrhaftig Alltag. Am vorigen Wochenende waren sie es aber nicht. In weniger als der Hälfte der Gemeinden wurde überhaupt gewählt. Der Grund: die Zusammenlegung von Gemeinden oder die Phasen der Vorbereitung.

Nur 25 der zurzeit 63 Pfarrgemeinden haben am vergangenen Wochenende ihre Gläubigen zur Wahl von Pfarrgemeinderäten gerufen. Das teilt die bischöfliche Pressestelle in Vechta mit. Damit gelten diese Wahlen – so die offizielle Formulierung – als "einmalig und ungewöhnlich".

Warum wird nicht überall gewählt? Die bischöfliche Behörde in Vechta und die Bistumsleitung in Münster haben es den Gemeinden freigestellt, die Amtszeit ihrer amtierenden Räte zu verlängern. Oder sie konnten die sogenannten Seelsorgeräte zunächst beibehalten; diese Übergangsgremien waren aus dem Prozess der Zusammenlegung von Gemeinden entstanden.

Wichtige Bedingung war hier immer, dass jeder Gemeindeteil mit der gleichen Zahl von Abgeordneten vertreten war. So konnten kleinere Gemeindegeteile mit dem sicheren Gefühl in die Pfarrgemeinderatsarbeit gehen, man werde sie nicht einfach überstimmen.

Das soll unter anderem in Wilhelmshaven eine Rolle gespielt haben, wo neun Gemeinden mit mehreren tausend oder wenigen hundert Gläubigen zusammengelegt wurden.

Die entscheidende Folge von Verschiebung oder Verlängerung: Normalerweise sind im Oldenburger Land zweihunderttausend Katholiken zur Wahl eines Pfarrgemeinderates aufgerufen. In diesem besonderen Fall, bei diesen ungewöhnlichen Wahlen des Jahres 2009, waren es nur siebzigtausend.

Wer mindestens sechzehn Jahre alt ist, darf den Pfarrgemeinderat wählen. Nach offiziellen Angaben gehen erfahrungsgemäß ungefähr fünfzig bis sechzig Prozent der regelmäßigen Gottesdienstbesucher zur Wahl. Pfarrgemeinderatswahlen im Offizialatsbezirk Oldenburg werden turnusmäßig alle vier Jahre abgehalten.

Wo gewählt wurde

Im Dekanat Cloppenburg fand die Pfarrgemeinderatswahl in der Kirchengemeinde Molbergen mit Peheim und in Stapelfeld statt. Die neu gegründete Pfarrei Bethen mit Kellerhöhe und Varrelbusch verzichtete auf die Neuwahl und verlängerte die Amtszeit ihres Seelsorgerates.

Auch die anderen Gemeinden und Ortsteile dieses Dekanats, so Cappeln, Elsten, Schwichteler, Sevelten, Cloppenburg Sankt Andreas, Sankt Josef, Sankt Augustinus, Sankt Bernhard Emstekerfeld sowie Emstek, Halen und Höltinghausen wählten nicht und verlängerten die Amtszeit ihrer Räte bis zum Abschluss ihrer Neugründungsprozesse.

70.000 statt 200.000 Wähler

Im Dekanat Damme fanden PGR-Neuwahlen statt in Damme mit Osterfeine und Rüschendorf, in Dinklage und in Neuenkirchen. Keine Neuwahlen, sondern eine Amtszeitverlängerung ihrer Gremien bis zum Abschluss ihrer Neugründungsvorhaben nahmen vor: Lohne Sankt Gertrud, Brockdorf, Lohne Sankt Josef mit Kroge, Mühlen und Steinfeld sowie Holdorf und Handorf-Langenberg.

Im Dekanat Delmenhorst wählten alle Gemeinden, so Delmenhorst Sankt Marien, Sankt Christophorus, Hude, Lemwerder und Stuhr-Moordeich.

m Dekanat Friesoythe fand die Neuwahl der Pfarrgemeinderäte in allen Kirchengemeinden statt. Dies sind die Pfarreien in Friesoythe, Garrel, Bösel, Barßel und Saterland.

Im Dekanat Löningen wählten jetzt Lindern, Löningen und Essen neu. In Lastrup, Hemmelte und Kneheim ist die Amtszeit der bisherigen Gremien wegen der bevorstehenden Zusammenlegung verlängert.

Keine Wahl oder verlängert

Im Dekanat Oldenburg wurde im Oldenburger Stadtgebiet gewählt in Sankt Marien, Sankt Willehad und Sankt Josef. Im Ammerland wählte die Kirchengemeinde Westerstede mit Augustfehn. Keine Neuwahlen fanden statt in Bad Zwischenahn und Rastede sowie an der Unterweser in Brake, Elsfleth, Butjadingen sowie in Nordenham, Einswarden und Rodenkirchen.

Im Dekanat Vechta wurde jetzt gewählt in Vechta sowie in Visbek mit Rechterfeld. Keine Neuwahl, sondern Amtszeitverlängerung anberaumt war in Bakum mit Carum, Lüsche, Vestrup, in Bühren, Langförden, Goldenstedt, Ellenstedt, Lutten und Wildeshausen mit Ahlhorn.

Im Dekanat Wilhelmshaven fand die Pfarrgemeinderatswahl statt in den Kirchengemeinden Jever Benedikt mit Schortens und Schillig sowie auf der Insel Wangerooge. Nicht gewählt wurde in den katholischen Pfarreien Wilhelmshaven und Varel. Auch deren ehrenamtliche Seelsorgeräte führen die Arbeit zunächst weiter.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Pfarrgemeinderat

Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Andreas Böhm in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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