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11.02.2012
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Kreuz.

Im Technikkursus der Gesamtschule Nordkirchen entstand das Kreuz.

Ein Kreuz für den Raum der Schulseelsorgerin

Mit dem Glauben auseinander gesetzt

Nordkirchen. Das Kreuz für den Schulseelsorgeraum der Gesamtschule in Nordkirchen ist fertig. Aus den Händen der Schüler des Technikkurses der Klasse 9 nahm Schulseelsorgerin Marlies Woltering es in Empfang. Die Neuntklässler hatten das Kreuz unter der Leitung ihrer Lehrer Brigitte Wulfekammer und Nils Rathey nach einem intensiven Arbeitsprozess fertig gestellt.

Vor zwei Jahren kam den Verantwortlichen die Idee, ein Kreuz mit Schülern und Schülerinnen zu gestalten. Es wurden Gespräche geführt mit Kunst-, Religions- und Techniklehrern. Schließlich stand fest: Der Technikkursus der Klasse 9 im Schuljahr 2008/2009 sollte mit dieser Aufgabe betraut werden. Zum Beginn des neuen Schuljahrs besuchte Woltering den Kursus und erteilte den Schülern offiziell den Auftrag. "Das war den Jugendlichen wichtig, wurden sie doch in ihrem Tun ernst genommen und wert geschätzt", erklärt Woltering.

Die ersten Technikstunden entwickelten sich zunächst mehr zum Religionsunterricht. Es wurde über die Bedeutung des Kreuzes für die Christen gesprochen. Zudem wurde gefragt, was Jugendliche heute mit dem Symbol verbinden und welche Fragen und Widerstände sich bei ihnen regen. In Gruppen erstellten die Schüler in einem weiteren Schritt Entwürfe, in denen sie ihre Gedanken zum Kreuz kreativ umsetzten. "Besonders hat mich beeindruckt, wie intensiv sich die Jugendlichen mit der Thematik ausei-nander gesetzt haben", erzählt die 42-Jährige.

Aus den verschiedenen Ideen entschieden sich die Beteiligten für ein schlichtes Holzkreuz, das mit unterschiedlichen Puzzleteilen aus Metall besetzt werden und in dessen Mitte eine strahlende Sonne zu sehen sein sollte. Das erste Quartal des Schuljahrs war bereits herum, und die Schüler wechselten turnusgemäß in den Hauswirtschaftskursus. "Aber sie bestanden darauf, dieses Kreuz im ersten Quartal des zweiten Halbjahrs fertig zu stellen", erläutert Woltering weiter. Unterstützung erhielten die Schüler vom Hausmeister Stefan Handrup, der das Holzkreuz fertigte und beizte.

Im Januar 2009 setzten die Schüler ihre Arbeit fort. Es wurden verschiedene Metalle wie Neusilber, Kupfer, Messing und Stahl ausgewählt. Diese brachten sie mühevoll in Form von Puzzleteilen. Ein Schalter und ein Batteriefach für die geplante Leuchtdiode, die in der Mitte montiert werden sollte, wurden angebracht. Danach wurden die Metallteile aufgeklebt. Groß war der Schreck, als die Schüler feststellten, dass zwei Teile verschwunden waren. Aus der Not heraus wurde eine neue Idee geboren: Nicht nur die fertigen Metall-Puzzleteile sollten auf dem Kreuz angebracht werden, sondern auch Teile aus dem Material, das zur Herstellung notwendig war. So wurden die fehlenden Teile aus Schmirgelpapier zugeschnitten und teilweise mit Blattgold belegt. Die Leuchtdiode wurde installiert und anschließend als Sonne mit metallenen Strahlen gestaltet.

Nach der Fertigstellung waren die Schüler aufgefordert, den Arbeitsprozess zu beschreiben und das Kreuz an die Schulseelsorgerin zu übergeben. Die Jugendlichen stellten in ihrem Ergebnis noch einmal ihr Verhältnis zum Kreuz und zum Glauben dar und erklärten die einzelnen Arbeitsschritte und die Besonderheiten des Ergebnisses. Herausragend war dabei die Aussage einer 15-jährigen Schülerin, erinnert sich Woltering: "Sie sagte, dass nicht alle an Gott glaubten oder daran, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Aber sie würden daran glauben, dass es mehr gäbe, als man sehen könne, und daran, dass es eine größere Macht gäbe, bei der alle aufgehoben und beschützt seien – dafür stünde die strahlende Sonne inmitten der vielen Puzzleteile."

Positiv bewertet Woltering die Unterrichtsreihe: Die Schüler hätten gern an dem Kreuz gearbeitet und konnten sowohl ihre persönlichen Lebenserfahrungen als auch ihr kreatives und handwerkliches Geschick einbringen. "Und ich profitiere als Schulseelsorgerin ebenfalls von dem Ergebnis, denn das Kreuz, das in meinem Raum hängt, gibt blinkend Zeugnis davon, dass der Glaube heute lebendig ist."

Text: Michaela Kiepe | Foto: privat in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
02.11.2009

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