
Liudger hat im Münsterland viele Spuren hinterlassen. Das Foto zeigt eine Statue aus dem St.-Paulus-Dom in Münster.
Abschluss des Liudgerjahrs in Sendenhorst und Albersloh
Eintauchen in die Welt um 800
Sendenhorst/Albersloh. Ein Jahr lang standen die Aktivitäten der Gemeinde St. Martinus und Ludgerus in Sendenhorst im Zeichen des Liudger-Jubiläums: Der Todestag des ersten Bischofs von Münster jährte sich in diesem Jahr zum 1.200. Mal. Zum Abschluss taucht die Gemeinde in die Geschichte ein.
Bei zahlreichen Veranstaltungen hat sich die Gemeinde im Jubiläumsjahr mit dem Patron einer ihrer Kirchen beschäftigt. Unterschiedliche Gruppen haben Fahrten nach Billerbeck, dem Sterbeort Liudgers, angeboten, und im September fand eine Wallfahrt nach Essen-Werden statt, wo Liudger bestattet ist. Der Ludgerus-Sonntag wurde groß gefeiert, und auch die Fastenpredigten beschäftigten sich mit dem Bistumsgründer, teilte der Sachausschuss Öffentlichkeitsarbeit des Pfarrgemeinderats von St. Martinus und Ludgerus mit.
Das Gedenkjahr 2009 sei auch ein Anlass, "den Spuren des Glaubens zu folgen, dessen Grundlagen Liudger gelegt hat", heißt es in einer Mitteilung. Denn vor mehr als 1.200 Jahren habe es im Münsterland ganz anders ausgesehen: Die Menschen glaubten noch nicht an den Christengott, den ihnen der fränkische König und spätere Kaiser Karl der Große habe aufzwingen wollen. Die Christianisierung des Münsterlands sei untrennbar mit dem heiligen Liudger verbunden. "Der Missionar und Bischof, einer der großen Heiligen Europas und Schutzpatron unserer Kirche in Albersloh, brachte den Menschen den Glauben an Jesus Christus. Er gründete Gemeinden und legte so den Grundstein für eine lebendige Kirche in unserem Land."
Zu Liudger stellten sich viele Fragen: Was für ein Mensch war der Missionar und spätere Bischof von Mimigernaford, dem heutigen Münster? Was bewog ihn dazu, ein Leben in der Fremde auf sich zu nehmen, um anderen den christlichen Glauben zu bringen? Auf was für Menschen und was für eine Kultur traf er, als er in den Jahren 792 und 793 im heutigen Münsterland die Mission aufnahm? Wie reagierten die Menschen auf ihn? Und was passierte nach seinem Tod?
Einen Einblick in die damalige Zeit gibt Julia Hallenkamp-Lumpe vom LWL-Museum für Archäologie in Herne am Freitag (06.11.2009) um 19.30 Uhr in der St. Ludgerus-Kirche in Albersloh. Unterstützt wird sie dabei von einigen Albersloher und Sendenhorster Bürgern. Zu dieser Abschlussveranstaltung des Jubiläumsjahrs unter dem Motto "Ein neuer Gott fürs Münsterland – Wie der heilige Liudger die Heiden bekehrte" lädt der Pfarrgemeinderat von St. Martinus und Ludgerus ein. "Auf einer außergewöhnlichen Reise in die Zeit um 800 kann man in einer besonderen Atmosphäre die Zeit nachempfinden, in der das Christentum ins Münsterland kam, und Antworten auf viele Fragen zum Wirken des heiligen Liudger und zum Leben unserer Vorfahren finden", teilt der Pfarrgemeinderat mit. Der Eintritt ist frei. Über eine Spende würden sich die Veranstalter freuen.
Eine weitere Aktion im Liudgerjahr wartet allerdings noch auf ihre Umsetzung: Das erste Kind, das in diesem Jahr in der Gemeinde auf den Namen Ludger oder Ludgera getauft wird, soll von der Gemeinde einen Kinderwagen erhalten.
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Text: Almud Schricke | Foto: Michael Bönte
02.11.2009
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