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17.05.2012
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Fußwallfahrt.

Die Delmenhorster Katholiken kurz vor dem Ziel beim Einzug in den Wallfahrtsort Bethen.

30 Jahre Fußwallfahrt aus der Stadt Delmenhorst nach Bethen

Die letzten Meter in den Ersatzschuhen des Pastors

Bethen/Delmenhorst. Mehr als hundertvierzig Wallfahrer aus Delmenhorst haben sich in diesem Jahr auf den Weg nach Bethen gemacht. Ihre Fußwallfahrt gehört zum Jahreskalender der Gemeinden wie Weihnachten und Ostern. Seit 1979 findet die Delmenhorster Wallfahrt jedes Jahr statt. Damals machten sich die Katholiken der Stadt zum 100-jährigen Weihejubiläum ihrer Mutterkirche Sankt Marien zum ersten Mal auf den Weg. Diese Idee einer Wallfahrt wird bis heute fortgeführt.

Es waren weniger als sonst. Aber sie machten sich mit besonderer Energie auf den Weg. Die Fußwallfahrt war diesmal kleiner, weil eine Pilgergruppe aus der Gemeinde sich in den Herbstferien auf den Weg nach Assisi gemacht hatte. Zuerst hatte man sogar über eine Verschiebung des traditionellen Termins der Fußwallfahrt nachgedacht. Eine kleinere Gruppe sei jedoch immer auch ein Grund, über intensives Werben nachzudenken, sagte Hubert von der Heide, Pfarrer von Delmenhorst Sankt Marien. Denkbar sei vielleicht, polnische Gläubige in der Gemeinde stärker anzusprechen. "Die sind wesentlich wallfahrtserprobter als wir."

Die erste Pilgergruppe machte sich schon am frühen Morgen auf den Weg; sie fuhr mit dem Bus nach Holzhausen bei Wildeshausen und pilgerte 27 Kilometer zu Fuß. Der Bus machte morgens Station an den einzelnen Kirchen und nahm aus Sankt Christophorus siebzehn Teilnehmer mit, von Sankt Marien fünf und in Allerheiligen dann über vierzig Wallfahrer, auch aus Hude und Ganderkesee. Pfarrer Hubert von der Heide und Pfarrer August Hüsing liefen die gesamte Strecke mit.

Die zweite Gruppe fuhr gegen zehn Uhr los und brachte noch eine Handvoll Pilger nach Engelmannsbäke bei Visbek, wo die erste Gruppe gerade frühstückte. Da lagen noch achtzehn Kilometer vor den Pilgern.

Unter Gesängen, Gebeten und vielen Gesprächen pilgerte die Gruppe weiter nach Halen bei Emstek. Die Impulse waren auf das Projekt "Würdenträger" der oldenburgischen Kirche zugeschnitten, ein Projekt, das eine Vertiefung des Glaubenslebens mit der Abwehr rechtsradikaler Bestrebungen verknüpft.

In Halen gab es das Mittagessen. Wer nur einen kleinen Teil der Strecke wandern wollte, konnte mit dem Bus bis nach Halen fahren und die restlichen sieben Kilometer zu Fuß gehen.

Vielfalt ist bei dieser traditionellen Wallfahrt ohnehin Trumpf: Wie gewohnt war es auch möglich, mit der dritten Bustour nach Bethen durchzufahren und am abschließenden Gottesdienst teilzunehmen.

Auch eine Fahrradwallfahrt war wie jedes Jahr ausgeschrieben worden, doch aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl musste sie in diesem Jahr ausfallen. Mit dem Wetter hatten die Delmenhorster ein wenig Pech: Mehrere Regengüsse sorgten dafür, dass einige Pilger die Fußwallfahrt vorzeitig abbrachen und in Halen den Bus nahmen, um sich den Rest der Strecke nach Bethen fahren zu lassen.

Dechant Hubert von der Heide fand jedoch gerade den Regen anregend: "Man lief viel konzentrierter. Und mir ist insbesondere aufgefallen, wie die Natur wieder begonnen hat zu leben."

Kurz nach 16 Uhr trafen die Pilger in Bethen an und feierten gemeinsam mit den Nachgereisten, die sich noch mit dem Auto auf den Weg gemacht hatten, die Heilige Messe in der Wallfahrtsbasilika.

Die Organisatoren des Tages zeigten sich sehr zufrieden. Pfarrer Hubert von der Heide betonte: "Wir hoffen, dass diese besondere Aktion aller Gemeinden des Dekanates den Zusammenhalt stärken kann." Das habe an diesem Tag auch für ganz praktische Ding gegolten. Lachend berichtete er: "Als einer Pilgerin die Schuhe vom langen Marsch kaputt gegangen sind, habe ich ihr kurzerhand meine Ersatzschuhe geliehen – die waren ihr zwar viel zu groß, aber sie hat tapfer durchgehalten."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Wallfahrt
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Bethen (Wallfahrtsort im Bistum)

Text: Eva Connemann | Foto: Eva Connemann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
19.10.2009

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