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10.12.2018
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Mutter Hedwig und Schwester Dorothea.

Mutter Hedwig (links) und Schwester Dorothea.

60 Jahre im Einsatz für Kinder und Familie

Aus tiefer Überzeugung in den Orden eingetreten

Kleve/Kevelaer. Wer ihre Erzählungen hört, spürt Geschichte. Manchmal sogar mit Gänsehaut. Eindrucksvoll erzählt Mutter Hedwig, die Oberin der Franziskusschwestern in Kleve, ihr Leben: Von der Flucht im Krieg, Seite an Seite mit ihrer Mutter und Schwester, von Osternächten im Schweinestall und nicht zuletzt vom Weg, der sie in den Orden führte. Dieser Tag liegt nun sechs Jahrzehnte zurück. Mit Schwester Dorothea, die im Regina Pacis in Kevelaer lebt, feiert Mutter Hedwig in diesem Jahr ihr 60. Ordensjubiläum.

Eine Glocke, mit der viele Erinnerungen verbunden sind, hat sie als Geschenk erhalten. Diese Glocke, die nun den Innenhof des Klever Franziskushauses schmückt, gehörte einst in die kleine Kapelle des Kinderdorfs St. Josef in Schneppenbaum. Der Ort, an dem Mutter Hedwig viele Ordensjahre lang Kindern Geborgenheit schenkte. Das vermittelte auch Schwester Dorothea, 1917 in Goch geboren, die sich in der Familien- und Altenpflege verdient machte. Schwester Dorothea ist jetzt, nach vielen Stationen am Niederrhein, in den Ruhestand gegangen.

Mutter Hedwig ist Oberin der Klever Franziskusschwestern. Wäre da 1949 nicht diese Annonce aufgetaucht, die damals 20-jährige Frau aus Oberschlesien wäre wohl niemals an den Niederrhein gekommen. Doch ihr Vater habe immer schon gesagt, dass sie ins Kloster gehen werde, erzählt die 80-Jährige. "Und so kam es dann auch." Die Franziskusschwestern suchten per Anzeige Gläubige, die ihnen beitreten wollten. Dass ihre neue Heimat nicht in Hennef, sondern in Kleve sein würde, erfuhr sie erst später. Dann ging alles ganz schnell. Da hatte sie beinahe in Köln den Zug verpasst und deshalb bei der Anreise schon Ärger bekommen. "Das fängt ja gut an", dachte sie damals. In Kleve angekommen, musste die Ordensfrau ihr neues Leben erst einmal ordnen. Im Rinderner Kindergarten sollte sie arbeiten. "Dabei hatte ich keine Ausbildung", sagt sie. "Ich wollte eigentlich widersprechen – habe es aber nicht getan."

Das war gut so. Denn die Kinder wuchsen ihr ans Herz, wurden zum Mittelpunkt ihres Wirkens. Ausschließlich kaltes Wasser, nichts zum Heizen, kein Spielzeug – unter diesen Umständen musste "die Neue" bei den Franziskusschwestern sich plötzlich um 30 Kinder kümmern. "Man wird erfinderisch", sagt sie. Schließlich sollten ab 1959, nach der Stationsleitung im Säuglings- und Wöchnerinnenheim in Kleve, verwaiste Kinder ihre Liebe erfahren: im Kinderdorf St. Josef. "Die Zeit dort hat mich sehr geprägt. Alle sind wir aus tiefer Überzeugung ins Kloster gegangen", erklärt sie, "doch die Berufung anschließend konkret zu leben, bedeutete für jede von uns, einen eigenen Weg zu gehen. Schließlich ist es ein Unterschied, ob ich mich Kindern oder Sterbenden widme."

Als das Kinderdorf geschlossen wurde, folgten für die engagierte Franziskusschwester neue Aufgaben. Von 1983 bis 1993 war sie Leiterin des Fachseminars für Alten- und Familienpflege in Kleve, seit Oktober 1992 ist sie Oberin der Franziskusschwestern. "Es ging und geht uns gut, wir hatten direkt Arbeit, bekamen Unterstützung im Glauben und geistliche Betreuung – das war etwas Besonderes." Leicht sei es nicht immer gewesen. "Aber", fragt sie zurück, "was im Leben ist schon einfach?"

Text: Katrin Reinders | Foto: privat in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
26.10.2009

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