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04.02.2012
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Freiwilliger Arbeitseinsatz in Rumänien.

Der Kartoffelacker muss von Gras und Unkraut befreit werden.

Junge Erwachse bauten einen Basketballplatz und ernteten Kartoffeln

Freiwilliger Arbeitseinsatz in Rumänien

Münster/Rumänien. Junge Erwachsene aus Deutschland, Österreich und Ungarn haben ihre Freizeit in einem Salvatorianer-Kloster in Rumänien verbracht und dort freiwillig Arbeiten übernommen. Auch ein Student aus Münster war dabei. Er berichtet für Kirche+Leben von seinen Erfahrungen.

Unermüdlich rüttelt Pater Berno an der Eisenstange, die ihm gleichzeitig den einzigen Halt in gut drei Metern Höhe bietet. Der 73-jährige Abt des Salvatorianer-Klosters in der rumänischen Stadt Timisoara möchte das Gerüst eines alten Basketballzauns abbauen. Damit soll in einem verwilderten Pfarrgarten ein neuer Basketballplatz angelegt werden.

Ihm zur Hilfe steht eine zwölfköpfige Gruppe aus deutschen, österreichischen und ungarischen Freiwilligen, die sich um den Jesuitenpater Albert Holzknecht und Schwester Melanie Wolfers von den Salvatorianerinnen aus Wien zusammengefunden hat. Zwei Wochen lang wollen die 18- bis 35-Jährigen dem rüstigen Pater Berno in seinem Kloster zur Hand gehen. Etwa die Hälfte der Gruppe hat zuvor in Österreich, Belgien oder Mexiko einen Freiwilligendienst über die Organisation "Jesuit European Volunteers" (JEV), einer Initiative des Jesuitenordens, absolviert. Andere waren durch das Projekt "Impuls Leben" von Schwester Melanie auf den Einsatz aufmerksam geworden. Arbeitsfelder sind ein verwilderter Kartoffelacker im Pfarrgarten, eine Jugendfarm und Wände eines Nachtasyls, die gestrichen werden müssen. Zudem müssen in der Klosterküche Obst und Gemüse eingemacht werden.

Die Motivation der Teilnehmer ist unterschiedlich. Die einen suchen Abwechslung vom akademischen Alltag der Universität. "Im Studium sieht man oft so wenig von dem, was man macht", sagen viele der Freiwilligen. Andere wollen mit den Händen arbeiten, um am Abend sehen zu können was sie geschaffen haben. Christina kommt aus Südafrika und lebt nun in Wien. "Ich suche etwas Abstand zu meinem Berufsalltag und eine spirituell erfüllende Auszeit", erklärt die 34-Jährige der Gruppe während der Eröffnungsrunde am ersten Tag.

Morgens um sieben fängt der Tag für die Gruppe an. Nachdem die Katzen des Klosters aus dem Bus gescheucht sind und das Klostertor geöffnet ist, fährt Pater Berno einen Teil der Gruppe zum Kartoffelacker. Der ist mit Gras und Unkraut zugewuchert, nur schwer ist hier ein Kartoffelfeld zu erkennen. Während Andreas aus Wien und Ge-rald aus Bayern sich daran machen, am Feldrand Äpfel zu ernten, geht es für die anderen mit Spitzhacke und Spaten an die Kartoffelernte. "Hier hinten findet man ja nur Cocktailkartoffeln!", ruft Andreas und hält winzige Kartoffeln hoch. Pater Berno lacht und erklärt, dass er die Kartoffeln auf dem hinteren Teil erst spät eingesetzt hat und sie darum so klein sind. Gegen Mittag ist gut die Hälfte des Ackers bearbeitet, und fünf Kisten Kartoffeln warten auf den Abtransport. Der Nachmittag ist der Gruppe freigestellt. Zeit, Timisoara und seine Geschichte zu erkunden.

Abends treffen sich die jungen Erwachsenen in der Kapelle des benachbarten Salvatorianerinnen-Klosters. Schwester Melanie hat zum Abschluss des Tags einen geistlichen Impuls vorbereitet. Zwischen Liedern und Gebeten wird die Arbeit reflektiert.

Der Basketballplatz im Pfarrgarten hat nach zwei Wochen schließlich Form angenommen. Der Zaun im Kloster ist vollständig abgebaut. Das Feld im Pfarrgarten ist von Büschen und kleinen Bäumen befreit. Zwar ist noch viel zu tun, um den Platz fertig zu stellen. Aber Pater Berno ist unbesorgt. "Das wird schon", ist er sich sicher. Weitere Jugendgruppen aus Deutschland sind bereits im Kloster eingetroffen.

Für die Gruppe der Freiwilligen geht es zurück in den Alltag. Ein gemeinsames Grillen im Klosterhof mit den traditionellen "Mititei", kleinen Hackfleischwürstchen, beendet den Einsatz. Nach der Abschlussmesse stellen Pater Albert und Schwester Melanie der Gruppe die Aufgabe, ihren Einsatz unter ein Motto zu stellen. Schnell sind sich die Teilnehmer einig: "Kostenlos, aber nicht umsonst."

Text: Daniel Peitz | Foto: Daniel Peitz in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
02.11.2009

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